Der Fehlstart ist also komplett. Die Niederlage alleine ist das eine. Die Art und Weise wie die Mannschaft gestern auftreten ist das andere. Man kann verlieren in Bellinzona, bei einem Team dass weiss wie es ein Maximum aus seinen Möglichkeiten holen kann, kein Thema. Aber nach einer solch uninspirierten, unmotivierten ja lustlosen, mutlosen und teilweise arroganten Leistung schrillen bei mir alle Alarmglocken. Wie kann es sein, dass ein Team welches drei Tage vorher ein Fenerbahce Istanbul beinahe in seine Einzelteile zerlegt hat, vor Spielwitz, Engagement und Wille nur so strotzt, plötzlich wieder ein solches Bild abgeben? Ich empfand das gestern wirklich als persönliche Beleidigung. Da steht man morgens um fünf Uhr auf, geht sieben Stunden arbeiten, macht sich eine Stunde früher vom Hocker und fährt insgesamt achteinhalb Stunden Zug um eine solche Leistung vorgesetzt zu bekommen. Und dies von einer Mannschaft die seit Freitag im Tessin im 5-Sterne-Hotel weilt und nichts anderes zu tun hat, als sich bestmöglich auf die 90 Minuten gegen die AC Bellinzona vorzubereiten. Da kommt einem echt die Galle hoch. Zumal sie erst nach Aufforderung den Mut haben nach dem Spiel zum Zaun zu kommen. Dass es dann in unserem Party-Publikum noch Leute gibt die applaudieren können, verstehe wer wolle. Und der Höhepunkt der Frechheit ist es, wenn ein Spieler dann auch noch die Schuld beim Trainer sucht, bevor dieser mit dem Rest der Mannschaft am Zaun ist. Sowas geht einfach gar nicht und da kann man noch lange darüber diskutieren warum man nach 35 Minuten die (zugegebenermassen wenig funktionierende) Vierer-Abwehr wieder in eine Dreier-Abwehr umstellt, oder warum nicht ein anderer der schlechten Spieler auf dem Bitz raus musste als Sutter. Solange die Einstellung bei jedem Einzelnen Spieler nicht 100%ig stimmt, ist ein Trainer schlicht machtlos und jeder Einzelne Spieler sollte sich erstmal selbst hinterfragen.
Und das Spiel hat eines leider wieder deutlich gezeigt. Wir haben auch mit Spycher offenbar keinen Leader der notfalls alleine am Karren zieht um ihn aus dem Dreck zu ziehen. Da war gestern rein gar nichts. Keiner war auf dem Platz der mal laut wurde und versuchte dem Larifari ein Ende zu setzen. Und jene die jetzt schon den Kopf des Trainers fordern kann ich erst recht nicht verstehen. Das war nämlich das einzige deutliche Zeichen, als Petkovic Degen bereits nach 28 Minuten zum Einlaufen schickte und ihn nach 35 Minuten auch schon brachte.
Leider ist auch mir klar, dass nun bereits alle im Umfeld von YB tierisch nervös sind und wir mit dem weiteren Programm in der Meisterschaft mit dem schweren Gang nach Zürich zum GC und unserem "Lieblingsgegner" Xamax zu Hause eine Woche später, auch nicht gerade leichte Gegner vorgesetzt bekommen. Aber jetzt erneut den Fehler zu machen und den Trainer so früh in der Saison zu entlassen, wäre m.E. fatal. Wir wären wieder genau am selben Punkt wie nach den Entlassungen von Zaugg, Rohr und Andermatt. Das Team hat eine schöne Ausrede warum es nicht funktioniert hat, der neue Trainer braucht erst mal Zeit die Mannschaft nach seinen Wünschen umzubauen, sein gewünschtes System muss die Mannschaft zuerst einspielen und im Winter kommen garantiert ein, zwei Wunschspieler des Trainer die dann auch wieder integriert werden müssen, noch zu jenen Spielern die der alte Trainer geholt hat und dann teilweise auf dem Abstellgleis stehen...und täglich grüsst das Murmeltier. Man täte in der Führungsriege gut daran, jetzt mal die altbekannten Mechanismen ruhen zu lassen, dem Trainer voll den Rücken zu stärken und den Spielern ein deutliches Zeichen zukommen zu lassen, in welcher Form auch immer.
Zum Glück soll Istanbul eine sehr geile Stadt sein, sonst hätte ich morgen Abend wohl immer noch null Bock in den Flieger zu steigen....
Sonntag, 1. August 2010
Montag, 26. Juli 2010
Der Fanladen St.Pauli braucht Hilfe!
Aus aktuellem Anlass für einmal kein Text von mir sondern eine bitte: Der Fanladen St.Pauli, so etwas wie mein Geburtsort als St.Pauli-Fan (Der Fanladen war mir von Anfang an eine Anlaufstelle und hat mich quasi in der Fanszene "sozialisiert")ist in finanzielle Schieflage geraten und braucht unsere Unterstützung! Helft mit damit eine Institution weiterlebt die enorm wichtig ist für die Fanszene des FC St.Pauli.
Liebe St. Pauli-Fans,
leider ist der Fanladen in finanziellen Problemen.
In den letzten Jahren wurde unser Umsatz immer geringer, große Sonderzugfahrten können leider wegen kurzfristigen Ansetzungen und unattraktiven Anstoßzeiten kaum noch durchgeführt werden, so brachen wichtige Einnahmen weg.
Ebenso ist der Umsatz an Getränken dank Spielen am Mittag stark zurückgegangen, bis jetzt haben wir aber die Getränkepreise nicht erhöht. Der Fanladen wird auch nicht mehr so rege frequentiert und auch dadurch brach der Umsatz leider ein.
Wir wollen aber unser Angebot nicht einschränken, weder sollen (soziale) Projekte von uns beschnitten werden, noch wollen wir die Öffnungszeiten reduzieren.
Daher hoffen wir auf Eure Hilfe, um Euren und unseren Fanladen so zu erhalten wie er ist.
Durch den Aufstieg in die 1. Liga hoffen wir, dass der Umsatz wieder weiter nach oben geht, allerdings wird eine Erhöhung der Getränkepreise unausweichlich sein, ebenso fragen wir nach Spenden Eures Fanclubs, da in den letzten Jahren einfach zu wenig Geld reinkam:
Es wäre toll, wenn ihr als Fanclub spenden würdet. Als kleines Bonbon bekommt ihr ab einer Spende von 25€ eine Urkunde von uns, die ihr in euer Vereinsheim, eure Kneipe oder euer Wohnzimmer hängen könnt, so habt ihr immer ein Stück Fanladen zu Hause! Ab einer Spendensummer von 50,- Euro stellen wir auch absetzbare Spendenbescheinigungen aus.
Diese Spenden dienen dem Fortbestand des Fanladens in seiner Form!
Wir wissen, dass das gerade in diesen Zeiten alles andere als selbstverständlich ist und freuen uns über Euren Support jetzt, aber auch in den letzten Jahren und in der Zukunft!
Nutzt Euren Fanladen!
Ohne Euch wäre der Fanladen gar nichts!
Spenden bitte an:
Kontoinh.: JUSP Fanladen St. Pauli,
Kontonr. 1045210935,
Hamburger Sparkasse, BLZ 20050550
Solltet ihr die Urkunde haben wollen, dann bitte eine Mail an:
fanladen@gmx.de mit Namen unter dem ihr gespendet habt.
Vielen Dank,
Euer Fanladen St. Pauli
(Carsten, Elin, Justus, Kolja und Stefan)
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In den letzten Jahren wurde unser Umsatz immer geringer, große Sonderzugfahrten können leider wegen kurzfristigen Ansetzungen und unattraktiven Anstoßzeiten kaum noch durchgeführt werden, so brachen wichtige Einnahmen weg.
Ebenso ist der Umsatz an Getränken dank Spielen am Mittag stark zurückgegangen, bis jetzt haben wir aber die Getränkepreise nicht erhöht. Der Fanladen wird auch nicht mehr so rege frequentiert und auch dadurch brach der Umsatz leider ein.
Wir wollen aber unser Angebot nicht einschränken, weder sollen (soziale) Projekte von uns beschnitten werden, noch wollen wir die Öffnungszeiten reduzieren.
Daher hoffen wir auf Eure Hilfe, um Euren und unseren Fanladen so zu erhalten wie er ist.
Durch den Aufstieg in die 1. Liga hoffen wir, dass der Umsatz wieder weiter nach oben geht, allerdings wird eine Erhöhung der Getränkepreise unausweichlich sein, ebenso fragen wir nach Spenden Eures Fanclubs, da in den letzten Jahren einfach zu wenig Geld reinkam:
Es wäre toll, wenn ihr als Fanclub spenden würdet. Als kleines Bonbon bekommt ihr ab einer Spende von 25€ eine Urkunde von uns, die ihr in euer Vereinsheim, eure Kneipe oder euer Wohnzimmer hängen könnt, so habt ihr immer ein Stück Fanladen zu Hause! Ab einer Spendensummer von 50,- Euro stellen wir auch absetzbare Spendenbescheinigungen aus.
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Samstag, 24. Juli 2010
24.07.2010 YB - FC Luzern 1:1
Gegenüber dem Auftaktspiel in Thun veränderte YB-Coach Vladimir Petkovic sein Team auf mehreren Positionen. Wölfli begann selbstverständlich nach seiner verbüssten Sperre anstelle Bürkis, in der Abwehr begannen wie in Thun Jemal, Dudar und Affolter. Das neue 5er Mittelfeld bildeten Sutter und Degen auf den Seiten, Doubai und erstmals Spycher defensiv sowie Costanzo offensiv. Im Sturm begannen Bienvenu und Marco Schneuwly.
Beide Mannschaften waren von Anfang an gewillt nach vorne zu spielen. Die erste nennenswerte Aktion gehörte den Luzernern, der Kopfball strich aber am Tor von Wölfli vorbei. Danach übernahm YB mehr und mehr das Spieldiktat und erarbeitete sich eine klare Feldüberlegenheit und kam auch zu Chancen. So brachte es Schneuwly zustande den Ball völlig frei vor dem Tor neben dasselbige zu schieben. Allerdings versteckten sich die Luzerner keineswegs und konnten ihrerseits einzelne Nadelstiche setzen und blieben stets gefährlich. Doch insgesamt war YB in dieser Startphase überlegen und folgerichtig fiel auch das 1-0. Dachten alle: mit etwas Glück gelangte der Ball am Strafraum über Schneuwly zum freistehenden Doubai, der erst nur den Pfosten traf, den Nachschuss aber sicher im Kasten von Zibung unterbrachte. Doch der Assistent vom konfusen Schiedsrichter Chircchetta hatte ein Offside gesehen. Ein Fehlentscheid, wie später die Bilder auf den Stadion-Screens enthüllten. Über fehlendes Glück brauchte sich YB aber auch nicht unbedingt zu beklagen, traf doch Yakin mitte der ersten Halbzeit mit einem satten Schuss aus rund 20 Metern nur den Pfosten. Wölfli wäre geschlagen gewesen. So blieb es aber beim 0-0, auch weil Bienvenu und Schneuwly zwei weitere gute Chancen für YB nicht verwerten konnten. Nach dem Seitenwechsel änderte sich das Bild. Der FCL kam viel entschlossener aus der Kabine zurück und übernahm das Spieldiktat. Vorab die linke Abwehrseite von YB mit Degen und Jemal funktionierte nicht wunschgemäss und die Luzerner kamen nun mal für mal gefährlich über ihre rechte Seite vors Tor von Wölfli. Erst vergaben Gygax und Ianu noch zwei grosse Chancen, ehe Ferreira nicht am Flanken gehindert wurde und Ianu aus kurzer Distanz ziemlich freistehend per Kopf zur wenig überraschenden Führung für die Luzerner traf. YB war in den 20 Minuten davor überfordert mit dem Tempo der Luzerner und die Schwächen in der Abwehr (insbesondere Jemal, aber auch Affolter sowie Degen) wurden von den Innerschweizern ziemlich deutlich aufgedeckt. Das Positive: Nach dem Gegentor war es wieder YB welches, quasi aus der Not geboren, das Heft wieder vermehrt in die Hand nahm und nun nach den Einwechslungen von Regazzoni und Lulic wieder mehr Tempo in seine Angriffe brachte. Zwar blieb vieles erneut Stückwerk, aber gerade die Leidenschaft welche ich in Thun noch schmerzlich vermisst hatte, war nun zu spüren. Bienvenu kämpfte und lief unermüdlich, Lulic brachte einiges an Wasserverdrängung ins Spiel. Der Ausgleich fiel nicht zwingend aber m.E. aufgrund der ersten Halbzeit nicht unverdient. Auch in der Schlussphase war es nun YB welches vehementer den Sieg suchte und durch Bienvenu auch die Chance dazu besass. Aber auch die Luzerner kamen nochmal zu einer guten Chance als Affolter patzerte und Gygax den Schuss aber verzog. Alles in allem ging das Resultat wohl in Ordnung, obwohl YB in der Schlussphase den Sieg mehr wollte als die Luzerner.
Gegenüber dem Thun-Spiel gelang YB immerhin eine Leistungssteigerung. Wie erwähnt tat die Präsenz von Spycher dem YB-Spiel gut, auch wenn Doubai sich nicht eklatant steigern konnte gegenüber letzter Woche. Auch Costanzo konnte sich m.E. kaum steigern gegenüber dem ersten Spiel und blieb erneut sehr blass. Aber vielleicht hat man von ihm auch etwas gar viel erwartet, der Junge hat kaum eine ganze NLA-Saison hinter sich. Es bleibt das Fazit dass sich diese Mannschaft die doch auf Schlüsselpositionen einige Änderungen erfahren hat (Abwehr, Mittelfeld) sich noch finden muss. Defensiv stand man zu Oft noch im Schilf und gerade Jemal konnte leider noch nicht beweisen dass er eine wirkliche Verstärkung ist.
Vor dem Spiel wurde ein Spieler verabschiedet der YB im Herzen trägt wie wohl schon sehr lange kein Spieler vor ihm. Man sah es ihm auch auf dem Feld an, wie es ihm Nahe ging und er der immer für einen träfen Spruch gut war, fand für einmal nur wenig Worte. Viel gibt es auch nicht zu sagen ausser: Merci Pole! Merci für deinen stets vorbildlichen Einsatz, für deine Treue zu YB und deinem Umgang mit den Fans. Du hast deine Wertschätzung gegenüber dem treuen YB-Anhang immer gezeigt. Vielen Dank für alles Pole!
Beide Mannschaften waren von Anfang an gewillt nach vorne zu spielen. Die erste nennenswerte Aktion gehörte den Luzernern, der Kopfball strich aber am Tor von Wölfli vorbei. Danach übernahm YB mehr und mehr das Spieldiktat und erarbeitete sich eine klare Feldüberlegenheit und kam auch zu Chancen. So brachte es Schneuwly zustande den Ball völlig frei vor dem Tor neben dasselbige zu schieben. Allerdings versteckten sich die Luzerner keineswegs und konnten ihrerseits einzelne Nadelstiche setzen und blieben stets gefährlich. Doch insgesamt war YB in dieser Startphase überlegen und folgerichtig fiel auch das 1-0. Dachten alle: mit etwas Glück gelangte der Ball am Strafraum über Schneuwly zum freistehenden Doubai, der erst nur den Pfosten traf, den Nachschuss aber sicher im Kasten von Zibung unterbrachte. Doch der Assistent vom konfusen Schiedsrichter Chircchetta hatte ein Offside gesehen. Ein Fehlentscheid, wie später die Bilder auf den Stadion-Screens enthüllten. Über fehlendes Glück brauchte sich YB aber auch nicht unbedingt zu beklagen, traf doch Yakin mitte der ersten Halbzeit mit einem satten Schuss aus rund 20 Metern nur den Pfosten. Wölfli wäre geschlagen gewesen. So blieb es aber beim 0-0, auch weil Bienvenu und Schneuwly zwei weitere gute Chancen für YB nicht verwerten konnten. Nach dem Seitenwechsel änderte sich das Bild. Der FCL kam viel entschlossener aus der Kabine zurück und übernahm das Spieldiktat. Vorab die linke Abwehrseite von YB mit Degen und Jemal funktionierte nicht wunschgemäss und die Luzerner kamen nun mal für mal gefährlich über ihre rechte Seite vors Tor von Wölfli. Erst vergaben Gygax und Ianu noch zwei grosse Chancen, ehe Ferreira nicht am Flanken gehindert wurde und Ianu aus kurzer Distanz ziemlich freistehend per Kopf zur wenig überraschenden Führung für die Luzerner traf. YB war in den 20 Minuten davor überfordert mit dem Tempo der Luzerner und die Schwächen in der Abwehr (insbesondere Jemal, aber auch Affolter sowie Degen) wurden von den Innerschweizern ziemlich deutlich aufgedeckt. Das Positive: Nach dem Gegentor war es wieder YB welches, quasi aus der Not geboren, das Heft wieder vermehrt in die Hand nahm und nun nach den Einwechslungen von Regazzoni und Lulic wieder mehr Tempo in seine Angriffe brachte. Zwar blieb vieles erneut Stückwerk, aber gerade die Leidenschaft welche ich in Thun noch schmerzlich vermisst hatte, war nun zu spüren. Bienvenu kämpfte und lief unermüdlich, Lulic brachte einiges an Wasserverdrängung ins Spiel. Der Ausgleich fiel nicht zwingend aber m.E. aufgrund der ersten Halbzeit nicht unverdient. Auch in der Schlussphase war es nun YB welches vehementer den Sieg suchte und durch Bienvenu auch die Chance dazu besass. Aber auch die Luzerner kamen nochmal zu einer guten Chance als Affolter patzerte und Gygax den Schuss aber verzog. Alles in allem ging das Resultat wohl in Ordnung, obwohl YB in der Schlussphase den Sieg mehr wollte als die Luzerner.
Gegenüber dem Thun-Spiel gelang YB immerhin eine Leistungssteigerung. Wie erwähnt tat die Präsenz von Spycher dem YB-Spiel gut, auch wenn Doubai sich nicht eklatant steigern konnte gegenüber letzter Woche. Auch Costanzo konnte sich m.E. kaum steigern gegenüber dem ersten Spiel und blieb erneut sehr blass. Aber vielleicht hat man von ihm auch etwas gar viel erwartet, der Junge hat kaum eine ganze NLA-Saison hinter sich. Es bleibt das Fazit dass sich diese Mannschaft die doch auf Schlüsselpositionen einige Änderungen erfahren hat (Abwehr, Mittelfeld) sich noch finden muss. Defensiv stand man zu Oft noch im Schilf und gerade Jemal konnte leider noch nicht beweisen dass er eine wirkliche Verstärkung ist.
Vor dem Spiel wurde ein Spieler verabschiedet der YB im Herzen trägt wie wohl schon sehr lange kein Spieler vor ihm. Man sah es ihm auch auf dem Feld an, wie es ihm Nahe ging und er der immer für einen träfen Spruch gut war, fand für einmal nur wenig Worte. Viel gibt es auch nicht zu sagen ausser: Merci Pole! Merci für deinen stets vorbildlichen Einsatz, für deine Treue zu YB und deinem Umgang mit den Fans. Du hast deine Wertschätzung gegenüber dem treuen YB-Anhang immer gezeigt. Vielen Dank für alles Pole!
Samstag, 17. Juli 2010
17.07.2010 FC Thun - YB 1:1
Vor angeblich ausverkauftem Haus begann YB mit Bürki im Tor anstelle des gesperrten Wölfli, in der Abwehr begannen Jemal, Dudar und Affolter. Im zentralen Mittelfeld versuchten sich Doubai und Costanzo, auf den Aussenpositionen Sutter und Degen. Und im Angriff vertraute Petkovic, Neuzugang Lulic, Bienvenu sowie Regazzoni. Kaum hatte das Spiel begonnen, zappelte der Ball auch schon hinter Bürki im Tor. Doubai verlor einen (hart geführten) Zweikampf und blieb liegen, die Thuner spielten aber weiter. Fast schien es als würden sich sämtliche YB-Spieler darauf verlassen, dass die Thuner den Ball rausspielen würden, oder aber Schiedsrichter Hänni das Spiel unterbrechen würde. Keines von beidem geschah und so konnte es überhaupt erst dazu kommen, dass Bürki den hohen Ball im Luftduell gegen Proschwitz nicht behändigen konnte und dieser dann am schnellsten reagierte und den Ball aus kurzer Distanz und spitzem Winkel in die Maschen drosch. EIn Traumstart für den Aufsteiger. Und für YB der befreiende Schuss vor den Bug? Mitnichten. Die Thuner hatten deutlich mehr Spielanteile, ohne allerdings zu zwingenden Torchancen zu kommen. Aber immerhin gelangen ihnen doch die eine oder andere Ballstaffette und sie wirkten weitaus ballsicherer als YB. Vorab im zentralen Mittelfeld Costanzo/Doubai lief bei YB nicht viel zusammen. Keiner konnte Ruhe und Ordnung ins Spiel bringen, oft wurde das Heil in Einzelaktionen gesucht, die immer wieder in der vielbeinigen Thuner Abwehr endeten. Die erste nennenswerte Aktion hatte Lulic, noch einer der aktiveren bei YB, nach rund 20 Minuten zu verzeichnen, wirklich gefährlich wurde es aber bei seinem Abschlussversuch nicht. In der Folge waren die Thuner dem 2-0 sogar etwas näher als YB dem Ausgleich. Vorab ein bis an den Strafraum schnell vorgetragener Konter hätte bei mehr Entschlossenheit wohl etliche Gefahr vor das YB-Tor gebracht. Nachdem Bienvenu die erste wirklich gute Torchance für YB vergeben hatte, waren es wieder die Thuner die mit einem Kopfball so etwas wie Torgefahr entwickeln konnten. Zum Glück verfehlte der ziemlich freistehende Thuner das Tor deutlich. Danach kam die wohl einzig starke Phase von YB mit zwei Möglichkeiten die der Thuner Goalie Da Costa jedoch zunichte machte. Und kurz vor der Pause blieb den YB-Fans der Torjubel im Halse stecken. Dudar hatte nach einem Corner per Kopf zum vermeintlichen Ausgleich getroffen, allerdings hatte der wenig überzeugende Schiri Hänni irgendwo im Gewühl des Strafraums ein angebliches Foul eines Berners gesehen und gab den Treffer nicht. Wirklich erkennbar war kein Foul, aber wir standen auch verdammt weit weg im wohl beschissensten Gästesektor der Liga (Ok, von Luzern mal abgesehen) YB gelang es auch in der zweiten Hälfte kaum einmal wirklich Druck aufzubauen. Irgendwie fehlte der Biss, die Entschlossenheit und die Bindung zwischen den einzelnen Mannschaftsteilen war auch nicht wirklich zu erkennen. Gerade im Spielaufbau zeigten sich doch eklatante Mängel und ich stelle mir schon die Frage wer denn nun Yapis spielöffnende Pässe schlagen soll. Costanzo blieb sehr blass, verlor einige Bälle leichtsinnig und konnte sich offensiv auch nie in Szene setzen, auch bei Standards nicht. Auch die Wechsel von Petkovic (Raimondi für Lulic, Mayuka für Regazzoni) brachten nicht den erhofften Schwung. Erst in der Schlussphase gelang es YB endlich, die Thuner hinten rein zu drängen. Wirklich gefährlich wurde man dabei allerdings höchst selten bis nie. Bis Dudar mit Glück den letzten Eckball irgendwie zu Bienvenu verlängert und dieser aus rund 5 Metern halbvolley abschliesst. Mit viel Glück und einmal mehr in letzter Sekunde also ein Punktgewinn für YB. Auf die Mannschaft und den Trainer wartet aber noch so einiges an Arbeit. Ein solcher Auftritt gegen Luzern dürfte kaum mit einem Punkt belohnt werden. Es bleibt zu hoffen dass sich die Mannschaft bis in einer Woche einigermassen findet. Sobald Spycher fit ist, würde ich wohl mit ihm auf einer der 6er-Positionen spielen, ihm ist es noch am ehesten zuzutrauen, in der Spieleröffnung für den nötigen Schwung zu sorgen. oder gleich auf ein 4-2-3-1 umstellen. Ob Sutter in dieser Verfassung allerdings ein sicherer Aussenverteidiger darstellt wage ich zu bezweifeln. Nun gut, es war das erste Spiel, wir hatten doch immerhin 4 neue in der Startaufstellung und wären alle Fit gewesen, wären es wohl sogar noch mehr gewesen.
Etwas muss ich noch loswerden: Ich habe mich heute teilweise für unseren Anhang geschämt. Was da teilweise an Prollos im Block standen geht echt auf keine Kuhhaut. Mit Grenzwertig ist das ganze wohl gut umschrieben. Diskussionen im Forum darüber ob nun der SCB oder YB die niveauvolleren Fans hat, erübrigen sich bei solchen Bildern wie heute komplett. Dazu jede Menge Partyvolk dass sich ein Bier nach dem anderen hinter die Birne kippt und nur laut wird wenn wieder eine neue Runde Bier eingetroffen ist. Und dann noch jede Menge Gloryhunter (wobei das Wort bei YB wohl nicht ganz genau passt ;-) ) die sich über die Capos auf dem Zaun aufregen, kein einziges Lied mitsingen können, nicht wissen wo in Thun die Anzeigetafel steht (was sehr viel aussagt darüber wie oft sie schon da waren mit YB....) und sich in der 89.Minute beim Stande von 1-0 für Thun und sowas wie einer Druckphase von YB tatsächlich Minutenlang darüber unterhalten können weshalb ihr Kollege jetzt den Ball der in den Block geflogen war, nicht hatte fassen können und sie jetzt kein Souvenier mit nach Hause nehmen können....
Noch was: Hört endlich auf mit diesen Scheiss Böllern! Nicht nur dass die Dinger kaum kontrollierbar und deshalb gefährlich sind, sie können auch zu dauerhaften Hörschäden führen, zumal die Idioten welche die Dinger meist anzünden, dann auch noch zu doof sind, die Dinger wirklich nach vorne zu werfen und sie dann im Block drin explodieren.
Und wie die SFL diesen Gästeblock hat abnehmen können erschliesst sich mir auch nicht wirklich. Einmal mehr hat ein Fan an einem Zaun einen Teil seines Fingers verloren, weil er mit einem Ring, an oben am Zaun hervorstehnden Enden hängengeblieben ist. Es ist nun wirklich genug passiert mit solchen Zäunen und trotzdem scheint es den ach so auf Sicherheit bedachten Funktionären Scheissegal zu sein.
Etwas muss ich noch loswerden: Ich habe mich heute teilweise für unseren Anhang geschämt. Was da teilweise an Prollos im Block standen geht echt auf keine Kuhhaut. Mit Grenzwertig ist das ganze wohl gut umschrieben. Diskussionen im Forum darüber ob nun der SCB oder YB die niveauvolleren Fans hat, erübrigen sich bei solchen Bildern wie heute komplett. Dazu jede Menge Partyvolk dass sich ein Bier nach dem anderen hinter die Birne kippt und nur laut wird wenn wieder eine neue Runde Bier eingetroffen ist. Und dann noch jede Menge Gloryhunter (wobei das Wort bei YB wohl nicht ganz genau passt ;-) ) die sich über die Capos auf dem Zaun aufregen, kein einziges Lied mitsingen können, nicht wissen wo in Thun die Anzeigetafel steht (was sehr viel aussagt darüber wie oft sie schon da waren mit YB....) und sich in der 89.Minute beim Stande von 1-0 für Thun und sowas wie einer Druckphase von YB tatsächlich Minutenlang darüber unterhalten können weshalb ihr Kollege jetzt den Ball der in den Block geflogen war, nicht hatte fassen können und sie jetzt kein Souvenier mit nach Hause nehmen können....
Noch was: Hört endlich auf mit diesen Scheiss Böllern! Nicht nur dass die Dinger kaum kontrollierbar und deshalb gefährlich sind, sie können auch zu dauerhaften Hörschäden führen, zumal die Idioten welche die Dinger meist anzünden, dann auch noch zu doof sind, die Dinger wirklich nach vorne zu werfen und sie dann im Block drin explodieren.
Und wie die SFL diesen Gästeblock hat abnehmen können erschliesst sich mir auch nicht wirklich. Einmal mehr hat ein Fan an einem Zaun einen Teil seines Fingers verloren, weil er mit einem Ring, an oben am Zaun hervorstehnden Enden hängengeblieben ist. Es ist nun wirklich genug passiert mit solchen Zäunen und trotzdem scheint es den ach so auf Sicherheit bedachten Funktionären Scheissegal zu sein.
Dienstag, 13. Juli 2010
David - Panama City - Caracas - Trinidad&Tobago
Mit Sämi (Jeanines Cousin) Babsi und Simu (die ich dank Sämi in Bocas kennengelernt habe, ein Gruss an die beiden an dieser Stelle und gute Weiterreise :-) ) gings schliesslich am nächsten Tag Richtung David. Wir entschieden uns für die bequemere und schnellere Variante und leisteten uns ein Taxi. Jedenfalls dachten wir es sei schneller....Der Taxifahrer zeigte erst überhaupt keine Lust für die weite Fahrt und erst nach und nach als sich Sämi und er über Musik zu unterhalten begannen taute er auf. Was allerdings nicht für seinen Fahrstil galt. Wir hatten uns doch tatsächlich den wohl einzigen auf Sicherheit bedachten Taxifahrer ganz Lateinamerikas ausgesucht. Mit durschnittlich wohl 60 Km/h tuckerten wir also über die Berge unserem Ziel David entgegen. Unsere Frage wie lange es den ungefähr dauern würde, beantwortete er mit einem engagierten Plädoyer für Sicherheit im Strassenverkehr, dass Moritz Leuenberger bestimmt die Tränen gekommen wären :-) und veranschlagte dann rund 3 Stunden (der Bus hätte 4 gebraucht) was uns doch noch akzeptabel erschien, zumal die Fahrweise doch um einiges angenehmer war als andere Fahrten die ich auf dieser Reise über Bergstrecken so erleben durfte. Dummerweise schien sein Auto mit der Bergstrecke und dem Gewicht, (vier Reisende mit Gepäck plus der Fahrer) etwas überfordert zu sein. Da ich ein absoluter Laie bin was Autos betrifft hatte ich mich nicht weiter darum gekümmert, aber das rote Lämpchen auf welches er jetzt fluchend zeigte, hatte ich schon kurz nach dem Start entdeckt gehabt. Jedenfalls war der Motor völlig überhitzt, das Kühlwasser kochte. Nachdem wir bereits unseren Reiseproviant an kaltem Wasser geopfert hatten und immer noch keine wirkliche Besserung eintrat, hielten wir an einem bewachten Grundstück und zum Glück war gleich gegenüber dem Eingang eine Wasserquelle. So lief ich jetzt also mit Wasserflaschen jeweils über die Strasse auf der hupend aber nie abbremsend die Autos nur so vorbeirauschten um diese an der Quelle zu füllen und unserem Fahrer zu bringen, damit er das kalte Wasser ins brodelnde Kühlwasser schütten konnte. Dies half zwar temporär, zumal es kurz darauf bergab ging. Im nächsten Ort war dann aber Schluss und unser Fahrer hielt an um zu telefonieren. Simu der sich erstaunlich gut mit Autos auskannte verdächtigte eine Sicherung der Übeltat unserer Panne. Der Ventilator funktionierte nämlich nicht. Nach dem wir aus der unfreiwilligen Pause das beste gemacht hatten und in einem kleinen Restaurant etwas zu essen geholt hatten, (wobei uns die Preisgestaltung nicht wirklich klar wurde, Sämi bezahlte für Reis, Poulet, Yuca und einem Empanada 2 Dollar, während ich nur für Reis und Poulet dasselbe zahlte und Simu gar 2.50 :-) ) hatte unser Fahrer endlich telefonieren können und siehe da. Es lag tatsächlich an der Sicherung. Schliesslich konnten wir unsere Fahrt fortsetzen und nach rund fünfeinhalb Stunden hatten wir unser Ziel dann doch noch erreicht. Im Zentrum von David warteten wir auf Jeanine die kurz darauf auch erschien. Meine drei neuen (kurz)-Mitreisenden waren eigentlich auf dem Weg nach Costa Rica hatten aber beschlossen das ganze ruhig anzugehen und so blieben sie noch eine Nacht in David. Sie checkten also in einem Hotel gleich am Platz ein, wobei sie uns später als wir uns wiedertrafen erzählten das im ersten Hotel die Angestellte schlicht keine Lust zeigte ihnen ein Zimmer zu geben und sie halt so in ein anderes Hotel mussten. Für Panama scheinbar nichts spezielles und laut Jeanine passiere dies selbst Einheimischen. Jeanine und ich fuhren mit dem Taxi zum Haus welches sie für einen Monat gemietet hatten (von der Oberschwester des Krankenhauses in dem Jhon lag, die kurzerhand mit Kind und Mann zur Mutter gezogen war, das nenn ich mal hilfsbereitschaft)
Nachdem wir geduscht hatten, fuhren wir zurück in die Stadt und trafen dort die anderen drei wieder. Wir entschieden uns für einen Kinobesuch. Das Kino hatte fünf Sääle und bei fünf Leuten würde es wohl schwierig werden sich einig zu werden, so hielt ich mich etwas zurück und als Sämi und Simu auf Jeanines Vorschlag den Film mit dem (im spanischen) Namen "Plan B" schauen zu gehen, mit Zustimmung antworteten, dachte ich mir, dass wenn die beiden Männer einverstanden sind, der Film so schlecht nicht sein könne und das Genre wohl auch passen würde. Leider dachten das Sämi und Simu auch die beide ohne wirklich zu schauen was für einen Film wir da jetzt schauen gehen würden zugestimmt hatten....Ich erspare euch jetzt eine Zusammenfassung des Films....(nein Jeanine, einen Vergleich zu Star Wars zu ziehen zu dem ich dich mal mitgeschleppt habe zählt nicht, das war dagegen hohe Kinokunst! nämlech! ;-)) aber am ehesten erspare ich es wohl mir :-) Interessant waren die Preise in dem Kino. 2.50 Dollar für den Eintritt lässt sich doch sehen, das Popcorn und das Cola welches wir drinnen kauften, war mit 2.75 Dollar jedenfalls teurer :-) Was wir ebenfalls komplett unterschätzt hatten, obwohl uns Jeanine davor gewarnt hatte: Die Kälte. Schon in Restaurants teilweise grenzwertig wie kalt die Kilmaanlagen eingestellt werden, dieses Kino war echt der negative Höhepunkt. Als der Film endlich fertig war hatte ich kalte Füsse wie hier im Winter nicht und es dauerte selbst in der immer noch sehr warmen Nacht einige Zeit bis ich wieder aufgewärmt war und ich habe ja wirklich eher zu schnell zu heiss...
Nach einem sehr leckeren Nachtessen in einem libanesischen Restaurant, verabschiedete sich Jeanine in Richtung Krankenhaus um Joana abzulösen und wir vier fragten uns zu einem Billiard-Salon durch um den Abend ausklingen zu lassen. Auch der Laden war ein Erlebnis. Halb Billiard-Salon halb Disko, aber alles im selben Raum, witzige Kombination. Die Preise liessen sich auch da sehen 70 cent für ein Bier nenn ich doch mal ein Schnäppchen. Gegen ein Uhr (und eigentlich viel später als geplant) nahm ich mir ein Taxi zum Haus. Mit den anderen hatte ich mich um neun Uhr zum Frühstück verabredet, bevor sie dann weiter nach Costa Rica reisen würden. Meine erste Begegnung mit Joana, der Schwester von Jhon, war dann doch etwas spezielles und eigentlich war es mir gar nicht recht sie um diese Urzeit aus dem Bett zu holen damit sie mir die Türe aufmachen konnte. Und obwohl mein spanisch immer noch spartanisch ist obwohl ich mittlerweile doch schon viel verstand, konnten wir uns sogar noch kurz unterhalten bevor ich todmüde ins Bett fiel. An dieser Stelle ein grosses dankeschön dass ich trotz all dem Stress den die beiden hatten da wohnen konnte, ist nicht selbstverständlich.
Das Bier und der lange vorangegangene Tag, sorgten schliesslich dafür dass ich mich eine geschlagene Stunde verspätet zum Frühstück begab. Jeanine kam direkt aus dem Krankenhaus auch noch dazu. Schliesslich wollten die drei aber doch aufbrechen und nachdem wir uns verabschiedet hatten gingen Jeanine und ich mit dem Bus nach Boquete, einem kleinen touristischen Ort in den Bergen, Nahe einem National-Park in dem auch ein aktiver Vulkan liegt. Das Dörfchen in einem weiten Tal gelegen, erinnert sehr Stark an die Schweiz und ich hab mich nicht mehr wirklich in Zentral-Amerika gefühlt, auch weil die Temperatur dort auf immerhin rund 1500 Meter doch weit angenehmer war als anderswo :-) Die Gegend ist ein beliebter Ausflugsort für Wanderer und Naturliebhaber, beginnt doch am Ende des Ortes ein grösserer Nationalpark und die Berge erheben sich dort auf über 2400 Meter Höhe. Nach einem kleinen Spaziergang und einem sehr guten Espresso (endlich mal guter Kaffee, zu selten erlebt auf dieser Reise) fuhren wir nachdem es heftig zu Regnen begonnen hatte zurück nach David. Während Jeanine wieder ins Krankenhaus ging um Joana abzulösen verbrachte ich den Abend im Haus mit Lesen und Musik hören. Den letzten Tag in Panama verbrachte ich dann halt wieder mit Fussball, WM-Viertelfinals lässt man sich halt auch auf einer solchen Reise nicht entgehen und da Jeanine eh noch einiges zu tun hatte und oft telefonieren musste, war es ihr wohl auch gerade recht so :-)
Schliesslich hiess es abschied nehmen musste ich doch mit dem Bus noch nach Panama City fahren um dann dort den Flieger nach Caracas zu nehmen. Die Busfahrt dauerte 6 Stunden und ging pünktlich um Mitternacht los. Entgegen der ersten Nacht im Bus von Panama City nach Almirantes konnte ich diese Nacht praktisch nicht schlafen. Neben mir ein Mann der sich kaum war er eingeschlafen so breit machte das er weit bis auf meinen Sitz rüber kam, dazu schnarchte er auch noch höllisch laut. Vor mir zwei junge Pärchen die alles andere als daran dachten mal zu schlafen und in einer ziemlich nervigen lautstärke zusammen quasselten. Bin ja eigentlich ein toleranter Mensch, aber wenn man das geschnarche und das gequatsche selbst dann noch hört wenn man seinen Ipod auf vollster Lautstärke laufen lässt, nervt es halt doch irgendwann. Gerädert kam ich schliesslich morgens um 6 Uhr am Bus-Terminal in Panama City an. Kurz was zu trinken geholt und ein Taxi gesucht welches mich nicht abzocken wollte und nach rund 20 Minuten dann auch endlich einen Fahrer gefunden, der mich zu einem "normalen" Preis zum Flughafen brachte. Teilweise schon einfach frech wie versucht wird die Touris abzuzocken. Andererseits muss man auch sagen, es gibt halt wohl auch einfach zu viele dumme Touristen die einfach jeden genannten Preis bezahlen, genau deshalb wird es ja auch versucht. Nach meinen Erfahrungen in Quito war ich schon auf ein weiteres mühsames Check-In-Prozedere gefasst. Doch diesmal verlief alles ohne jegliche Kontrollen, Nachfragen nach weiteren Flügen usw. So konnte ich entspannt ein teures Frühstück geniessen und dazu Argentinien-Deutschland schauen. Überraschend war eine grosse Mehrheit in dem Restaurant für Deutschland, vor allem viele Einheimische. Scheinbar sind die Argentinier in Panama nicht so beliebt....Da Hug und Lüku bekannterweise ja ihre Iphones der kolumbianischen Messerjugend überlassen hatten, war ich froh über ein ungesichtertes WiFi-Netz wenigstens das Facebook-Profil als Kommunikationsweg nutzen zu können. So hatten wir mittels etwas komplizierter kommunikation entschieden, statt noch ins Orinoco-Delta zu fahren am Montag bereits nach Trinidad&Tobago zu reisen. Wir hatten alle die langen Busreisen etwas satt und wollten die letzte Woche unserer Reise chillig ausklingen lassen. Der Flug verlief ruhig und ereignislos, einmal mehr die völlig übertriebenen Einreisezettel Venezuelas ausgefüllt (die dann eh kaum jemand wirklich anschaut und nach dem Stapel beim Beamten wohl im Abfalleimer oder in irgend einer Kartei landen....) Grenzkontrollen sind allgemein etwas worüber ich mich immer wieder aufregen kann. Was geht es einen Grenzbeamten an wohin ich in dem Land gehe und an welcher Adresse ich mich aufhalten werde? Gibt man nämlich warheitsgetreu an es noch nicht zu wissen, wird insistiert und verlangt den Ort anzugeben. Wie soll ich das tun, wenn ich den Ort noch gar nicht kenne? Wenn ich aber "Hilton" oder "Hyatt" schreiben würde und also bewusst Lüge wird das dann nicht hinterfragt....Ich bin auf dieser Reise sowieso zum glühenden Verfechter des freien Personenverkehrs geworden und zwar weltweit. Jeder sollte sich frei bewegen dürfen unabhängig von Staatsgrenzen und Territorien, eigentlich gehört es für mich sogar zum Recht jedes einzelnen Menschen selbst zu entscheiden wohin er gehen will, egal zu welcher Zeit. Als das Prozedere schliesslich mit dem Stempel im Pass doch noch abgeschlossen ist, erwartet mich auch schon die nächste Kontrolle, ein kleiner, wohl kaum weit über 20-jähriger Polizist baut sich so gut es eben mit seiner Grösse geht, vor mir auf und verlangt meinen Pass sowie die Auskunft woher ich komme und wohin ich den in Venezuela wolle. Na toll, vielen Dank auch, ich denke der Junge war von meinem stechenden Blick und meiner erbosten Erwiederung, das hätte ich jetzt vor 30 Sekunden gerade einem Grenzbeamten alles erklärt so überrascht, das er mir den Pass schliesslich wortlos wieder überreichte und von dannen zog. Hätte sicher auch anders ausgehen können, aber ich war echt total sauer in dem Moment. Und meine Müdigkeit nahm auch von Minute zu Minute zu, so dass ich mich entschloss, statt mit dem Bus per Taxi in die Stadt zum vorher mit Hug und Lüku abgemachten Hotel zu fahren. Nach harten Preisverhandlungen liess ich mich schliesslich für immer noch völlig überteuerte 130 Bolivar in die Stadt fahren. Der Taxifahrer fragte zwar immer wieder etwas erstaunt nach, ob ich wirklich in die Sabana Grande wolle, aber alles in allem sonst eine entspannte fahrt. Die Suche nach dem Hotel war dann schon etwas schwieriger. Der Taxifahrer fuhr bestimmt eine halbe Stunde mit mir in dem Viertel rum und liess mich einmal beim nachfragen bestimmt nochmal 10 Minuten allein im Taxi und dies trotz einer genauen Adressangabe meinerseits. Schliesslich aber hatte er es doch ausfindig gemacht und ich erkannte warum der Fahrer die Strasse wohl nicht kannte. Sie war nämlich Autofrei was in Venezuela wohl so viel bedeutet wie "dann gibt es diese Strasse nicht" ;-) Rasch eingecheckt und ins Zimmer gegangen. Da noch etwas Zeit blieb bis Lüku und Hug ankommen würden, legte ich mich nach der anstrengenden und weitestgehend schlaflosen Reise hin. Und erwachte erst wieder als die beiden an die Zimmertüre klopften. Nach einem guten Essen gingen wir einem Ausgangstip nach. Gleich eine Strasse neben unserem Hotel sollte es einen Rock-Schuppen namens "moulin rouge" geben. Den auch schnell gefunden und auch die 20 Bolivar Eintritt schreckten uns erstmal nicht ab, weil von drinnen doch gute Musik auf die Strasse dröhnte. Drinnen waren wir dann schon nicht mehr so begeistert. Nicht wegen dem Musikstil, war ja nicht anders geworden plötzlich. Nein wegen der Lautstärke. Eine Unterhaltung zu führen und das noch zu dritt, war schlicht unmöglich. Und ein Bier kostete auch satte 20 Bolivar. so verliessen wir das Lokal nach zwei Bier relativ schnell wieder. Allgemein war die Lautstärke in fast allen Ländern die wir bereist hatten in den Bars völlig übertrieben. Ich mag ja laute Musik, aber so dass man sich mit etwas lauterer Stimme doch noch über einen Tisch hinweg unterhalten kann, sonst sehe ich irgendwie den Sinn nicht ganz in ein solches Lokal zu gehen....Am nächsten Tag kehrten wir Caracas schliesslich endgültig (das wussten wir zwar zu diesem Zeitpunkt noch nicht, da wir zu dieser Zeit eigentlich noch einen Tag zwischen unserer Ankunft aus Trinidad und unserer Heimreise nach Europa hatten.) Alles in allem die Stadt die mir am wenigsten Gefallen hat. Ich habe mich nirgends sonst so unsicher und unwohl gefühlt wie in diesem Moloch. Freunde werden wir wohl nicht mehr ;-) Jedenfalls fuhren wir mit dem Bus zum Flughafen um unseren Flug nach Port of Spain für den nächsten Tag zu buchen. Leider waren die Damen am Schalter der einzigen Fluggesellschaft die Port of Spain von Caracas aus anfliegt (Aeropostal) nicht wirklich in der Lage uns den Flug zu buchen und sie erklärten uns wir müssten dies entweder telefonisch oder halt direkt am nächsten Tag am Check-In-Schalter machen. Nun gut. Wir fuhren schliesslich mit einem Taxi (auch wieder nach längerer Suche und harten Verhandlungen) nach Macuto. der Küstenort liegt vielleicht 15 Minuten vom Flughafen entfernt und da wir Caracas gesehen hatten, war der kleine Ort am Meer eine gute Alternative für uns. Schnell das vorher ausgesuchte Hotel gefunden und auch ein zwar kleines aber sauberes und vor allem sehr günstiges Zimmer bekommen. Da es aber noch nicht bereit war, entschieden wir uns erstmal die Badehose auszupacken und kurz an den Strand zu gehen. Was wir aber nicht wussten: Am nächsten Tag war irgend ein Feiertag und sowas nützen die Venezolaner natürlich für einen Kurzurlaub am Meer aus. Die kleine Strandpromenande, der Strand selbst, ja selbst das Meer war völlig überfüllt. Und wir mittendrin in dem Chaos als fast einzige Touristen. Unglaublich wie viele Menschen dort unterwegs waren und am Strand lagen und vor allem eins taten: Saufen. Teilweise hatten sie auch einfach ihr Zelt am Strand aufgebaut und die wenigen Hotels die es in dem Ort gab hatten alle Schilder mit "no hay habitaciones" rausgehängt. (Auch unser Hotel hängte ein solches Schild gleich nach dem wir unser Zimmer bezogen hatten an die Tür, wir hatten also ziemliches Glück) Das mit dem kurzen Bad im Meer liessen wir dann doch bleiben, hätten wir uns doch erst durch hunderte von Leuten überhaupt ins Meer kämpfen müssen. Auch als es schon längst dunkel war, badeten noch immer viele Leute im Meer und der Strand war immer noch ziemlich voll mit saufenden Leuten. Ein herrlich schräges Bild das wir da zu Gesicht bekamen. Nach einem wenig überzeugenden Nachtessen besorgten wir uns noch etwas Bier und hockten uns am Strand auf einen Stein und schauten dem Treiben dort noch etwas zu. Die nette Hotelbesitzerin hatte für uns sogar noch bei der Aeropostal angerufen und uns den Flug reserviert den wir am nächsten Tag direkt am Check-In Schalter bezahlen konnten. Das Prozedere sollte es aber in sich haben. Nachdem wir von einem Hotelmitarbeiter netterweise am Morgen an den Flughafen gefahren worden waren (allerdings für noch mehr als uns der Taxifahrer am Vortag abgeknöpft hatte....) begann die Suche nach einem funktionierenden Bankomaten. Fündig wurden wir schliesslich nach rund einer Stunde. Wobei man in Venezuela aus Sicherheitsgründen nur 300 Bolivar aufs mal abheben konnte. Da ich noch Dollar aus Panama dabei hatte und die zum Schwarzmarkt-Preis tauschen konnte brauchte ich nicht so viel, aber Hug musste vier mal hintereinander abheben bis er den nötigen Betrag beisammen hatte, da seine Kreditkarte bei der Aeropostal einfach nicht funktionieren wollte. Natürlich kamen wir auch diesmal nicht an der obligaten Polizeikontrolle vorbei, wobei ich mich schon ein wenig frage was solche Kontrollen und vor allem Fragen (wohin gehen sie) wen man an einem Flughafen mit einem Rucksack am Buckel Richtung Check-In-Schalter geht, eigentlich genau sollen. Schliesslich hatten wir aber unsere Flugtickets in den Händen, das Gepäck war nach einer langen Warteizeit auch eingecheckt. Nach der Landung in Port of Spain, gingen wir gleich zum Schalter der Carribean Airlines die Shuttle-Flüge nach Crown Point auf Tobago anbieten und buchten für umgerechnet 60 US-Dollar einen Retour-Flug nach Crown Point. Der Flug dauerte nur rund 15 Minuten. Wir hatten uns vorher in der Touristen-Information im Flughafen in Port of Spain etwas schlau gemacht und uns wurden die Strände in Store Bay, gleich neben dem Flughafen empfohlen und die Hotels usw. seien vom Flughafen zu Fuss erreichbar. Tatsächlich war das auch so. Ohne wirklich Ahnung zu haben wohin wir gehen sollten, gingen wir einfach mal Richtung Strand, dort müsste es ja auch genügend Hotels geben. Das Staatsgebiet von Trinidad and Tobago ist anhand des Namens eigentlich erklärt. Es beinhaltet in der Tat nur die beiden Inseln welche wie viele Länder in dieser Region eine bewegte Vergangenheit haben. Auf den beiden Inseln leben rund 1,3 Millionen Menschen. Zuerst besetzten die Spanier die Insel und machten sie zu einem wichtigen Umschlagszentrum des Sklavenhandels, was sich heute noch in der Bevölkerungsstruktur sehr gut ablesen lässt. Rund die Hälfte der Einwohner sind Nachkommen afrikanischer Sklaven, was man noch heute oft an den Nachnamen erkennen kann, da die ersten befreiten Sklaven oft die Vornamen ihrer früheren Besitzer als Nachname bekamen. Rund 40 Prozent der Einwohner stammen aus dem asiatischen Raum insbesondere aus Indien. Neben Fussball ist vor allem Cricket sehr verbreitet. 1797 eroberten die Briten die Insel Trinidad. Um Tobago wurde sogar noch heftiger gestritten. Holländer, Portugiesen, Franzosen, Spanier und Briten wechselten sich in der Besatzung der Insel ab. Erst 1958 entliessen die Briten die beiden Inseln in die Unabhängigkeit, wobei sie sich der allerdings nur kurzlebigen westindischen Föderation anschlossen. Die Briten hatten diesen Staat konstruiert um allen ehemaligen Kolonien in der Region gleichzeitig die Unabhängigkeit zu garantieren. Weitere Bundesstaaten dieser Föderation waren Beispielsweise Jamaica oder Barbados. Bereits 1962 zerfiel die Föderation aber wieder und Trinidad and Tobago wurde zu einem eigenen Staat.
Am Strand angekommen, sprach uns gleich jemand an, ob wir ein Hotel suchen würden. Wir bejaten und der Typ stellte sich als Guide eines Reisebüros heraus, welches Touren per Boot und Bus auf Tobago anbietet. Er könne uns ein Guesthouse empfehlen für 400 TT-Dollar die Nacht (Rund 80 Franken) Wir sagten ihm ob wir es erst einfach anschauen könnten. Er bejahte und brachte uns in seinem Auto zum nicht weit vom Strand weg liegenden Haus. Das Zimmer stellte sich quasi als Appartment heraus mit einem grossen Wohnbereich und eine Küche die wir auch benützen konnten, sowie einem grossen Balkon. Es sei im zweiten Zimmer noch jemand untergebracht (Zu gesicht bekamen wir aber nie jemanden, es war also praktisch unsere Wohnung) aber sonst könnten wir das Appartment ganz für uns nützen. Wir sagten also zu, ohne wirklich zu wissen ob das jetzt überteuert war oder nicht, da wir nicht wirklich eine Ahnung vom Preisniveau hatten. Es stellte sich aber heraus das der Preis absolut ok war. Den einzigen Haken entdeckten wir schliesslich am Abend. Das Appartment hatte keine Moskitonetze vor den Fenstern und innerhalb von Minuten schwirrten dutzende Mücken durch die Räume. Also schnell in den nahen Mini-Mart und Mückenspray gekauft und kurze Zeit später war das Problem dann doch erledigt. Der kleine Ort Store Bay machte einen etwas verschlafenen Eindruck, es waren nicht viele Touristen da und auch sonst konnte man nicht gerade von pulsierendem Leben sprechen. Aber die Leute waren überall sehr freundlich, überaus hilfsbereit und selbst die vielen Tourguides die ihre Touren am Strand anboten oder ihre Jet-Skis vermieten wollten, liessen einem nach einem Nein auch wirklich in Ruhe und wünschten noch einen schönen Tag. Alles in allem eine unglaublich friedliche, ruhige und schlicht chillige Stimmung. Es gab einige kleine und gute Restaurants die allerdings preislich doch nicht gerade günstig waren. Aber das teuerste war vielleicht auf CH-Niveau, höchstens. Der Strand der 2 Minuten von unserem Guesthouse entfernt lag war ein zwar kleiner, aber mit herrlichem Sand und türkisblauem Wasser. Einfach herrlich. Wir hatten uns bei "unserem Guide" nach dem Nachtleben erkundigt, er meinte Store Bay sei der beste Ort auf der Insel für Party und es habe gleich hinter unserem Guesthouse auch die beste Bar. Es wurde zwar rasch deutlich, dass er halt "seinen Ort" so loben musste, denn wirklich viel los war am Abend in dem beschaulichen Ort nicht wirklich. Aber die empfohlene Bar war sehr nett, es hatte oft viele Einheimische da und konnte sich dort gut an den unglaublich schwierig zu verstehenden Englisch-Dialekt der Menschen auf diesem Zwei-Insel-Staat gewöhnen. Vermutlich hatten wir aber auch noch mehr Probleme mit dem Englisch, weil wir davor halt doch sieben Wochen fast ausschliesslich spanisch gehört hatten und unser Gehör quasi daran gewöhnt war. Nichtsdestotrotz amüsierten wir uns prächtig, das lokale Bier (Stag) schmeckte auch sehr ansprechend und so wurde es doch eine einigermassen langen Nacht, wobei ich sogar Lüku noch dazu brachte Vodka zu trinken, weil ich ihn mit einer Diskussion über YB und insbesondere den verlorenen Cupfinal und Carlos Varela gerade wieder hässig gemacht hatte über all das verpasste von YB in den letzten Jahren. Mir sollte es recht sein, denn zu seinen zwei Gläsern Vodka spendierte er auch mir noch zwei Gläser. :-) Den nächsten Tag verbrachten wir mit langem schlafen, ausnüchtern am Strand und Essen, sowie Fussball schauen. Wollten wir jedenfalls. Leider gab unser Fernseher den Kanal auf dem das Spiel übertragen wurde nicht her und so gingen wir halt in die Bar wo wir dank dem Vorabend bereits herzlich begrüsst wurden :-) Nach dem Spiel chillten wir wieder am Strand. Und so ging das eigentlich die ganzen Tage, wobei wir immer wieder nette Einheimische kennen lernten und entspannt unsere letzen Tage der Reise verbringen konnten. Den Nachmittag nach der für unseren Lukas äusserst enttäuschenden Niederlage Deutschlands gegen Spanien hatten wir schliesslich noch dazu auserkoren in die grösste "Stadt" auf der Insel Tobago zu fahren. Scarborough lag rund 20 Minuten von Store Bay weg und war per Bus erreichbar. Also gingen wir zur Bushaltestelle wo zu jeder Stunde eigentlich ein Bus abfahren sollte. Nach 20 Minuten vergeblichen Wartens und wir waren zu unserer Beruhigung nicht die einzigen, auch zwei Einheimische warteten da auf den Bus, hielt plötzlich ein Wagen an und fragte uns wo wir hinwollten. Als wir mit Scarborough scheinbar die richtige Antwort gegeben hatten, deutete der Fahrer uns einzusteigen. So fanden wir heraus, dass es neben Bussen und überteuerten offiziellen Taxis auch inoffizielle Taxis gibt. Dies sind meist einfach Privatpersonen die dich dann gegen ein kleines Entgeld (6 TT-Dollar, also rund 1,20 CHF) mitnehmen, sofern sie auch da hin fahren wo du hinwillst. Die Stadt (oder besser der Ort) Scarborough war dann nicht wirklich mit Highlights versehen, der Ort hatte weder ein wirkliches Zentrum noch irgendwelche Sehenswürdigkeiten, ausser vielleicht der grossen Fähre die im Hafen vor Anker lag. Ein Highlight gab es aber doch noch. Wir fanden eine kleine Gelateria die von einer Deutschen geführt wurde und wirklich sehr sehr leckere hausgemachte Glace anbot. Da wir den Bus gerade verpasst hatten, fragten wir einen Taxifahrer was er verlange und tatsächlich 90 TT-Dollar war uns doch zu viel, wenn man für 6 oder gar 4 (Bus) zurück kommt. So warteten wir halt an einer Bar am Hafen auf den nächsten Bus, nach dem unser Versuch mit jemandem mitzufahren leider nicht von Erfolg gekrönt war.
Nach herrlichen Shrimp-Linguini (Ich merke gerade dass ich doch immerhin ein paar Mal sehr gute Pasta hatte auf dieser Reise) im kleinen Restaurant unserer Vermieterin Carrie, liessen wir den Abend bei kühlen Stag-Bierchen auf dem Balkon ausklingen. Zuvor hatten wir noch der Iberia angerufen und tatsächlich beim zweiten Versuch auch jemanden erreicht. Wir hatten nämlich festgestellt, dass bei unserem Flug der am 12.Juli gebucht war, die Zeit so geändert hatte, das wir in Madrid nur noch fünf Minuten zum umsteigen auf unseren Flug nach Mailand gehabt hätten, was logischerweise nicht wirklich reichte. Da wir auch kaum Bock hatten noch einen weiteren Tag in Caracas zu verbringen, da wir diese Stadt wirklich gesehen hatten, logen wir etwas dreist, wir müssten unbedingt spätestens mit dem von uns gebuchten Flug in Mailand ankommen und ob wir nicht vielleicht den Flug einen Tag vorbuchen könnten. Und siehe da, kurze Zeit später hatten wir unseren Flug kostenfrei (Mark wird sich jetzt wohl ärgern ;-) ) umgebucht und wir kamen drum rum noch mal nach Marcuto oder gar Caracas zu fahren und konnten so sogar noch etwas Geld sparen. In der Nacht hatte es begonnen stark zu regnen und leider war das schlechte Wetter auch fast den ganzen Tag über nicht zu ignorieren. Schliesslich hellte es aber doch noch auf und wir beschlossen zum rund 20 Gehminuten entfernten Pigeon Point-Strand zu gehen. Der Strand wurde zu einem Heritage erklärt und man bezahlte 18 TT-Dollar eintritt, die es allerdings durchaus wert waren. Ein schöner Strand erwartete uns, einziger Wehmutstropfen waren die Algen die etwas störend am Grund herumtrieben. Sonst aber wirklich ein schöner Flecken mit einer Strandbar und der Möglichkeit Jet-Skis zu mieten. Da Lukas und Hug den Vermieter bereits kannten, weil sie vorher am anderen Strand schon mal gefahren waren, wurden wir von ihm natürlich schon von weitem begrüsst und gefragt ob wir wieder mal fahren wollten. Schliesslich entschieden wir alle uns dafür und nach kurzer Wartezeit weil noch ein dritter funktionierender Jetski geholt werden musste gings los. Und ich muss sagen es hat auch mir wirklich sehr viel Spass gemacht, mit dem Ding übers Wasser zu rasen, auch wenn es eigentlich nicht meinen Überzeugungen entspricht :-) Das Wetter wurde immer besser und bescherte uns schliesslich noch einen unglaublich schönen Sonnenuntergang am Strand, ehe wir im Dunkeln den Weg zurück nach Store Bay antraten und sogar das Glück hatten dass uns schliesslich jemand auf der Ladefläche seines Pick-up-Trucks mitnahm. Am nächsten Morgen hiess es bereits wieder Abschied nehmen von Tobago, wartete am Nachmittag in Port of Spain doch noch ein Fussballspiel auf uns. Klar dass wir einen so exotischen Länderpunkt nicht einfach sausen lassen konnten. Nach der Ankunft am Flughafen von Port of Spain erkundigten wir uns nach einer Busverbindung in die Stadt. In der kleinen Touristen-Info erhielten wir aber nur die Auskunft dass der nächste Bus erst um 16.00 Uhr, also in rund 6 Stunden fahren würde...So mussten wir uns halt ein völlig übertreuertes Taxi leisten. 190 TT-Dollar, also umgerechnet fast 40 Franken war doch etwas gar viel, wenn man die Preise für Busse usw. vergleicht. Wenigstens hatte unser Fahrer noch einen Tip für ein Hostel und so mussten wir uns wenigstens darum nicht mehr gross kümmern. Beim Hostel Calypso angekommen, fragten wir uns aber zuerst doch ein wenig in was für einer Gegend wir da wohl gelandet waren. Das Hostel liess sich nur durch ein immer abgeschlossenes Tor betreten, wobei man immer klingeln musste wenn man rein wollte. Die Mauern rund um das Haus waren komplett mit Stacheldraht versehen und selbst im Hostel drin um zu den Zimmern zu gelangen, war nochmal eine abgesperrte Tür die nur durch die Reception per Knopfdruck geöffnet werden konnte. die Reception befand sich hinter verspiegelten Scheiben und man konnte nur durch eine kleine Luke auf einem Plastikstuhl sitzend mit der Angestellten in dem Kabuff reden. Ein wenig kamen wir uns vor wie in einem Gefängnis. Es stellte sich aber später heraus das die Gegend wohl gar nicht so übel war und der Sicherheitsfimmel wohl einfach der allgemeinen britischen Paranoia geschuldet war. Nach einigem hin und her und interessanterweise immer höheren Preisen (Der Taxifahrer hatte uns noch ein Zimmer für drei Personen für 210 TT-Dollar versprochen) hatten wir schliesslich doch noch zwei Zimmer bekommen, mit der Versprechung die zweite Nacht in ein dreier Zimmer wechseln zu können. Gezahlt haben wir aber schliesslich über 500 TT-Dollar für beide Zimmer :-) Kurz nachdem wir eingecheckt hatten, begann es wie aus kübeln zu giessen, was sowieso eine besonderheit auf diesen Inseln war. Immer wenn es zu regnen begann, war es als hätte jemand eine riesige Dusche urplötzlich angestellt. Es gab keine Tropfen vorher, es machte einfach wasch und es regnete wie aus Kübeln. Nach rund 2 Stunden hatte sich das Wetter wieder beruhigt und wir beschlossen noch etwas in die Stadt zu gehen bevor wir dann Richtung Nationalstadion gehen wollten wo das von uns auserkorene Spiel stattfinden sollte. Wir gingen also los Richtung Zentrum. An einer Kreuzung vor einem Nissan-Autohaus (Auffallend wie die dort praktisch nur asiatische Autos fahren) nahmen wir kurz unser Strassenkarte hervor und kurz darauf sprach uns ein Typ an der in Krawatte und Hemd vor dem Autohaus stand und rauchte. Wir sähen etwas verloren aus und was wir denn hier genau wollten. Wir erklärten ihm, dass uns der Taxifahrer eine gewisse Strasse empfohlen hatte wo es viele Bars gebe, irgendwo im Zentrum der Stadt. Der Mann schaute uns schief an und meinte dann lakonisch, das dort gar nichts sei und wir höchstens ins Zentrum gehen sollten, wenn wir ausgeraubt werden wollten, dort sei alles nur "crab". Er zeichnete uns einige aus seiner Sicht gute Bars ein und warnte uns nochmals vor dem Zentrum der Stadt. Nun gut, zwar hatten wir ja schon beim Hostel bekanntschaft gemacht mit der Paranoia die offensichtlich in dieser Stadt herrschte, da es aber eh bald Zeit wurde zum Stadion zu gehen, liessen wir das Zentrum erstmal sein und wollten in einem Bogen zum Stadion gehen. An einer Tankstelle holte ich mir etwas zu trinken und Lüku schaute zufällig in eine Tageszeitung die dort in einem Ständer zum Verkauf lag. Und kriegte einen ziemlichen Schreck. Der komplette Spieltag der TT-Pro League (so heisst die oberste Liga dort) war in einem Werbe-Event für die FIFA Frauen U-irgendwas WM eingebunden und alle Spiele sollten im Marvin Lee-Stadium im in der Nähe des Flughafen liegenden Städtchen Macoya ausgetragen werden. Na toll. Schnell nach dem Busbahnhof gefragt, der natürlich mitten im vorher von unserem Autohändler als "crab" bezeichneten Zentrum lag. So konnten wir uns wenigstens gerade über den Wahrheitsgehalt seiner Aussagen informieren. Und es war, wie war es anders zu erwarten überhaupt nicht schlimm. Vielleicht hätte man die Gegend in der Nacht wohl eher gemieden, da einzelne Strassen wohl doch ziemlich ausgestorben sein könnten wenn alle Geschäfte geschlossen hatten, aber alles in allem buchten wir seine Aussagen bereits wieder der scheinbar landestypischen Paranoia zu :-) Nach rund 15 Minuten den Busbahnhof gefunden. Nun galt es den richtigen Bus zu erwischen. Das wiederum stellte sich als echte Herausforderung dar. Jeder den wir fragten, vom Beamten am Info-Schalter über Bedienstete an den Bushaltestellen sagte uns was anderes über Haltestelle und Zeit des Busses. Schliesslich entdeckten wir noch einen Teil des Busbahnhofs an dem sogenannte Maxi-Taxis abfuhren. Kleinbusse mit zwischen 14-30 Plätzen die sogar noch günstiger waren als die normalen Busse und erst noch häufiger fuhren. So ging es nicht lange und wir sassen tatsächlich einem dieser Maxi-Taxi in Richtung Macoya. Zwar hatte uns der Fahrer versprochen uns zu sagen wann wir aussteigen müssten, als wir aber zum Glück das Stadion von der Strasse aus sahen merkten wir recht schnell dass er es längstens vergessen gehabt hätte. So hatten wir den Spielort also tatsächlich gefunden und wir gingen zum Stadion und kauften uns für 30 TT-Dollar pro Person Tribünentickets. Diese hätten für zwei Spiele gegolten. Um sechs Uhr spielte Joe Public FC gegen Police FC (Tatsächlich der ehemalige Klub der Polizei), danach um 20.30 Uhr spielte Defense Force (ehemals der Armeeklub) gegen San Juan Jabloteh.
Joe Public FC - Police FC
Trinidad and Tobago Pro League, Marvin Lee-Stadium, Macoya, Trinidad, ca. 300 Zuschauer.
Wir waren rund 40 Minuten vor Spielbeginn da und waren ausser einigen Offiziellen noch parktisch die einzigen Zuschauer. Das Stadion hatte nur auf zwei Seiten Tribünen, eine Haupttribüne und eine Hintertortribüne hinter dem von der Haupttribüne aus gesehen, linken Tor. Wir testeten erstmal das Stadioncatering, welches aus zwei Verkaufständen bestand. An einem gab es warme Suppen (bei der Hitze...) sowie gekochte Maiskolben (schmeckte nicht schlecht.) Am anderen gab es Hot-Dogs. Die waren m.E scheusslich, aber für umgerechnet 1.20 CHF kann man wohl auch nicht mehr erwarten. Hug fand die aber toll und ass gleich zwei davon :-) ) Kurz vor Spielbeginn waren immer noch nicht gerade viele Zuschauer im Stadion, aber zu Spielmitte befanden sich dann wohl rund 300 Zuschauer im Stadion. Das Spiel pendelte sich auf ziemlich schwachem Niveau ein, ich denke ein CH-Mittelfeld-Klub aus der NLB hätte gegen beide Teams keine grossen Probleme gehabt. Joe Public übernahm von Beginn weg das Spieldiktat und musste sich in der Halbzeit einzig die Frage stellen lassen, weshalb sie nicht höher als 2:0 führten. In der zweiten Halbzeit hatten sich die Bullen dann etwas gefangen und ihnen gelang mittels Penalty der Anschlusstreffer. Wirklich spannend wurde es danach aber nicht, obwohl das Spiel jetzt etwas ausgeglichener war als in der ersten Halbzeit. Kurz vor Schluss vergab Police FC noch eine riesige Ausgleichschance und so blieb es beim letztlich knappen 2-1 für Joe Public.
Da wir genug hatten vom doch eher schlechten Fussball beschlossen wir, das zweite Spiel nicht mehr zu schauen und zurück in die Stadt zu fahren. An der Schnellstrasse angekommen, dauerte es keine Minute bis eines dieser Maxi-Taxis anhielt und uns schnell und sicher zurück in die Stadt brachte. Schliesslich hatten wir doch einigen Hunger und beschlossen, den Tipps des Nissan-Vertreters vom Nachmittag noch eine Chance zu geben und liefen zur Strasse die er uns empfohlen hatte wo es gute Bars und Restaurants gäbe. Leider schien der Typ doch eher einer gehobenen Mittelschicht anzugehören. Zwar gab es durchaus einige Restaurants, Bars und Klubs, aber die Preise bewegten sich absolut auf CH-Niveau. Nach einigem hin und her, hatte ich eigentlich die Nase ziemlich voll, und so assen wir halt ein Shawarma vom Strassenhändler. Lüku und Hug wollten noch etwas das Nachtleben erkunden, ich aber hatte genug vom rumlatschen und ging zu unserem Hostel zurück. Auf dem Weg zum Hostel kam ich an einem kleinen Getränkeladen vorbei vor dem eine Steel-Band ihre Instrumente halb auf der Strasse halb auf dem Trottoir aufgebaut hatte. Und drumherum ziemlich viele Leute die zur Musik tanzten und sangen. Ein herrlicher Anblick wie viel Lebensfreude diese eher einfachen Leute zeigten und ein angenehmer Kontrast zur Schicki-Micki-Meile die uns der Typ empfohlen hatte.
Am nächsten Tag schliefen wir alle lange aus und konnten dann später tatsächlich in unser dreier Zimmer umziehen. Das Lag im vierstöckigen Gebäude zuoberst, hatte aber dafür noch eine Dachterasse davor, von welcher man bis zum Hafen und dem National- und zum Cricket-Stadion sah. Danach gingen wir etwas essen, schauten uns noch ein wenig in der an Höhepunkten armen Innenstadt um und Hug entschied sich schliesslich noch dafür seine Haare schneiden zu lassen. Also einen Barber-Shop gesucht und nach einigem Fragen auch gefunden. Die Frau die dort beschäftigt war, rief sofort jemanden an und kurze Zeit später erschien ein ergrauter dunkelhäutiger sehr korrekt gekleideter Herr um Hug die Haare zu schneiden. Und offensichtlich war er von der alten Schule. Er nahm es sehr sehr genau und schnippelte jede noch so kleine unregelmässigkeit in seiner Arbeit an Hugs Frisur weg. Schliesslich entschied ich mich, als Hug fertig war, auch dafür kurz hinzuhalten. Keine Angst meine Haare sind noch dran, aber der Bart den ich mir auf der Reise habe wachsen lassen störte mich gewaltig und da ich mich schon immer mal in einem Coiffeur-Salon habe rasieren lassen wollen, tat ich das halt bei dem netten älteren Herrn. Auch bei mir war er allerdings so gründlich wie es nur ging und ich sass bestimmt eine halbe Stunde auf diesem Stuhl. Schon bei Hug hatte er vorher die ganze Zeit immer etwas von "ship" geschwafelt, da er aber einen so fürchterlichen Dialekt sprach verstand selbst ich nur dieses eine Wort. Als er mit meiner Rasur fertig war, sagte er dann den einzigen Satz den ich von ihm Verstand. Er meinte zu mir, ich müsste jetzt wohl schauen dass sie mich zurück aufs Schiff lassen würden und lachte ob seinem Spruch herzhaft. Jetzt endlich begriffen wir. Der gute Herr hatte uns für Matrosen gehalten die gerade Landgang hatten solange unser Schiff im Hafen lag. Nun lachten wir auch, aber natürlich aus anderem Grund als der nette Herr. Wir liessen ihn im seinen Glauben und bezahlten die 75 TT-Dollar die Hugs Haarschnitt und meine Rasur zusammen kosteten (also knapp 14 Franken für beide zusammen) und gaben dem sympathischen Herrn gleich noch ein Trinkgeld mit. Frisch rasiert und frisiert verliessen wir den Laden und gingen zurück ins Hostel. Wir entschieden uns dafür uns am letzten Abend unserer Reise nochmal etwas zu gönnen und gingen zu einem Italiener den wir am Vorabend gefunden hatten, uns aber doch etwas zu teuer war und liessen es uns bei hervorragendem italienischen Essen gutgehen. Da konnte man auch über die CH-Preise hinwegsehen, denn das Essen war wirklich ausgezeichnet. Danach gingen wir zurück zum Hostel um den Abend gemütlich auf unserer Dachterrasse ausklingen zu lassen. Im Hostel trafen wir noch drei Polinnen, die wir schon am Nachmittag kurz kennen gelernt hatten und luden sie ein doch mit uns auf der Dachterasse etwas zu trinken. Die drei kamen kurze Zeit später auch tatsächlich hoch und brachten gleich ihren eigenen Schnaps mit. Die drei hatten auch eine komische Geschichte auf Lager wie sie nach Trinidad gekommen waren. Eigentlich hatten sie einen Flug von Frankfurt nach Mexico gebucht. Doch als sie von Krakau mit dem Bus nach Frankfurt fuhren, hatten sie so viel Verspätung das der Flug weg war. Zu ihrem Glück war der Flug aber eh überbucht und so bot ihnen das Reisebüro über welches sie gebucht hatten an, den Flug kostenlos umzubuchen. Entweder nach Tokyo oder nach Trinidad. Und so landeten sie halt auf der Karibikinsel. Lustige Geschichte wie ich finde. Ich weiss zwar jetzt noch nicht, warum sie sich das Geld vom Reisebüro nicht einfach haben auszahlen lassen und einen anderen Flug nach Mexico gebucht haben, aber ihr Englisch oder mein Zustand (es waren doch schon einige Bierchen geflossen) liessen diese Frage unbeantwortet. Irgendwann verschwanden die drei dann in ihrem Zimmer und wir leerten noch die restlichen Bier und gegen halb vier Uhr morgens gingen wir dann doch ins Bett.
Wir mussten am nächsten Tag erneut ein Taxi nehmen, weil wir in Erfahrung gebracht hatten, dass es zwar andere Möglichkeiten unter anderem mit diesen Maxi-Taxis gäbe, diese aber nur Montag-Freitag an den Flughafen fahren würden, warum auch immer. Leider war unser Flug von Port of Spain nach Caracas genau auf Spielbeginn des WM-Finals gelegt. Wir hofften aber zumindest bei der ersten Fluggesellschaft unser Gepäck durchchecken zu können und so noch etwas Zeit zu haben in Caracas um die zweite Hälfte des Spiels noch zu sehen. Daraus wurde dann aber nichts. Die Fluggesellschaft Aeropostal fertigte ihre Gäste doch tatsächlich manuell ein und hatte gar keinen Zugriff aufs System. Na dann halt nicht. Dumm war nur, dass wir nun wieder das Einreiseprozedere der venezolanischen Behörden über uns ergehen lassen mussten. In Caracas angekommen, schauten wir uns erstmal um und entdeckten Tatsächlich einen Schalter für Transitflüge. Leider war von Iberia dort niemand anwesend und man schickte uns zu den Abfluggates. Die obligate Kontrolle hinter uns gebracht, runter zum Iberia-Gate und dort gefragt ob es eine Möglichkeit gäbe dass Iberia unser Gepäck irgendwie auf den Flug einchecken könnte, oder ob mindestens jemand mitkommen konnte und wir so das Einreisen sparen konnten. Natürlich blauäugig von uns, aber versuchen kann man es ja. Aber da der Iberia-Angestellte sowieso erstmal unser Anliegen nicht verstand und meinte wir hätten unser Gepäck verloren, gaben wir schliesslich auf und gingen halt wieder zurück, wobei uns der Polizist an den Metalldetektoren und Handgepäckkontrolle nun nicht mehr zurücklassen wollte und erst nach Intervention eines privaten Sicherheitsmitarbeitenden der unser Anliegen doch noch verstehen wollte, durchgelassen wurden. Dann begann also die erneute Warterei. Einreisen nur um unser Gepäck zu holen, passiert auch nicht alle Tage. Eine gute Stunde warteten wir in der Schlange und der WM-Final war für uns nur akkustisch warnehmbar, da in der Halle bei den Gepäckbändern das Spiel übertragen wurde und in der Halle mit den Einreisebeamten trotz einigen Bildschirmen nicht....Wir machten noch bekanntschaft mit einer süssen Vorarlbergerin und so ging die Zeit dann doch mal vorüber.
Schliesslich wartete auch schon eine Angestellte von Aeropostal mit unserem Gepäck auf uns. Die nette Dame versuchte auch noch mal uns zumindest die Bezahlung der Ausreisegebühr zu ersparen, was aber natürlich auch nicht klappte. Auf dem Weg zum einchecken sahen wir schliesslich doch noch das entscheidende Tor von Iniesta und hatten so wohl nicht all zu viel von dem Final verpasst :-) Kurz vor dem Check-In Schalter stand wieder mal ein Polizist rum und als er mich anschaute wusste ich bereits was kommen würde....Genau, eine Kontrolle...was will jemand schon der mit einem Rucksack in Richtung der Iberia-Schalter läuft anderes als einchecken und vermutlich das Land verlassen? Eine Schlussfolgerung die aber wohl die Fähigkeiten eines Polizisten übersteigen....Hug und Lüku gingen etwas hinter mir und wurden von "meinem" Polizisten erst nicht belästigt, aber kurz vor den Schaltern sprang plötzlich ein zweiter Polizist herbei und hielt die beiden auf....Die Iberia-Leute am Schalter hatten scheinbar schon auf uns gewartet und die Zeit wurde tatsächlich schon ein wenig knapp. Der Polizist wollte natürlich wieder wissen wohin ich gehe, was ich mit einem knappen "Madrid" beantwortete. Und da fragte mich der Typ tatsächlich ob ich einchecken wolle. Nein, natürlich nicht, ich stehe nur so mit einem Rucksack und meinem Pass kurz vor dem Check-In Schalter und will eigentlich nur nach dem Weg fragen um nach Madrid zu kommen, ich gehe nämlich zu Fuss. Sowas ähnliches hätte ich dem Polizisten am liebsten geantwortet und wenn meine Spanisch-Kenntnisse besser wären, hätte ich es wohl auch getan. Gut das ich nur wenig spanisch kann. Ich bin sicher, der Typ hätte das wenig amüsant gefunden....Nachdem eine Iberia-Angestellte uns zugerufen hatte, ob wir nach Madrid einchecken wollten war wohl auch der Polizist endgültig überzeugt und gab mir meinen Pass doch noch zurück. Na endlich....Schnell eingecheckt, zum Schalter für die Bezahlung der Ausreisegebühr, dort die 160 Bolivar abgedrückt wobei sich Lüku die Gebühr sparte in dem er einfach die alte Quittung hinhielt und damit tatsächlich durchkam. Dann wieder die zweifache Handgepäck und Personenkontrolle, und wieder angestanden um den Ausreisestempel zu kriegen. Auf einmal wurden wir ausgerufen, was wir natürlich sofort ausnützten und uns mit entschuldigenden Worten und zeigen auf die Lautsprecher vordrängelten und so wenigstens diese Hürde schnell von statten ging. Was die am Gate dann genau wollten war uns zwar ein Rätsel einen Grund warum man uns ausgerufen hatte, bestand jedenfalls kein offensichtlicher, auch egal :-) Da wir dank Lükus Coup mit der Ausreisegebühr noch Geld übrig hatten ging er noch in einen Duty free shop und kaufte sich Zigaretten und eine Flasche Rum. Bepackt mit fünf Plastiksäcken, kam Plastiksack-Lüku schliesslich zum Gate :-) Das Boarding begann und plötzlich wieder Stau, bereits im Fingerdock drin. Man gab uns zu verstehen, dass die Frauen links und die Männer rechts hinstehen sollten. Und bald wussten wir auch warum....dreimal dürft ihr raten...Richtig eine Polizeikontrolle. Lüku bekam schon etwas Angst das sein Schwindel mit der Ausreisegebühr aufliegen könnte, aber ausser einer kurzen Leibesvisitation und einem Blick ins Handgepäck passierte nichts. Wozu diese Kontrolle genau diente bleibt wohl ein Rätsel der venezolanischen Polizei. Etwas sinnloseres als an einem Flughafen kurz vor dem Besteigen des Flugzeuges nochmal eine Kontrolle zu machen, nachdem man das Gepäck durch zwei Röntgenanlagen geschickt hat und zwei Metalldetektoren einem überprüft hatten, habe ich also selten gesehen. Was die erhofft hatten zu finden hätte mich aber eigentlich schon brennend interessiert... Der Flug verlief ausser einem Platzwechsel meinerseits, weil ich neben mir in der Reihe drei sich ständig streitende Kinder hatte, ziemlich ereignislos. Ah noch ein Tip, wer Clash of the Titans noch nicht gesehen hat und einmal mit dem Gedanken spielt sich diesen Film anzusehen: Lasst es bleiben, ich habe echt noch selten so einen Müll gesehen. Da ändern auch die hübschen weiblichen Darstellerinnen (vorab Gemma Arterton) rein gar nichts daran. Schlafen konnte ich kaum auf dem rund 9 Stündigen Flug, und als ich endlich mal für etwa fünf Minuten eingeschlafen war, weckt mich doch eine Stewardess weil es Turbulenzen gab und man sich anschnallen sollte und ich es nicht war. Vielen Dank auch. Ziemlich gerädert kamen wir schliesslich in Madrid an, wo man noch rein gar nichts von dem Trubel mitbekam welcher ein paar Stunden später die heimkehrenden Weltmeister verursacht haben müssen.
Es gab drei Stunden Wartezeit zu überbrücken die wir in einem Cafe verbrachten. Der Flug nach Mailand Malpensa bekam ich dann fast komplett nicht mit, weil ich doch noch etwas schlafen konnte. Erwartungsgemäss verpassten wir in Madrid den Bus nach Domodossola mit welchem wir einen Zug erwischt hätten, der uns erlaubt hätte zwei Stunden eher zu Hause zu sein. So fuhren wir halt erstmal mit Hug, der ins Tessin wollte bis nach Busto Arsizio. Leider hat der Ort zwei Haltestellen. Eine für den Malpensa-Express und die andere für die nationalen Züge der FS. Ein Taxi war keines aufzutreiben und ein Bus fuhr erst rund 30 Minuten später....Also auf der Strasse jemanden gefragt, wie man den zu Fuss dahin komme. Er erklärte es uns ziemlich kompliziert und schliesslich fragten wir ihn ob er uns gegen ein kleines Entgeld nicht dorthin fahren könnte, da wir gesehen hatten das er gerader erst aus einem Auto ausgestiegen war. Der nette Herr tat es tatsächlich und so erreichten Lüku und ich gerade noch einen Regio nach Domodossola. Dort mussten wir allerdings dann fast zwei Stunden auf den EC aus Mailand warten. Die Verbindungen von Italien in die Schweiz sind wirklich eine Zumutung und ich frage mich ernsthaft warum das so ist, könnte man mit einem Taktfahrplan doch garantiert den Flugverkehr konkurrenzieren wenn man sieht wie weit die Flughäfen Mailands vom Zentrum weg sind...Wie dem auch sei, wir nutzten dei Wartezeit in dem wir eine unglaublich feine Pizza assen und uns danach noch eine feine Glace gönnten. Und kurze Zeit später (Also rund eine Stunde später als wir in Visp in den Lötschberg-Tunnel einfuhren :-) ) hatte uns die Schweiz wieder.
Merci Mark, Fabio, Lüku, Tüte und Hug, sowie Babsi, Sämi, Simu und Jeanine welche auf dieser Reise für kürzere oder längere Zeit meine "Mitreisenden" waren für die schöne Zeit, hat viel Spass gemacht.
Mit diesem letzten Bericht von unserer Reise, wird der Blog nun seiner eigentlichen Bestimmung zugeführt, aus dem Namen ist es ja eigentlich abzuleiten. Ich werde versuchen über die YB- und St.Pauli-Spiele (und andere Fussballspiele natürlich auch) welche ich Besuche vermehrt Berichte zu schreiben.
Nachdem wir geduscht hatten, fuhren wir zurück in die Stadt und trafen dort die anderen drei wieder. Wir entschieden uns für einen Kinobesuch. Das Kino hatte fünf Sääle und bei fünf Leuten würde es wohl schwierig werden sich einig zu werden, so hielt ich mich etwas zurück und als Sämi und Simu auf Jeanines Vorschlag den Film mit dem (im spanischen) Namen "Plan B" schauen zu gehen, mit Zustimmung antworteten, dachte ich mir, dass wenn die beiden Männer einverstanden sind, der Film so schlecht nicht sein könne und das Genre wohl auch passen würde. Leider dachten das Sämi und Simu auch die beide ohne wirklich zu schauen was für einen Film wir da jetzt schauen gehen würden zugestimmt hatten....Ich erspare euch jetzt eine Zusammenfassung des Films....(nein Jeanine, einen Vergleich zu Star Wars zu ziehen zu dem ich dich mal mitgeschleppt habe zählt nicht, das war dagegen hohe Kinokunst! nämlech! ;-)) aber am ehesten erspare ich es wohl mir :-) Interessant waren die Preise in dem Kino. 2.50 Dollar für den Eintritt lässt sich doch sehen, das Popcorn und das Cola welches wir drinnen kauften, war mit 2.75 Dollar jedenfalls teurer :-) Was wir ebenfalls komplett unterschätzt hatten, obwohl uns Jeanine davor gewarnt hatte: Die Kälte. Schon in Restaurants teilweise grenzwertig wie kalt die Kilmaanlagen eingestellt werden, dieses Kino war echt der negative Höhepunkt. Als der Film endlich fertig war hatte ich kalte Füsse wie hier im Winter nicht und es dauerte selbst in der immer noch sehr warmen Nacht einige Zeit bis ich wieder aufgewärmt war und ich habe ja wirklich eher zu schnell zu heiss...
Nach einem sehr leckeren Nachtessen in einem libanesischen Restaurant, verabschiedete sich Jeanine in Richtung Krankenhaus um Joana abzulösen und wir vier fragten uns zu einem Billiard-Salon durch um den Abend ausklingen zu lassen. Auch der Laden war ein Erlebnis. Halb Billiard-Salon halb Disko, aber alles im selben Raum, witzige Kombination. Die Preise liessen sich auch da sehen 70 cent für ein Bier nenn ich doch mal ein Schnäppchen. Gegen ein Uhr (und eigentlich viel später als geplant) nahm ich mir ein Taxi zum Haus. Mit den anderen hatte ich mich um neun Uhr zum Frühstück verabredet, bevor sie dann weiter nach Costa Rica reisen würden. Meine erste Begegnung mit Joana, der Schwester von Jhon, war dann doch etwas spezielles und eigentlich war es mir gar nicht recht sie um diese Urzeit aus dem Bett zu holen damit sie mir die Türe aufmachen konnte. Und obwohl mein spanisch immer noch spartanisch ist obwohl ich mittlerweile doch schon viel verstand, konnten wir uns sogar noch kurz unterhalten bevor ich todmüde ins Bett fiel. An dieser Stelle ein grosses dankeschön dass ich trotz all dem Stress den die beiden hatten da wohnen konnte, ist nicht selbstverständlich.
Das Bier und der lange vorangegangene Tag, sorgten schliesslich dafür dass ich mich eine geschlagene Stunde verspätet zum Frühstück begab. Jeanine kam direkt aus dem Krankenhaus auch noch dazu. Schliesslich wollten die drei aber doch aufbrechen und nachdem wir uns verabschiedet hatten gingen Jeanine und ich mit dem Bus nach Boquete, einem kleinen touristischen Ort in den Bergen, Nahe einem National-Park in dem auch ein aktiver Vulkan liegt. Das Dörfchen in einem weiten Tal gelegen, erinnert sehr Stark an die Schweiz und ich hab mich nicht mehr wirklich in Zentral-Amerika gefühlt, auch weil die Temperatur dort auf immerhin rund 1500 Meter doch weit angenehmer war als anderswo :-) Die Gegend ist ein beliebter Ausflugsort für Wanderer und Naturliebhaber, beginnt doch am Ende des Ortes ein grösserer Nationalpark und die Berge erheben sich dort auf über 2400 Meter Höhe. Nach einem kleinen Spaziergang und einem sehr guten Espresso (endlich mal guter Kaffee, zu selten erlebt auf dieser Reise) fuhren wir nachdem es heftig zu Regnen begonnen hatte zurück nach David. Während Jeanine wieder ins Krankenhaus ging um Joana abzulösen verbrachte ich den Abend im Haus mit Lesen und Musik hören. Den letzten Tag in Panama verbrachte ich dann halt wieder mit Fussball, WM-Viertelfinals lässt man sich halt auch auf einer solchen Reise nicht entgehen und da Jeanine eh noch einiges zu tun hatte und oft telefonieren musste, war es ihr wohl auch gerade recht so :-)
Schliesslich hiess es abschied nehmen musste ich doch mit dem Bus noch nach Panama City fahren um dann dort den Flieger nach Caracas zu nehmen. Die Busfahrt dauerte 6 Stunden und ging pünktlich um Mitternacht los. Entgegen der ersten Nacht im Bus von Panama City nach Almirantes konnte ich diese Nacht praktisch nicht schlafen. Neben mir ein Mann der sich kaum war er eingeschlafen so breit machte das er weit bis auf meinen Sitz rüber kam, dazu schnarchte er auch noch höllisch laut. Vor mir zwei junge Pärchen die alles andere als daran dachten mal zu schlafen und in einer ziemlich nervigen lautstärke zusammen quasselten. Bin ja eigentlich ein toleranter Mensch, aber wenn man das geschnarche und das gequatsche selbst dann noch hört wenn man seinen Ipod auf vollster Lautstärke laufen lässt, nervt es halt doch irgendwann. Gerädert kam ich schliesslich morgens um 6 Uhr am Bus-Terminal in Panama City an. Kurz was zu trinken geholt und ein Taxi gesucht welches mich nicht abzocken wollte und nach rund 20 Minuten dann auch endlich einen Fahrer gefunden, der mich zu einem "normalen" Preis zum Flughafen brachte. Teilweise schon einfach frech wie versucht wird die Touris abzuzocken. Andererseits muss man auch sagen, es gibt halt wohl auch einfach zu viele dumme Touristen die einfach jeden genannten Preis bezahlen, genau deshalb wird es ja auch versucht. Nach meinen Erfahrungen in Quito war ich schon auf ein weiteres mühsames Check-In-Prozedere gefasst. Doch diesmal verlief alles ohne jegliche Kontrollen, Nachfragen nach weiteren Flügen usw. So konnte ich entspannt ein teures Frühstück geniessen und dazu Argentinien-Deutschland schauen. Überraschend war eine grosse Mehrheit in dem Restaurant für Deutschland, vor allem viele Einheimische. Scheinbar sind die Argentinier in Panama nicht so beliebt....Da Hug und Lüku bekannterweise ja ihre Iphones der kolumbianischen Messerjugend überlassen hatten, war ich froh über ein ungesichtertes WiFi-Netz wenigstens das Facebook-Profil als Kommunikationsweg nutzen zu können. So hatten wir mittels etwas komplizierter kommunikation entschieden, statt noch ins Orinoco-Delta zu fahren am Montag bereits nach Trinidad&Tobago zu reisen. Wir hatten alle die langen Busreisen etwas satt und wollten die letzte Woche unserer Reise chillig ausklingen lassen. Der Flug verlief ruhig und ereignislos, einmal mehr die völlig übertriebenen Einreisezettel Venezuelas ausgefüllt (die dann eh kaum jemand wirklich anschaut und nach dem Stapel beim Beamten wohl im Abfalleimer oder in irgend einer Kartei landen....) Grenzkontrollen sind allgemein etwas worüber ich mich immer wieder aufregen kann. Was geht es einen Grenzbeamten an wohin ich in dem Land gehe und an welcher Adresse ich mich aufhalten werde? Gibt man nämlich warheitsgetreu an es noch nicht zu wissen, wird insistiert und verlangt den Ort anzugeben. Wie soll ich das tun, wenn ich den Ort noch gar nicht kenne? Wenn ich aber "Hilton" oder "Hyatt" schreiben würde und also bewusst Lüge wird das dann nicht hinterfragt....Ich bin auf dieser Reise sowieso zum glühenden Verfechter des freien Personenverkehrs geworden und zwar weltweit. Jeder sollte sich frei bewegen dürfen unabhängig von Staatsgrenzen und Territorien, eigentlich gehört es für mich sogar zum Recht jedes einzelnen Menschen selbst zu entscheiden wohin er gehen will, egal zu welcher Zeit. Als das Prozedere schliesslich mit dem Stempel im Pass doch noch abgeschlossen ist, erwartet mich auch schon die nächste Kontrolle, ein kleiner, wohl kaum weit über 20-jähriger Polizist baut sich so gut es eben mit seiner Grösse geht, vor mir auf und verlangt meinen Pass sowie die Auskunft woher ich komme und wohin ich den in Venezuela wolle. Na toll, vielen Dank auch, ich denke der Junge war von meinem stechenden Blick und meiner erbosten Erwiederung, das hätte ich jetzt vor 30 Sekunden gerade einem Grenzbeamten alles erklärt so überrascht, das er mir den Pass schliesslich wortlos wieder überreichte und von dannen zog. Hätte sicher auch anders ausgehen können, aber ich war echt total sauer in dem Moment. Und meine Müdigkeit nahm auch von Minute zu Minute zu, so dass ich mich entschloss, statt mit dem Bus per Taxi in die Stadt zum vorher mit Hug und Lüku abgemachten Hotel zu fahren. Nach harten Preisverhandlungen liess ich mich schliesslich für immer noch völlig überteuerte 130 Bolivar in die Stadt fahren. Der Taxifahrer fragte zwar immer wieder etwas erstaunt nach, ob ich wirklich in die Sabana Grande wolle, aber alles in allem sonst eine entspannte fahrt. Die Suche nach dem Hotel war dann schon etwas schwieriger. Der Taxifahrer fuhr bestimmt eine halbe Stunde mit mir in dem Viertel rum und liess mich einmal beim nachfragen bestimmt nochmal 10 Minuten allein im Taxi und dies trotz einer genauen Adressangabe meinerseits. Schliesslich aber hatte er es doch ausfindig gemacht und ich erkannte warum der Fahrer die Strasse wohl nicht kannte. Sie war nämlich Autofrei was in Venezuela wohl so viel bedeutet wie "dann gibt es diese Strasse nicht" ;-) Rasch eingecheckt und ins Zimmer gegangen. Da noch etwas Zeit blieb bis Lüku und Hug ankommen würden, legte ich mich nach der anstrengenden und weitestgehend schlaflosen Reise hin. Und erwachte erst wieder als die beiden an die Zimmertüre klopften. Nach einem guten Essen gingen wir einem Ausgangstip nach. Gleich eine Strasse neben unserem Hotel sollte es einen Rock-Schuppen namens "moulin rouge" geben. Den auch schnell gefunden und auch die 20 Bolivar Eintritt schreckten uns erstmal nicht ab, weil von drinnen doch gute Musik auf die Strasse dröhnte. Drinnen waren wir dann schon nicht mehr so begeistert. Nicht wegen dem Musikstil, war ja nicht anders geworden plötzlich. Nein wegen der Lautstärke. Eine Unterhaltung zu führen und das noch zu dritt, war schlicht unmöglich. Und ein Bier kostete auch satte 20 Bolivar. so verliessen wir das Lokal nach zwei Bier relativ schnell wieder. Allgemein war die Lautstärke in fast allen Ländern die wir bereist hatten in den Bars völlig übertrieben. Ich mag ja laute Musik, aber so dass man sich mit etwas lauterer Stimme doch noch über einen Tisch hinweg unterhalten kann, sonst sehe ich irgendwie den Sinn nicht ganz in ein solches Lokal zu gehen....Am nächsten Tag kehrten wir Caracas schliesslich endgültig (das wussten wir zwar zu diesem Zeitpunkt noch nicht, da wir zu dieser Zeit eigentlich noch einen Tag zwischen unserer Ankunft aus Trinidad und unserer Heimreise nach Europa hatten.) Alles in allem die Stadt die mir am wenigsten Gefallen hat. Ich habe mich nirgends sonst so unsicher und unwohl gefühlt wie in diesem Moloch. Freunde werden wir wohl nicht mehr ;-) Jedenfalls fuhren wir mit dem Bus zum Flughafen um unseren Flug nach Port of Spain für den nächsten Tag zu buchen. Leider waren die Damen am Schalter der einzigen Fluggesellschaft die Port of Spain von Caracas aus anfliegt (Aeropostal) nicht wirklich in der Lage uns den Flug zu buchen und sie erklärten uns wir müssten dies entweder telefonisch oder halt direkt am nächsten Tag am Check-In-Schalter machen. Nun gut. Wir fuhren schliesslich mit einem Taxi (auch wieder nach längerer Suche und harten Verhandlungen) nach Macuto. der Küstenort liegt vielleicht 15 Minuten vom Flughafen entfernt und da wir Caracas gesehen hatten, war der kleine Ort am Meer eine gute Alternative für uns. Schnell das vorher ausgesuchte Hotel gefunden und auch ein zwar kleines aber sauberes und vor allem sehr günstiges Zimmer bekommen. Da es aber noch nicht bereit war, entschieden wir uns erstmal die Badehose auszupacken und kurz an den Strand zu gehen. Was wir aber nicht wussten: Am nächsten Tag war irgend ein Feiertag und sowas nützen die Venezolaner natürlich für einen Kurzurlaub am Meer aus. Die kleine Strandpromenande, der Strand selbst, ja selbst das Meer war völlig überfüllt. Und wir mittendrin in dem Chaos als fast einzige Touristen. Unglaublich wie viele Menschen dort unterwegs waren und am Strand lagen und vor allem eins taten: Saufen. Teilweise hatten sie auch einfach ihr Zelt am Strand aufgebaut und die wenigen Hotels die es in dem Ort gab hatten alle Schilder mit "no hay habitaciones" rausgehängt. (Auch unser Hotel hängte ein solches Schild gleich nach dem wir unser Zimmer bezogen hatten an die Tür, wir hatten also ziemliches Glück) Das mit dem kurzen Bad im Meer liessen wir dann doch bleiben, hätten wir uns doch erst durch hunderte von Leuten überhaupt ins Meer kämpfen müssen. Auch als es schon längst dunkel war, badeten noch immer viele Leute im Meer und der Strand war immer noch ziemlich voll mit saufenden Leuten. Ein herrlich schräges Bild das wir da zu Gesicht bekamen. Nach einem wenig überzeugenden Nachtessen besorgten wir uns noch etwas Bier und hockten uns am Strand auf einen Stein und schauten dem Treiben dort noch etwas zu. Die nette Hotelbesitzerin hatte für uns sogar noch bei der Aeropostal angerufen und uns den Flug reserviert den wir am nächsten Tag direkt am Check-In Schalter bezahlen konnten. Das Prozedere sollte es aber in sich haben. Nachdem wir von einem Hotelmitarbeiter netterweise am Morgen an den Flughafen gefahren worden waren (allerdings für noch mehr als uns der Taxifahrer am Vortag abgeknöpft hatte....) begann die Suche nach einem funktionierenden Bankomaten. Fündig wurden wir schliesslich nach rund einer Stunde. Wobei man in Venezuela aus Sicherheitsgründen nur 300 Bolivar aufs mal abheben konnte. Da ich noch Dollar aus Panama dabei hatte und die zum Schwarzmarkt-Preis tauschen konnte brauchte ich nicht so viel, aber Hug musste vier mal hintereinander abheben bis er den nötigen Betrag beisammen hatte, da seine Kreditkarte bei der Aeropostal einfach nicht funktionieren wollte. Natürlich kamen wir auch diesmal nicht an der obligaten Polizeikontrolle vorbei, wobei ich mich schon ein wenig frage was solche Kontrollen und vor allem Fragen (wohin gehen sie) wen man an einem Flughafen mit einem Rucksack am Buckel Richtung Check-In-Schalter geht, eigentlich genau sollen. Schliesslich hatten wir aber unsere Flugtickets in den Händen, das Gepäck war nach einer langen Warteizeit auch eingecheckt. Nach der Landung in Port of Spain, gingen wir gleich zum Schalter der Carribean Airlines die Shuttle-Flüge nach Crown Point auf Tobago anbieten und buchten für umgerechnet 60 US-Dollar einen Retour-Flug nach Crown Point. Der Flug dauerte nur rund 15 Minuten. Wir hatten uns vorher in der Touristen-Information im Flughafen in Port of Spain etwas schlau gemacht und uns wurden die Strände in Store Bay, gleich neben dem Flughafen empfohlen und die Hotels usw. seien vom Flughafen zu Fuss erreichbar. Tatsächlich war das auch so. Ohne wirklich Ahnung zu haben wohin wir gehen sollten, gingen wir einfach mal Richtung Strand, dort müsste es ja auch genügend Hotels geben. Das Staatsgebiet von Trinidad and Tobago ist anhand des Namens eigentlich erklärt. Es beinhaltet in der Tat nur die beiden Inseln welche wie viele Länder in dieser Region eine bewegte Vergangenheit haben. Auf den beiden Inseln leben rund 1,3 Millionen Menschen. Zuerst besetzten die Spanier die Insel und machten sie zu einem wichtigen Umschlagszentrum des Sklavenhandels, was sich heute noch in der Bevölkerungsstruktur sehr gut ablesen lässt. Rund die Hälfte der Einwohner sind Nachkommen afrikanischer Sklaven, was man noch heute oft an den Nachnamen erkennen kann, da die ersten befreiten Sklaven oft die Vornamen ihrer früheren Besitzer als Nachname bekamen. Rund 40 Prozent der Einwohner stammen aus dem asiatischen Raum insbesondere aus Indien. Neben Fussball ist vor allem Cricket sehr verbreitet. 1797 eroberten die Briten die Insel Trinidad. Um Tobago wurde sogar noch heftiger gestritten. Holländer, Portugiesen, Franzosen, Spanier und Briten wechselten sich in der Besatzung der Insel ab. Erst 1958 entliessen die Briten die beiden Inseln in die Unabhängigkeit, wobei sie sich der allerdings nur kurzlebigen westindischen Föderation anschlossen. Die Briten hatten diesen Staat konstruiert um allen ehemaligen Kolonien in der Region gleichzeitig die Unabhängigkeit zu garantieren. Weitere Bundesstaaten dieser Föderation waren Beispielsweise Jamaica oder Barbados. Bereits 1962 zerfiel die Föderation aber wieder und Trinidad and Tobago wurde zu einem eigenen Staat.
Am Strand angekommen, sprach uns gleich jemand an, ob wir ein Hotel suchen würden. Wir bejaten und der Typ stellte sich als Guide eines Reisebüros heraus, welches Touren per Boot und Bus auf Tobago anbietet. Er könne uns ein Guesthouse empfehlen für 400 TT-Dollar die Nacht (Rund 80 Franken) Wir sagten ihm ob wir es erst einfach anschauen könnten. Er bejahte und brachte uns in seinem Auto zum nicht weit vom Strand weg liegenden Haus. Das Zimmer stellte sich quasi als Appartment heraus mit einem grossen Wohnbereich und eine Küche die wir auch benützen konnten, sowie einem grossen Balkon. Es sei im zweiten Zimmer noch jemand untergebracht (Zu gesicht bekamen wir aber nie jemanden, es war also praktisch unsere Wohnung) aber sonst könnten wir das Appartment ganz für uns nützen. Wir sagten also zu, ohne wirklich zu wissen ob das jetzt überteuert war oder nicht, da wir nicht wirklich eine Ahnung vom Preisniveau hatten. Es stellte sich aber heraus das der Preis absolut ok war. Den einzigen Haken entdeckten wir schliesslich am Abend. Das Appartment hatte keine Moskitonetze vor den Fenstern und innerhalb von Minuten schwirrten dutzende Mücken durch die Räume. Also schnell in den nahen Mini-Mart und Mückenspray gekauft und kurze Zeit später war das Problem dann doch erledigt. Der kleine Ort Store Bay machte einen etwas verschlafenen Eindruck, es waren nicht viele Touristen da und auch sonst konnte man nicht gerade von pulsierendem Leben sprechen. Aber die Leute waren überall sehr freundlich, überaus hilfsbereit und selbst die vielen Tourguides die ihre Touren am Strand anboten oder ihre Jet-Skis vermieten wollten, liessen einem nach einem Nein auch wirklich in Ruhe und wünschten noch einen schönen Tag. Alles in allem eine unglaublich friedliche, ruhige und schlicht chillige Stimmung. Es gab einige kleine und gute Restaurants die allerdings preislich doch nicht gerade günstig waren. Aber das teuerste war vielleicht auf CH-Niveau, höchstens. Der Strand der 2 Minuten von unserem Guesthouse entfernt lag war ein zwar kleiner, aber mit herrlichem Sand und türkisblauem Wasser. Einfach herrlich. Wir hatten uns bei "unserem Guide" nach dem Nachtleben erkundigt, er meinte Store Bay sei der beste Ort auf der Insel für Party und es habe gleich hinter unserem Guesthouse auch die beste Bar. Es wurde zwar rasch deutlich, dass er halt "seinen Ort" so loben musste, denn wirklich viel los war am Abend in dem beschaulichen Ort nicht wirklich. Aber die empfohlene Bar war sehr nett, es hatte oft viele Einheimische da und konnte sich dort gut an den unglaublich schwierig zu verstehenden Englisch-Dialekt der Menschen auf diesem Zwei-Insel-Staat gewöhnen. Vermutlich hatten wir aber auch noch mehr Probleme mit dem Englisch, weil wir davor halt doch sieben Wochen fast ausschliesslich spanisch gehört hatten und unser Gehör quasi daran gewöhnt war. Nichtsdestotrotz amüsierten wir uns prächtig, das lokale Bier (Stag) schmeckte auch sehr ansprechend und so wurde es doch eine einigermassen langen Nacht, wobei ich sogar Lüku noch dazu brachte Vodka zu trinken, weil ich ihn mit einer Diskussion über YB und insbesondere den verlorenen Cupfinal und Carlos Varela gerade wieder hässig gemacht hatte über all das verpasste von YB in den letzten Jahren. Mir sollte es recht sein, denn zu seinen zwei Gläsern Vodka spendierte er auch mir noch zwei Gläser. :-) Den nächsten Tag verbrachten wir mit langem schlafen, ausnüchtern am Strand und Essen, sowie Fussball schauen. Wollten wir jedenfalls. Leider gab unser Fernseher den Kanal auf dem das Spiel übertragen wurde nicht her und so gingen wir halt in die Bar wo wir dank dem Vorabend bereits herzlich begrüsst wurden :-) Nach dem Spiel chillten wir wieder am Strand. Und so ging das eigentlich die ganzen Tage, wobei wir immer wieder nette Einheimische kennen lernten und entspannt unsere letzen Tage der Reise verbringen konnten. Den Nachmittag nach der für unseren Lukas äusserst enttäuschenden Niederlage Deutschlands gegen Spanien hatten wir schliesslich noch dazu auserkoren in die grösste "Stadt" auf der Insel Tobago zu fahren. Scarborough lag rund 20 Minuten von Store Bay weg und war per Bus erreichbar. Also gingen wir zur Bushaltestelle wo zu jeder Stunde eigentlich ein Bus abfahren sollte. Nach 20 Minuten vergeblichen Wartens und wir waren zu unserer Beruhigung nicht die einzigen, auch zwei Einheimische warteten da auf den Bus, hielt plötzlich ein Wagen an und fragte uns wo wir hinwollten. Als wir mit Scarborough scheinbar die richtige Antwort gegeben hatten, deutete der Fahrer uns einzusteigen. So fanden wir heraus, dass es neben Bussen und überteuerten offiziellen Taxis auch inoffizielle Taxis gibt. Dies sind meist einfach Privatpersonen die dich dann gegen ein kleines Entgeld (6 TT-Dollar, also rund 1,20 CHF) mitnehmen, sofern sie auch da hin fahren wo du hinwillst. Die Stadt (oder besser der Ort) Scarborough war dann nicht wirklich mit Highlights versehen, der Ort hatte weder ein wirkliches Zentrum noch irgendwelche Sehenswürdigkeiten, ausser vielleicht der grossen Fähre die im Hafen vor Anker lag. Ein Highlight gab es aber doch noch. Wir fanden eine kleine Gelateria die von einer Deutschen geführt wurde und wirklich sehr sehr leckere hausgemachte Glace anbot. Da wir den Bus gerade verpasst hatten, fragten wir einen Taxifahrer was er verlange und tatsächlich 90 TT-Dollar war uns doch zu viel, wenn man für 6 oder gar 4 (Bus) zurück kommt. So warteten wir halt an einer Bar am Hafen auf den nächsten Bus, nach dem unser Versuch mit jemandem mitzufahren leider nicht von Erfolg gekrönt war.
Nach herrlichen Shrimp-Linguini (Ich merke gerade dass ich doch immerhin ein paar Mal sehr gute Pasta hatte auf dieser Reise) im kleinen Restaurant unserer Vermieterin Carrie, liessen wir den Abend bei kühlen Stag-Bierchen auf dem Balkon ausklingen. Zuvor hatten wir noch der Iberia angerufen und tatsächlich beim zweiten Versuch auch jemanden erreicht. Wir hatten nämlich festgestellt, dass bei unserem Flug der am 12.Juli gebucht war, die Zeit so geändert hatte, das wir in Madrid nur noch fünf Minuten zum umsteigen auf unseren Flug nach Mailand gehabt hätten, was logischerweise nicht wirklich reichte. Da wir auch kaum Bock hatten noch einen weiteren Tag in Caracas zu verbringen, da wir diese Stadt wirklich gesehen hatten, logen wir etwas dreist, wir müssten unbedingt spätestens mit dem von uns gebuchten Flug in Mailand ankommen und ob wir nicht vielleicht den Flug einen Tag vorbuchen könnten. Und siehe da, kurze Zeit später hatten wir unseren Flug kostenfrei (Mark wird sich jetzt wohl ärgern ;-) ) umgebucht und wir kamen drum rum noch mal nach Marcuto oder gar Caracas zu fahren und konnten so sogar noch etwas Geld sparen. In der Nacht hatte es begonnen stark zu regnen und leider war das schlechte Wetter auch fast den ganzen Tag über nicht zu ignorieren. Schliesslich hellte es aber doch noch auf und wir beschlossen zum rund 20 Gehminuten entfernten Pigeon Point-Strand zu gehen. Der Strand wurde zu einem Heritage erklärt und man bezahlte 18 TT-Dollar eintritt, die es allerdings durchaus wert waren. Ein schöner Strand erwartete uns, einziger Wehmutstropfen waren die Algen die etwas störend am Grund herumtrieben. Sonst aber wirklich ein schöner Flecken mit einer Strandbar und der Möglichkeit Jet-Skis zu mieten. Da Lukas und Hug den Vermieter bereits kannten, weil sie vorher am anderen Strand schon mal gefahren waren, wurden wir von ihm natürlich schon von weitem begrüsst und gefragt ob wir wieder mal fahren wollten. Schliesslich entschieden wir alle uns dafür und nach kurzer Wartezeit weil noch ein dritter funktionierender Jetski geholt werden musste gings los. Und ich muss sagen es hat auch mir wirklich sehr viel Spass gemacht, mit dem Ding übers Wasser zu rasen, auch wenn es eigentlich nicht meinen Überzeugungen entspricht :-) Das Wetter wurde immer besser und bescherte uns schliesslich noch einen unglaublich schönen Sonnenuntergang am Strand, ehe wir im Dunkeln den Weg zurück nach Store Bay antraten und sogar das Glück hatten dass uns schliesslich jemand auf der Ladefläche seines Pick-up-Trucks mitnahm. Am nächsten Morgen hiess es bereits wieder Abschied nehmen von Tobago, wartete am Nachmittag in Port of Spain doch noch ein Fussballspiel auf uns. Klar dass wir einen so exotischen Länderpunkt nicht einfach sausen lassen konnten. Nach der Ankunft am Flughafen von Port of Spain erkundigten wir uns nach einer Busverbindung in die Stadt. In der kleinen Touristen-Info erhielten wir aber nur die Auskunft dass der nächste Bus erst um 16.00 Uhr, also in rund 6 Stunden fahren würde...So mussten wir uns halt ein völlig übertreuertes Taxi leisten. 190 TT-Dollar, also umgerechnet fast 40 Franken war doch etwas gar viel, wenn man die Preise für Busse usw. vergleicht. Wenigstens hatte unser Fahrer noch einen Tip für ein Hostel und so mussten wir uns wenigstens darum nicht mehr gross kümmern. Beim Hostel Calypso angekommen, fragten wir uns aber zuerst doch ein wenig in was für einer Gegend wir da wohl gelandet waren. Das Hostel liess sich nur durch ein immer abgeschlossenes Tor betreten, wobei man immer klingeln musste wenn man rein wollte. Die Mauern rund um das Haus waren komplett mit Stacheldraht versehen und selbst im Hostel drin um zu den Zimmern zu gelangen, war nochmal eine abgesperrte Tür die nur durch die Reception per Knopfdruck geöffnet werden konnte. die Reception befand sich hinter verspiegelten Scheiben und man konnte nur durch eine kleine Luke auf einem Plastikstuhl sitzend mit der Angestellten in dem Kabuff reden. Ein wenig kamen wir uns vor wie in einem Gefängnis. Es stellte sich aber später heraus das die Gegend wohl gar nicht so übel war und der Sicherheitsfimmel wohl einfach der allgemeinen britischen Paranoia geschuldet war. Nach einigem hin und her und interessanterweise immer höheren Preisen (Der Taxifahrer hatte uns noch ein Zimmer für drei Personen für 210 TT-Dollar versprochen) hatten wir schliesslich doch noch zwei Zimmer bekommen, mit der Versprechung die zweite Nacht in ein dreier Zimmer wechseln zu können. Gezahlt haben wir aber schliesslich über 500 TT-Dollar für beide Zimmer :-) Kurz nachdem wir eingecheckt hatten, begann es wie aus kübeln zu giessen, was sowieso eine besonderheit auf diesen Inseln war. Immer wenn es zu regnen begann, war es als hätte jemand eine riesige Dusche urplötzlich angestellt. Es gab keine Tropfen vorher, es machte einfach wasch und es regnete wie aus Kübeln. Nach rund 2 Stunden hatte sich das Wetter wieder beruhigt und wir beschlossen noch etwas in die Stadt zu gehen bevor wir dann Richtung Nationalstadion gehen wollten wo das von uns auserkorene Spiel stattfinden sollte. Wir gingen also los Richtung Zentrum. An einer Kreuzung vor einem Nissan-Autohaus (Auffallend wie die dort praktisch nur asiatische Autos fahren) nahmen wir kurz unser Strassenkarte hervor und kurz darauf sprach uns ein Typ an der in Krawatte und Hemd vor dem Autohaus stand und rauchte. Wir sähen etwas verloren aus und was wir denn hier genau wollten. Wir erklärten ihm, dass uns der Taxifahrer eine gewisse Strasse empfohlen hatte wo es viele Bars gebe, irgendwo im Zentrum der Stadt. Der Mann schaute uns schief an und meinte dann lakonisch, das dort gar nichts sei und wir höchstens ins Zentrum gehen sollten, wenn wir ausgeraubt werden wollten, dort sei alles nur "crab". Er zeichnete uns einige aus seiner Sicht gute Bars ein und warnte uns nochmals vor dem Zentrum der Stadt. Nun gut, zwar hatten wir ja schon beim Hostel bekanntschaft gemacht mit der Paranoia die offensichtlich in dieser Stadt herrschte, da es aber eh bald Zeit wurde zum Stadion zu gehen, liessen wir das Zentrum erstmal sein und wollten in einem Bogen zum Stadion gehen. An einer Tankstelle holte ich mir etwas zu trinken und Lüku schaute zufällig in eine Tageszeitung die dort in einem Ständer zum Verkauf lag. Und kriegte einen ziemlichen Schreck. Der komplette Spieltag der TT-Pro League (so heisst die oberste Liga dort) war in einem Werbe-Event für die FIFA Frauen U-irgendwas WM eingebunden und alle Spiele sollten im Marvin Lee-Stadium im in der Nähe des Flughafen liegenden Städtchen Macoya ausgetragen werden. Na toll. Schnell nach dem Busbahnhof gefragt, der natürlich mitten im vorher von unserem Autohändler als "crab" bezeichneten Zentrum lag. So konnten wir uns wenigstens gerade über den Wahrheitsgehalt seiner Aussagen informieren. Und es war, wie war es anders zu erwarten überhaupt nicht schlimm. Vielleicht hätte man die Gegend in der Nacht wohl eher gemieden, da einzelne Strassen wohl doch ziemlich ausgestorben sein könnten wenn alle Geschäfte geschlossen hatten, aber alles in allem buchten wir seine Aussagen bereits wieder der scheinbar landestypischen Paranoia zu :-) Nach rund 15 Minuten den Busbahnhof gefunden. Nun galt es den richtigen Bus zu erwischen. Das wiederum stellte sich als echte Herausforderung dar. Jeder den wir fragten, vom Beamten am Info-Schalter über Bedienstete an den Bushaltestellen sagte uns was anderes über Haltestelle und Zeit des Busses. Schliesslich entdeckten wir noch einen Teil des Busbahnhofs an dem sogenannte Maxi-Taxis abfuhren. Kleinbusse mit zwischen 14-30 Plätzen die sogar noch günstiger waren als die normalen Busse und erst noch häufiger fuhren. So ging es nicht lange und wir sassen tatsächlich einem dieser Maxi-Taxi in Richtung Macoya. Zwar hatte uns der Fahrer versprochen uns zu sagen wann wir aussteigen müssten, als wir aber zum Glück das Stadion von der Strasse aus sahen merkten wir recht schnell dass er es längstens vergessen gehabt hätte. So hatten wir den Spielort also tatsächlich gefunden und wir gingen zum Stadion und kauften uns für 30 TT-Dollar pro Person Tribünentickets. Diese hätten für zwei Spiele gegolten. Um sechs Uhr spielte Joe Public FC gegen Police FC (Tatsächlich der ehemalige Klub der Polizei), danach um 20.30 Uhr spielte Defense Force (ehemals der Armeeklub) gegen San Juan Jabloteh.
Joe Public FC - Police FC
Trinidad and Tobago Pro League, Marvin Lee-Stadium, Macoya, Trinidad, ca. 300 Zuschauer.
Wir waren rund 40 Minuten vor Spielbeginn da und waren ausser einigen Offiziellen noch parktisch die einzigen Zuschauer. Das Stadion hatte nur auf zwei Seiten Tribünen, eine Haupttribüne und eine Hintertortribüne hinter dem von der Haupttribüne aus gesehen, linken Tor. Wir testeten erstmal das Stadioncatering, welches aus zwei Verkaufständen bestand. An einem gab es warme Suppen (bei der Hitze...) sowie gekochte Maiskolben (schmeckte nicht schlecht.) Am anderen gab es Hot-Dogs. Die waren m.E scheusslich, aber für umgerechnet 1.20 CHF kann man wohl auch nicht mehr erwarten. Hug fand die aber toll und ass gleich zwei davon :-) ) Kurz vor Spielbeginn waren immer noch nicht gerade viele Zuschauer im Stadion, aber zu Spielmitte befanden sich dann wohl rund 300 Zuschauer im Stadion. Das Spiel pendelte sich auf ziemlich schwachem Niveau ein, ich denke ein CH-Mittelfeld-Klub aus der NLB hätte gegen beide Teams keine grossen Probleme gehabt. Joe Public übernahm von Beginn weg das Spieldiktat und musste sich in der Halbzeit einzig die Frage stellen lassen, weshalb sie nicht höher als 2:0 führten. In der zweiten Halbzeit hatten sich die Bullen dann etwas gefangen und ihnen gelang mittels Penalty der Anschlusstreffer. Wirklich spannend wurde es danach aber nicht, obwohl das Spiel jetzt etwas ausgeglichener war als in der ersten Halbzeit. Kurz vor Schluss vergab Police FC noch eine riesige Ausgleichschance und so blieb es beim letztlich knappen 2-1 für Joe Public.
Da wir genug hatten vom doch eher schlechten Fussball beschlossen wir, das zweite Spiel nicht mehr zu schauen und zurück in die Stadt zu fahren. An der Schnellstrasse angekommen, dauerte es keine Minute bis eines dieser Maxi-Taxis anhielt und uns schnell und sicher zurück in die Stadt brachte. Schliesslich hatten wir doch einigen Hunger und beschlossen, den Tipps des Nissan-Vertreters vom Nachmittag noch eine Chance zu geben und liefen zur Strasse die er uns empfohlen hatte wo es gute Bars und Restaurants gäbe. Leider schien der Typ doch eher einer gehobenen Mittelschicht anzugehören. Zwar gab es durchaus einige Restaurants, Bars und Klubs, aber die Preise bewegten sich absolut auf CH-Niveau. Nach einigem hin und her, hatte ich eigentlich die Nase ziemlich voll, und so assen wir halt ein Shawarma vom Strassenhändler. Lüku und Hug wollten noch etwas das Nachtleben erkunden, ich aber hatte genug vom rumlatschen und ging zu unserem Hostel zurück. Auf dem Weg zum Hostel kam ich an einem kleinen Getränkeladen vorbei vor dem eine Steel-Band ihre Instrumente halb auf der Strasse halb auf dem Trottoir aufgebaut hatte. Und drumherum ziemlich viele Leute die zur Musik tanzten und sangen. Ein herrlicher Anblick wie viel Lebensfreude diese eher einfachen Leute zeigten und ein angenehmer Kontrast zur Schicki-Micki-Meile die uns der Typ empfohlen hatte.
Am nächsten Tag schliefen wir alle lange aus und konnten dann später tatsächlich in unser dreier Zimmer umziehen. Das Lag im vierstöckigen Gebäude zuoberst, hatte aber dafür noch eine Dachterasse davor, von welcher man bis zum Hafen und dem National- und zum Cricket-Stadion sah. Danach gingen wir etwas essen, schauten uns noch ein wenig in der an Höhepunkten armen Innenstadt um und Hug entschied sich schliesslich noch dafür seine Haare schneiden zu lassen. Also einen Barber-Shop gesucht und nach einigem Fragen auch gefunden. Die Frau die dort beschäftigt war, rief sofort jemanden an und kurze Zeit später erschien ein ergrauter dunkelhäutiger sehr korrekt gekleideter Herr um Hug die Haare zu schneiden. Und offensichtlich war er von der alten Schule. Er nahm es sehr sehr genau und schnippelte jede noch so kleine unregelmässigkeit in seiner Arbeit an Hugs Frisur weg. Schliesslich entschied ich mich, als Hug fertig war, auch dafür kurz hinzuhalten. Keine Angst meine Haare sind noch dran, aber der Bart den ich mir auf der Reise habe wachsen lassen störte mich gewaltig und da ich mich schon immer mal in einem Coiffeur-Salon habe rasieren lassen wollen, tat ich das halt bei dem netten älteren Herrn. Auch bei mir war er allerdings so gründlich wie es nur ging und ich sass bestimmt eine halbe Stunde auf diesem Stuhl. Schon bei Hug hatte er vorher die ganze Zeit immer etwas von "ship" geschwafelt, da er aber einen so fürchterlichen Dialekt sprach verstand selbst ich nur dieses eine Wort. Als er mit meiner Rasur fertig war, sagte er dann den einzigen Satz den ich von ihm Verstand. Er meinte zu mir, ich müsste jetzt wohl schauen dass sie mich zurück aufs Schiff lassen würden und lachte ob seinem Spruch herzhaft. Jetzt endlich begriffen wir. Der gute Herr hatte uns für Matrosen gehalten die gerade Landgang hatten solange unser Schiff im Hafen lag. Nun lachten wir auch, aber natürlich aus anderem Grund als der nette Herr. Wir liessen ihn im seinen Glauben und bezahlten die 75 TT-Dollar die Hugs Haarschnitt und meine Rasur zusammen kosteten (also knapp 14 Franken für beide zusammen) und gaben dem sympathischen Herrn gleich noch ein Trinkgeld mit. Frisch rasiert und frisiert verliessen wir den Laden und gingen zurück ins Hostel. Wir entschieden uns dafür uns am letzten Abend unserer Reise nochmal etwas zu gönnen und gingen zu einem Italiener den wir am Vorabend gefunden hatten, uns aber doch etwas zu teuer war und liessen es uns bei hervorragendem italienischen Essen gutgehen. Da konnte man auch über die CH-Preise hinwegsehen, denn das Essen war wirklich ausgezeichnet. Danach gingen wir zurück zum Hostel um den Abend gemütlich auf unserer Dachterrasse ausklingen zu lassen. Im Hostel trafen wir noch drei Polinnen, die wir schon am Nachmittag kurz kennen gelernt hatten und luden sie ein doch mit uns auf der Dachterasse etwas zu trinken. Die drei kamen kurze Zeit später auch tatsächlich hoch und brachten gleich ihren eigenen Schnaps mit. Die drei hatten auch eine komische Geschichte auf Lager wie sie nach Trinidad gekommen waren. Eigentlich hatten sie einen Flug von Frankfurt nach Mexico gebucht. Doch als sie von Krakau mit dem Bus nach Frankfurt fuhren, hatten sie so viel Verspätung das der Flug weg war. Zu ihrem Glück war der Flug aber eh überbucht und so bot ihnen das Reisebüro über welches sie gebucht hatten an, den Flug kostenlos umzubuchen. Entweder nach Tokyo oder nach Trinidad. Und so landeten sie halt auf der Karibikinsel. Lustige Geschichte wie ich finde. Ich weiss zwar jetzt noch nicht, warum sie sich das Geld vom Reisebüro nicht einfach haben auszahlen lassen und einen anderen Flug nach Mexico gebucht haben, aber ihr Englisch oder mein Zustand (es waren doch schon einige Bierchen geflossen) liessen diese Frage unbeantwortet. Irgendwann verschwanden die drei dann in ihrem Zimmer und wir leerten noch die restlichen Bier und gegen halb vier Uhr morgens gingen wir dann doch ins Bett.
Wir mussten am nächsten Tag erneut ein Taxi nehmen, weil wir in Erfahrung gebracht hatten, dass es zwar andere Möglichkeiten unter anderem mit diesen Maxi-Taxis gäbe, diese aber nur Montag-Freitag an den Flughafen fahren würden, warum auch immer. Leider war unser Flug von Port of Spain nach Caracas genau auf Spielbeginn des WM-Finals gelegt. Wir hofften aber zumindest bei der ersten Fluggesellschaft unser Gepäck durchchecken zu können und so noch etwas Zeit zu haben in Caracas um die zweite Hälfte des Spiels noch zu sehen. Daraus wurde dann aber nichts. Die Fluggesellschaft Aeropostal fertigte ihre Gäste doch tatsächlich manuell ein und hatte gar keinen Zugriff aufs System. Na dann halt nicht. Dumm war nur, dass wir nun wieder das Einreiseprozedere der venezolanischen Behörden über uns ergehen lassen mussten. In Caracas angekommen, schauten wir uns erstmal um und entdeckten Tatsächlich einen Schalter für Transitflüge. Leider war von Iberia dort niemand anwesend und man schickte uns zu den Abfluggates. Die obligate Kontrolle hinter uns gebracht, runter zum Iberia-Gate und dort gefragt ob es eine Möglichkeit gäbe dass Iberia unser Gepäck irgendwie auf den Flug einchecken könnte, oder ob mindestens jemand mitkommen konnte und wir so das Einreisen sparen konnten. Natürlich blauäugig von uns, aber versuchen kann man es ja. Aber da der Iberia-Angestellte sowieso erstmal unser Anliegen nicht verstand und meinte wir hätten unser Gepäck verloren, gaben wir schliesslich auf und gingen halt wieder zurück, wobei uns der Polizist an den Metalldetektoren und Handgepäckkontrolle nun nicht mehr zurücklassen wollte und erst nach Intervention eines privaten Sicherheitsmitarbeitenden der unser Anliegen doch noch verstehen wollte, durchgelassen wurden. Dann begann also die erneute Warterei. Einreisen nur um unser Gepäck zu holen, passiert auch nicht alle Tage. Eine gute Stunde warteten wir in der Schlange und der WM-Final war für uns nur akkustisch warnehmbar, da in der Halle bei den Gepäckbändern das Spiel übertragen wurde und in der Halle mit den Einreisebeamten trotz einigen Bildschirmen nicht....Wir machten noch bekanntschaft mit einer süssen Vorarlbergerin und so ging die Zeit dann doch mal vorüber.
Schliesslich wartete auch schon eine Angestellte von Aeropostal mit unserem Gepäck auf uns. Die nette Dame versuchte auch noch mal uns zumindest die Bezahlung der Ausreisegebühr zu ersparen, was aber natürlich auch nicht klappte. Auf dem Weg zum einchecken sahen wir schliesslich doch noch das entscheidende Tor von Iniesta und hatten so wohl nicht all zu viel von dem Final verpasst :-) Kurz vor dem Check-In Schalter stand wieder mal ein Polizist rum und als er mich anschaute wusste ich bereits was kommen würde....Genau, eine Kontrolle...was will jemand schon der mit einem Rucksack in Richtung der Iberia-Schalter läuft anderes als einchecken und vermutlich das Land verlassen? Eine Schlussfolgerung die aber wohl die Fähigkeiten eines Polizisten übersteigen....Hug und Lüku gingen etwas hinter mir und wurden von "meinem" Polizisten erst nicht belästigt, aber kurz vor den Schaltern sprang plötzlich ein zweiter Polizist herbei und hielt die beiden auf....Die Iberia-Leute am Schalter hatten scheinbar schon auf uns gewartet und die Zeit wurde tatsächlich schon ein wenig knapp. Der Polizist wollte natürlich wieder wissen wohin ich gehe, was ich mit einem knappen "Madrid" beantwortete. Und da fragte mich der Typ tatsächlich ob ich einchecken wolle. Nein, natürlich nicht, ich stehe nur so mit einem Rucksack und meinem Pass kurz vor dem Check-In Schalter und will eigentlich nur nach dem Weg fragen um nach Madrid zu kommen, ich gehe nämlich zu Fuss. Sowas ähnliches hätte ich dem Polizisten am liebsten geantwortet und wenn meine Spanisch-Kenntnisse besser wären, hätte ich es wohl auch getan. Gut das ich nur wenig spanisch kann. Ich bin sicher, der Typ hätte das wenig amüsant gefunden....Nachdem eine Iberia-Angestellte uns zugerufen hatte, ob wir nach Madrid einchecken wollten war wohl auch der Polizist endgültig überzeugt und gab mir meinen Pass doch noch zurück. Na endlich....Schnell eingecheckt, zum Schalter für die Bezahlung der Ausreisegebühr, dort die 160 Bolivar abgedrückt wobei sich Lüku die Gebühr sparte in dem er einfach die alte Quittung hinhielt und damit tatsächlich durchkam. Dann wieder die zweifache Handgepäck und Personenkontrolle, und wieder angestanden um den Ausreisestempel zu kriegen. Auf einmal wurden wir ausgerufen, was wir natürlich sofort ausnützten und uns mit entschuldigenden Worten und zeigen auf die Lautsprecher vordrängelten und so wenigstens diese Hürde schnell von statten ging. Was die am Gate dann genau wollten war uns zwar ein Rätsel einen Grund warum man uns ausgerufen hatte, bestand jedenfalls kein offensichtlicher, auch egal :-) Da wir dank Lükus Coup mit der Ausreisegebühr noch Geld übrig hatten ging er noch in einen Duty free shop und kaufte sich Zigaretten und eine Flasche Rum. Bepackt mit fünf Plastiksäcken, kam Plastiksack-Lüku schliesslich zum Gate :-) Das Boarding begann und plötzlich wieder Stau, bereits im Fingerdock drin. Man gab uns zu verstehen, dass die Frauen links und die Männer rechts hinstehen sollten. Und bald wussten wir auch warum....dreimal dürft ihr raten...Richtig eine Polizeikontrolle. Lüku bekam schon etwas Angst das sein Schwindel mit der Ausreisegebühr aufliegen könnte, aber ausser einer kurzen Leibesvisitation und einem Blick ins Handgepäck passierte nichts. Wozu diese Kontrolle genau diente bleibt wohl ein Rätsel der venezolanischen Polizei. Etwas sinnloseres als an einem Flughafen kurz vor dem Besteigen des Flugzeuges nochmal eine Kontrolle zu machen, nachdem man das Gepäck durch zwei Röntgenanlagen geschickt hat und zwei Metalldetektoren einem überprüft hatten, habe ich also selten gesehen. Was die erhofft hatten zu finden hätte mich aber eigentlich schon brennend interessiert... Der Flug verlief ausser einem Platzwechsel meinerseits, weil ich neben mir in der Reihe drei sich ständig streitende Kinder hatte, ziemlich ereignislos. Ah noch ein Tip, wer Clash of the Titans noch nicht gesehen hat und einmal mit dem Gedanken spielt sich diesen Film anzusehen: Lasst es bleiben, ich habe echt noch selten so einen Müll gesehen. Da ändern auch die hübschen weiblichen Darstellerinnen (vorab Gemma Arterton) rein gar nichts daran. Schlafen konnte ich kaum auf dem rund 9 Stündigen Flug, und als ich endlich mal für etwa fünf Minuten eingeschlafen war, weckt mich doch eine Stewardess weil es Turbulenzen gab und man sich anschnallen sollte und ich es nicht war. Vielen Dank auch. Ziemlich gerädert kamen wir schliesslich in Madrid an, wo man noch rein gar nichts von dem Trubel mitbekam welcher ein paar Stunden später die heimkehrenden Weltmeister verursacht haben müssen.
Es gab drei Stunden Wartezeit zu überbrücken die wir in einem Cafe verbrachten. Der Flug nach Mailand Malpensa bekam ich dann fast komplett nicht mit, weil ich doch noch etwas schlafen konnte. Erwartungsgemäss verpassten wir in Madrid den Bus nach Domodossola mit welchem wir einen Zug erwischt hätten, der uns erlaubt hätte zwei Stunden eher zu Hause zu sein. So fuhren wir halt erstmal mit Hug, der ins Tessin wollte bis nach Busto Arsizio. Leider hat der Ort zwei Haltestellen. Eine für den Malpensa-Express und die andere für die nationalen Züge der FS. Ein Taxi war keines aufzutreiben und ein Bus fuhr erst rund 30 Minuten später....Also auf der Strasse jemanden gefragt, wie man den zu Fuss dahin komme. Er erklärte es uns ziemlich kompliziert und schliesslich fragten wir ihn ob er uns gegen ein kleines Entgeld nicht dorthin fahren könnte, da wir gesehen hatten das er gerader erst aus einem Auto ausgestiegen war. Der nette Herr tat es tatsächlich und so erreichten Lüku und ich gerade noch einen Regio nach Domodossola. Dort mussten wir allerdings dann fast zwei Stunden auf den EC aus Mailand warten. Die Verbindungen von Italien in die Schweiz sind wirklich eine Zumutung und ich frage mich ernsthaft warum das so ist, könnte man mit einem Taktfahrplan doch garantiert den Flugverkehr konkurrenzieren wenn man sieht wie weit die Flughäfen Mailands vom Zentrum weg sind...Wie dem auch sei, wir nutzten dei Wartezeit in dem wir eine unglaublich feine Pizza assen und uns danach noch eine feine Glace gönnten. Und kurze Zeit später (Also rund eine Stunde später als wir in Visp in den Lötschberg-Tunnel einfuhren :-) ) hatte uns die Schweiz wieder.
Merci Mark, Fabio, Lüku, Tüte und Hug, sowie Babsi, Sämi, Simu und Jeanine welche auf dieser Reise für kürzere oder längere Zeit meine "Mitreisenden" waren für die schöne Zeit, hat viel Spass gemacht.
Mit diesem letzten Bericht von unserer Reise, wird der Blog nun seiner eigentlichen Bestimmung zugeführt, aus dem Namen ist es ja eigentlich abzuleiten. Ich werde versuchen über die YB- und St.Pauli-Spiele (und andere Fussballspiele natürlich auch) welche ich Besuche vermehrt Berichte zu schreiben.
Dienstag, 29. Juni 2010
Quito - Panama
Nach dem eher langweiligen Spiel wollten wir ins Centro Historico von Quito fahren. Ein Taxi zu kriegen war ein Ding der unmoeglichkeit und so nahmen wir dann doch einen Schnellbus. Leider hatte dieser nach rund der haelfte der Strecke eine Panne und alle Passagiere mussten aussteigen. Leider waren die nachfolgenden Busse allesamt vollgestopft und so entschieden wir uns etwas essen zu gehen und die erste Halbzeit von Brasilien-Elfenbeinkueste dort zu schauen. In der Pause suchten wir uns dann ein Taxi welches uns dann doch noch zu unserem urspruenglichen Ziel bringen sollte. Fabio und Hug wollten sich auch noch die zweite Haelfte des Spiels anschauen, waehrend Lueku, Tuete und ich uns ein wenig in der Altstadt von Quito umschauten. Das Centro Historico ist an einen Huegel gebaut und wenn man ein wenig hochgeht, kann man grosse Teile der Altstadt ueberblicken. Nachdem wir eine lange Treppe im Quartier hochgegangen waren (und man merkte die fast 3000 Meter doch betraechtlich beim atmen) und die grosse Basilica besucht hatten, gingen wir noch in einen Markt und ich kaufte mir endlich neue Schuhe da die alten schon laengere Zeit kaputt waren und ich in Banos die Dinger endlich weggeschmissen hatte um mich selbst unter Druck zu setzen endlich neue zu kaufen ;-) Die Verkaeuferin wollte erst fuer die schoenen schwarz-gelben Schuhe ueber 40 Dollar, was dann doch etwas uebertrieben war und ich handelte die Dinger dann immerhin noch auf 28 Dollar runter. Den Abend verbrachten wir im La Mariscal, dem Ausgangsviertel von Quito, bei Beer-pong und kickern, wobei sich Fabio und Hug als das Kicker - Dreamteam entpuppten und an zwei Abenden ungeschlagen blieben.
Am naechsten Tag machten Tuete und Lueku einen Ausflug in den Nationalpark der in der Naehe liegt. Da Hug, Fabio und ich doch lieber Schweiz-Chile schauen wollten blieben wir im Hostel und nach einem leckeren Fruehstueck (endlich wieder mal gabs richtig feines Ruchbrot!) in einem von einem Deutschen gefuehrten Cafe, machten wir uns auf zum Teleferico. Die Seilbahn bringt einem von 3000 Meter auf ueber 4100 Meter hoch. Spaeter stellte ich dann fest, dass ich niemals an einem hoehergelegenen Ort war. Und die paar hundert Meter zu einem Aussichtspunkt waren doch ziemlich anstrengend in dieser Hoehe.
Nachdem wir die teuersten und so ziemlich schlechtesten Salchipapas gegessen hatten, fuhren wir wieder runter nach Quito. Bei der Rueckfahrt in der Seilbahn, entdeckten wir unterhalb der Talstation einen kleinen Freizeitpark. Kurzentschlossen gingen wir nach der Ankunft dorthin. Neben einer Achterbahn und anderen Kirmes-Fahrgeraeten gab es eine riesige Spielhalle mit Video und anderen Spielen und weiter unten eine richtige Kartbahn! Auf dem Weg dorthin fing es allerdings zu regnen an und der Preis von 5 Dollar fuer 5 Minuten und keiner Ermaessigung bei laengerer Fahrzeit hielt uns schliesslich davon ab.
Mit einem Sammeltaxi fuhren wir zurueck zum Hostel und warteten auf die beiden Ausfluegler die schliesslich gegen sieben Uhr auch auftauchten. Danach gings zum essen in ein argentinisches Restaurant. Fuer Ecuadorianische Verhaeltnisse wars zwar sehr teuer, aber das Filet Mignon mit Karfoffelstock und Gemuese fuer 9 Dollar liess sich sehen und schmeckte vorzueglich. Danach gingen wir noch etwas in die Bars und liessen den Abend erneut beim Kickern und Beer-Pong ausklingen. Am naechsten Tag verliess uns dann Fabio Richtung Heimat. Wir legten einen chilligen Tag ein und lasen vor allem und schauten Fussball und Tennis. Am Abend gingen wir gleich nochmal zum Argentinier um die Ecke und Tuete wollte uns noch etwas zu rauchen besorgen. Leider wurde er boese verarscht und die nette Dame verkaufte ihm ein Stueck Moos fuer 5 Dollar....was lernt man daraus? Immer erst pruefen was man kaufen will :-)
Schliesslich stand meine Abreise nach Panama an. Den morgen nochmals mit Fussball und Tennis durchgebracht (Stichwort Isner-Mahut :-) ) und erneut das leckere Fruehstueck beim Deutschen genossen. Tuete ging nach dem Fruehstueck noch schnell zur Bank und als er zurueckkam, erzaehlte er uns dass auf der Strasse neben unserem Hostel grad zwei mit Messern auf einander losgegangen seien und und die ganze Strasse voll Blut sei.....kein toller anblick....Die drei anderen verliessen Quito mit dem Bus Richtung Kolumbien, waehrend ich ein Taxi zum Flughafen nahm. Ich hatte mir vorgenommen, fruehzeitig einzuchecken und dann gemuetlich vor dem Abflug noch Deutschland-Ghana zu schauen irgendwo im Flughafen. Denkste. Erst musste ich bei einem Schalter vor den Check-In-Schaltern anstehen, dies sicher gute 40 Minuten, bis dann mal ein Angestellter der Copa-Airlines erschien und dann jeden Passagier fragte wie viel Gepaeckstuecke man einzuchecken habe. Danach nochmals bestimmt eine halbe Stunde am Check-In Schalter angestanden, unterbrochen von einem Zivilpolizisten der ploetzlich vor mir stand und den Pass verlangte und mir schliesslich sagte ich muesse mitkommen fuer eine Gepaeckkontrolle. Na toll....Nach dem sie den Inhalt meines Rucksackes durchsucht hatten und auch mein Shampoo und die Sonnencreme gruendlichst untersucht hatten, fuehrte mich der gleiche Polizist immerhin wieder an die Spitze der Warteschlange am Check-In-Schalter. Doch das war noch nicht alles. Die Dame am Check-In Schalter wollte von mir wissen ob ich einen Rueckflug von Panama habe. Ich sagte ihr dass ich am 3.Juli von Panama nach Caracas fliegen wuerde. Das stellte sie aber noch nicht zufrieden und sie wollte wissen ob ich von Caracas aus noch weitere Fluege haette. Ich gab den Flug am 12.Juli nach Madrid an, sie fragte mich nach der Reservierungsnummer, ohne diese koennte sie mich nicht einchecken. Langsam war ich etwas genervt. Warum um Gottes Willen interessiert sich eine Abflugbedienstete in Quito wenn ich nach Panama fliege dafuer wohin und vor allem mit welchem Flug ich nach meiner Rueckkehr aus Panama aus Venezuela ausfliege? Eine befriedigende Antwort bekam ich nicht. So musste ich Lueku anrufen, da ich natuerlich meine Reservierungsdaten fuer einen Flug von Caracas nach Madrid nicht dabei hatte (wen erstaunt es?) wenn ich von Quito nach Panama fliegen will....Schliesslich erreichte ich nach gut einer halben Stunde Lueku der irgendwo im Bus sass und er konnte mir die entsprechenden Daten liefern. Endlich bekam ich meine Bordkarte und ich ging so schnell wie moeglich zur Passkontrolle. Vor der Passkontrolle stand ein netter Herr in grauem Anzug und der wollte meine Bordkarte sehen und fragte mich schliessllich ob ich die Flughafentaxe nicht bezahlt hatte. Ich antwortete ihm, dass man dies doch normalerweise beim Buchen des Fluges bezahle. In Quito anscheinend nicht. Ich musste noch mal zurueck in die Check-In-Halle und dort gab es einen Schalter um 40.80 Dollar abzudruecken....na toll.... Schliesslich hatte ich es aber doch geschafft und die Pass-sowie Sicherheitskontrollen verliefen tatsaechlich ohne weitere Schwierigkeiten. In der Abflughalle konnte ich dann noch die letzte halbe Stunde von Deutschland-Ghana sehen, immerhin. :-) Jeanine wollte mich nach der Landung in Panama abholen. Leider hatte der Bus aus David wo sie im Moment war verspaetung und sie wusste nicht genau wann sie ankommen wuerde. In Panama angekommen, hatte der Bus mit Jeanine drin noch eine Reifenpanne und damit noch mehr Zeit verloren. Ich fuhr mit dem Taxi ins Zentrum. Gut dass mir Jeanine davor gesagt hatte was es ungefaher kosten wuerde, verlangte der Taxifahrer doch prompt erstmal das doppelte, kam aber schnell mit dem Preis runter als ich enerigsch intervenierte. Dass aber noch drei weitere Personen im selben Taxi mitfahren wuerden sagte er vorher weder mir noch den kanadischen Indern, die zuerst protestierten aber dann beschwichtigt waren als er mir sagte, dass er erst die anderen in ihrem Hotel abliefern wuerde und mich dann zum abgemachten Treffpunkt bringen wuerde. Da Ich keine Eile hatte, war ich natuerlich einverstanden, obwohl die 16 Dollar die ich danach immer noch zahlen musste, obwohl die anderen genau gleich viel oder wohl noch mehr bezahlt hatten, schon ein wenig frech waren...Aber was solls. Die Fahrt in die Stadt war ein ziemliches Erlebnis, war es doch gerade am Eindunkeln und die Skyline von Panama City bei dem Licht war ziemlich eindruecklich. Auch die Gegensaetze zwischen Wellblechhuetten eine Strasse neben den Wolkenkratzern war eindruecklich. In der City hat man kaum das Gefuehl in einer Latein-Amerikanischen Stadt zu sein, sie koennte genau so gut irgendwo in den USA liegen. Nachdem mich der Taxifahrer beim vereinbarten Treffpunkt abgeladen hatte, verwies er noch darauf, dass es in dieser Strasse "mucha chicas" gaebe und laechelte frivol, schliesslich gab er mir noch seine Karte und hielt mich an ihn anzurufen wenn ich "irgend etwas brauchen wuerde" :-) Nach dem ich etwas gegessen hatte und Jeanine dann endlich nach einer Stunde doch noch erschien ;-) gingen wir ein Hostel suchen, dass ein bekannter von Jeanine in Panama City fuehren wuerde. Leider nahm er das Telefon nicht ab und wir waren nach einigem umherirren auch schlicht zu muede (und ich zu verschwitzt, die rund 20 Grad unterschied zu Quito machten mir doch etwas zu schaffen ;-) gingen wir schliesslich fuer 10 Dollar in ein Hotel. Am naechsten Tag zeigte mir Jeanine die Sehenswuerdigkeiten von Panama City. Erst ging es mit dem Taxi zum Busbahnhof, dort stellten wir unser Gepaeck ein und kauften unsere Bus-Tickets fuer den Nachtbus nach Almirantes von wo die Boote nach Bocas del Toro wo Jeanine im Moment lebt, abgehen. Dann gings weiter zum beruehmten Panamakanal. Der Panamakanal verbindet den Pazifik mit dem karibischen Meer (Atlantik) und erspart den Frachtschiffen den weiten und gefaehrlichen Umweg um ganz Suedamerika. Auf jeder Seite bringen jeweils drei riesige Schleusen-Sektoren die Schiffe auf bis 28 Meter ueber Meer. Die Schleusen verbinden mehrere kuenstlich geschaffene Seen auf dem Festland von Panama miteinander. Die groesse dieser Anlagen ist schon sehr eindruecklich und die Zahlen und Fakten noch mehr. Die mindestgebuehr um den Panamakanal respektive die sechst Schleusen zu benuetzen betraegt 1500 Dollar fuer die kleinsten Schiffe und Boote und kann je nach groesse des Transport-Schiffes bis weit ueber 150000 US-Dollar betragen. Allein in der ersten Bauphase die die Franzosen angestossen hatten kamen (vor allem durch Seuchen) weit ueber 20000 Arbeiter ums Leben, wodurch der Bau gar abgebrochen werden musste. (um 1886) Schliesslich uebernahmen die USA die Verantwortung und bauten von 1903 - 1914 den Kanal mit den 6 Schleusensektoren fertig. Ebenfalls unter grossen Verlusten bei den Arbeitern. Auch spaeter sollte der Panama-Kanal vor allem in politischen Auseeinandersetzungen weitere Tote fordern. So zum Beispiel 1964 als Zivilisten auf Gelaende des Panamakanals vordrangen und die Flagge Panamas hissten. Die US-Soldaten schossen daraufhin auf die unbewaffneten Zivilisten und toeteten einige davon. Erst 1999 uebergaben die USA die Verantwortung fuer den Kanal an Panama und zogen alle Truppen vom Kanal ab. Nach dem interessanten Besuch an einer der wichtigsten Wasserstrassen der Welt gings mit dem Taxi zurueck in die Stadt. Dort ging es zum Casco Veijo, dem Altstadtteil von Panama Stadt. Der Taxifahrer war sehr redselig und erzaehlte uns auf der Fahrt so einiges ueber sich und die Stadt. Wir fuhren auch durch weniger gute Gegenden der Stadt und der Taxifahrer zeigte uns genau in dieser Gegend sein Geburtshaus, das direkt an unserem Weg lag. In der Altstadt ist im Moment alles im Umbruch. Die heruntergekommen Haeuser werden ausgehoehlt und komplett renoviert, die Altstadt soll ein noch groesseres touristisches Interesse hervorrufen. Das diese Praxis natuerlich auch auf Kosten der armer Leute geht, ist leider heute nicht nur hier alltag. Die alten Bewohner kriegen ein Jahr Zeit sich etwas anderes zu suchen und auszuziehen, die dann neu renovierten Wohnungen koennen sie isch selbstverstaendlich nicht mehr leisten und reiche Bewohner uebernehmen das Viertel "Gentrification" in seiner unverhohlenen Art.... Da fuehlt man sich als Tourist der dann all die schoen renovierten Haeuser anschaut schon irgendwie fast schuldig....Die Stadt direkt am Meer gebaut hat durchaus ihren Reiz, vorab die Gegensaetze wenn man von der Altstadt hinueber in den neuen Teil blickt, in dem uebrigens viele Hochhaeuser seit mehreren Jahren in Bau stehen. Erst wenn auf einem Stock die Wohnungen verkauft sind, wird weitergebaut. Die Kraehne an den Wolkenkratzern sind festes Bestandteil des Bildes von Panama.
Nach dem Bummel durch die Altstadt ging es noch in eine lange Einkaufstrasse. Unglaublich wie viele Geschaefte dort waren und wie viele Waren zu doch sehr guenstigen Preisen dort angeboten wurden. Zwar warnen die Einheimischen davor dort hin zu gehen, aber durch den Tag ist die Gegend durchaus sicher und es ist kein Problem, dementsprechend hatten wir auch keine Probleme. Nach einem verspaeteten Mittagessen (und den ersten sehr guten Pasta auf dieser Reise ueberhaupt... al dente ist leider in Amerika wohl kein besonders gelaeufiger ausdruck ;-) ) und einem feinen weissen Sangria liess sich Jeanine noch schnell fuer sechs Dollar die Haare schneiden und nach einem Bier gings auch schon zum Busterminal. Die Busfahrt war relativ ruhig und ich schlief ueberraschend gut. Einzig die unfreiwillige Umsteige-Pause mitten in der Nacht weil unser Bus eine Panne hatte, haette nicht unbedingt sein muessen. Sonst ging es aber alles in allem ganz flott. Und die Strassenverhaeltnisse sind kein Vergleich zu Ecuador oder Venezuela. Jeztz bin ich also seit letzten Freitag in Bocas und es gefaellt mir hier sehr gut. Jeanine musste am Samstag bereits wieder nach David, weil John ja nach seinem Skateboard-Unfall immer noch Betreuung braucht. Aber hier kann man sich auch ohne "Guide" sehr gut amuesieren und dank dem Cousin von Jeanine der auch fast schon ein "local" ist habe ich keine Probleme hier. Ach ja noch kurz zur Lage: Bocas del Toro ist eine Insel auf der karibischen Seite Panamas. Also eigentlich ist es ein Bezirk Panamas der mehrere Inseln umfasst ua. auch die Insel Colon auf welcher die Bezirkshauptstadt Bocas del Toro liegt. Drum herum gibt es einige kleinere Inseln die mit Wassertaxis erreichbar sind. Darunter die Insel Bastimentos auf der eine eigene nur auf dieser Insel vorkommende Sprache gesprochen wird, ein Mix aus Englisch und Spanisch, der Name der Sprache ist mir entfallen, alles kann man sich ja schliesslich nicht merken. Eigentlich war geplant dass ich heute Dienstag nach David fahren wuerde, habe mich aber spontan entschieden noch bis morgen zu bleiben. Respektive der gestrige Abend hat fuer mich entschieden :-)
Am naechsten Tag machten Tuete und Lueku einen Ausflug in den Nationalpark der in der Naehe liegt. Da Hug, Fabio und ich doch lieber Schweiz-Chile schauen wollten blieben wir im Hostel und nach einem leckeren Fruehstueck (endlich wieder mal gabs richtig feines Ruchbrot!) in einem von einem Deutschen gefuehrten Cafe, machten wir uns auf zum Teleferico. Die Seilbahn bringt einem von 3000 Meter auf ueber 4100 Meter hoch. Spaeter stellte ich dann fest, dass ich niemals an einem hoehergelegenen Ort war. Und die paar hundert Meter zu einem Aussichtspunkt waren doch ziemlich anstrengend in dieser Hoehe.
Nachdem wir die teuersten und so ziemlich schlechtesten Salchipapas gegessen hatten, fuhren wir wieder runter nach Quito. Bei der Rueckfahrt in der Seilbahn, entdeckten wir unterhalb der Talstation einen kleinen Freizeitpark. Kurzentschlossen gingen wir nach der Ankunft dorthin. Neben einer Achterbahn und anderen Kirmes-Fahrgeraeten gab es eine riesige Spielhalle mit Video und anderen Spielen und weiter unten eine richtige Kartbahn! Auf dem Weg dorthin fing es allerdings zu regnen an und der Preis von 5 Dollar fuer 5 Minuten und keiner Ermaessigung bei laengerer Fahrzeit hielt uns schliesslich davon ab.
Mit einem Sammeltaxi fuhren wir zurueck zum Hostel und warteten auf die beiden Ausfluegler die schliesslich gegen sieben Uhr auch auftauchten. Danach gings zum essen in ein argentinisches Restaurant. Fuer Ecuadorianische Verhaeltnisse wars zwar sehr teuer, aber das Filet Mignon mit Karfoffelstock und Gemuese fuer 9 Dollar liess sich sehen und schmeckte vorzueglich. Danach gingen wir noch etwas in die Bars und liessen den Abend erneut beim Kickern und Beer-Pong ausklingen. Am naechsten Tag verliess uns dann Fabio Richtung Heimat. Wir legten einen chilligen Tag ein und lasen vor allem und schauten Fussball und Tennis. Am Abend gingen wir gleich nochmal zum Argentinier um die Ecke und Tuete wollte uns noch etwas zu rauchen besorgen. Leider wurde er boese verarscht und die nette Dame verkaufte ihm ein Stueck Moos fuer 5 Dollar....was lernt man daraus? Immer erst pruefen was man kaufen will :-)
Schliesslich stand meine Abreise nach Panama an. Den morgen nochmals mit Fussball und Tennis durchgebracht (Stichwort Isner-Mahut :-) ) und erneut das leckere Fruehstueck beim Deutschen genossen. Tuete ging nach dem Fruehstueck noch schnell zur Bank und als er zurueckkam, erzaehlte er uns dass auf der Strasse neben unserem Hostel grad zwei mit Messern auf einander losgegangen seien und und die ganze Strasse voll Blut sei.....kein toller anblick....Die drei anderen verliessen Quito mit dem Bus Richtung Kolumbien, waehrend ich ein Taxi zum Flughafen nahm. Ich hatte mir vorgenommen, fruehzeitig einzuchecken und dann gemuetlich vor dem Abflug noch Deutschland-Ghana zu schauen irgendwo im Flughafen. Denkste. Erst musste ich bei einem Schalter vor den Check-In-Schaltern anstehen, dies sicher gute 40 Minuten, bis dann mal ein Angestellter der Copa-Airlines erschien und dann jeden Passagier fragte wie viel Gepaeckstuecke man einzuchecken habe. Danach nochmals bestimmt eine halbe Stunde am Check-In Schalter angestanden, unterbrochen von einem Zivilpolizisten der ploetzlich vor mir stand und den Pass verlangte und mir schliesslich sagte ich muesse mitkommen fuer eine Gepaeckkontrolle. Na toll....Nach dem sie den Inhalt meines Rucksackes durchsucht hatten und auch mein Shampoo und die Sonnencreme gruendlichst untersucht hatten, fuehrte mich der gleiche Polizist immerhin wieder an die Spitze der Warteschlange am Check-In-Schalter. Doch das war noch nicht alles. Die Dame am Check-In Schalter wollte von mir wissen ob ich einen Rueckflug von Panama habe. Ich sagte ihr dass ich am 3.Juli von Panama nach Caracas fliegen wuerde. Das stellte sie aber noch nicht zufrieden und sie wollte wissen ob ich von Caracas aus noch weitere Fluege haette. Ich gab den Flug am 12.Juli nach Madrid an, sie fragte mich nach der Reservierungsnummer, ohne diese koennte sie mich nicht einchecken. Langsam war ich etwas genervt. Warum um Gottes Willen interessiert sich eine Abflugbedienstete in Quito wenn ich nach Panama fliege dafuer wohin und vor allem mit welchem Flug ich nach meiner Rueckkehr aus Panama aus Venezuela ausfliege? Eine befriedigende Antwort bekam ich nicht. So musste ich Lueku anrufen, da ich natuerlich meine Reservierungsdaten fuer einen Flug von Caracas nach Madrid nicht dabei hatte (wen erstaunt es?) wenn ich von Quito nach Panama fliegen will....Schliesslich erreichte ich nach gut einer halben Stunde Lueku der irgendwo im Bus sass und er konnte mir die entsprechenden Daten liefern. Endlich bekam ich meine Bordkarte und ich ging so schnell wie moeglich zur Passkontrolle. Vor der Passkontrolle stand ein netter Herr in grauem Anzug und der wollte meine Bordkarte sehen und fragte mich schliessllich ob ich die Flughafentaxe nicht bezahlt hatte. Ich antwortete ihm, dass man dies doch normalerweise beim Buchen des Fluges bezahle. In Quito anscheinend nicht. Ich musste noch mal zurueck in die Check-In-Halle und dort gab es einen Schalter um 40.80 Dollar abzudruecken....na toll.... Schliesslich hatte ich es aber doch geschafft und die Pass-sowie Sicherheitskontrollen verliefen tatsaechlich ohne weitere Schwierigkeiten. In der Abflughalle konnte ich dann noch die letzte halbe Stunde von Deutschland-Ghana sehen, immerhin. :-) Jeanine wollte mich nach der Landung in Panama abholen. Leider hatte der Bus aus David wo sie im Moment war verspaetung und sie wusste nicht genau wann sie ankommen wuerde. In Panama angekommen, hatte der Bus mit Jeanine drin noch eine Reifenpanne und damit noch mehr Zeit verloren. Ich fuhr mit dem Taxi ins Zentrum. Gut dass mir Jeanine davor gesagt hatte was es ungefaher kosten wuerde, verlangte der Taxifahrer doch prompt erstmal das doppelte, kam aber schnell mit dem Preis runter als ich enerigsch intervenierte. Dass aber noch drei weitere Personen im selben Taxi mitfahren wuerden sagte er vorher weder mir noch den kanadischen Indern, die zuerst protestierten aber dann beschwichtigt waren als er mir sagte, dass er erst die anderen in ihrem Hotel abliefern wuerde und mich dann zum abgemachten Treffpunkt bringen wuerde. Da Ich keine Eile hatte, war ich natuerlich einverstanden, obwohl die 16 Dollar die ich danach immer noch zahlen musste, obwohl die anderen genau gleich viel oder wohl noch mehr bezahlt hatten, schon ein wenig frech waren...Aber was solls. Die Fahrt in die Stadt war ein ziemliches Erlebnis, war es doch gerade am Eindunkeln und die Skyline von Panama City bei dem Licht war ziemlich eindruecklich. Auch die Gegensaetze zwischen Wellblechhuetten eine Strasse neben den Wolkenkratzern war eindruecklich. In der City hat man kaum das Gefuehl in einer Latein-Amerikanischen Stadt zu sein, sie koennte genau so gut irgendwo in den USA liegen. Nachdem mich der Taxifahrer beim vereinbarten Treffpunkt abgeladen hatte, verwies er noch darauf, dass es in dieser Strasse "mucha chicas" gaebe und laechelte frivol, schliesslich gab er mir noch seine Karte und hielt mich an ihn anzurufen wenn ich "irgend etwas brauchen wuerde" :-) Nach dem ich etwas gegessen hatte und Jeanine dann endlich nach einer Stunde doch noch erschien ;-) gingen wir ein Hostel suchen, dass ein bekannter von Jeanine in Panama City fuehren wuerde. Leider nahm er das Telefon nicht ab und wir waren nach einigem umherirren auch schlicht zu muede (und ich zu verschwitzt, die rund 20 Grad unterschied zu Quito machten mir doch etwas zu schaffen ;-) gingen wir schliesslich fuer 10 Dollar in ein Hotel. Am naechsten Tag zeigte mir Jeanine die Sehenswuerdigkeiten von Panama City. Erst ging es mit dem Taxi zum Busbahnhof, dort stellten wir unser Gepaeck ein und kauften unsere Bus-Tickets fuer den Nachtbus nach Almirantes von wo die Boote nach Bocas del Toro wo Jeanine im Moment lebt, abgehen. Dann gings weiter zum beruehmten Panamakanal. Der Panamakanal verbindet den Pazifik mit dem karibischen Meer (Atlantik) und erspart den Frachtschiffen den weiten und gefaehrlichen Umweg um ganz Suedamerika. Auf jeder Seite bringen jeweils drei riesige Schleusen-Sektoren die Schiffe auf bis 28 Meter ueber Meer. Die Schleusen verbinden mehrere kuenstlich geschaffene Seen auf dem Festland von Panama miteinander. Die groesse dieser Anlagen ist schon sehr eindruecklich und die Zahlen und Fakten noch mehr. Die mindestgebuehr um den Panamakanal respektive die sechst Schleusen zu benuetzen betraegt 1500 Dollar fuer die kleinsten Schiffe und Boote und kann je nach groesse des Transport-Schiffes bis weit ueber 150000 US-Dollar betragen. Allein in der ersten Bauphase die die Franzosen angestossen hatten kamen (vor allem durch Seuchen) weit ueber 20000 Arbeiter ums Leben, wodurch der Bau gar abgebrochen werden musste. (um 1886) Schliesslich uebernahmen die USA die Verantwortung und bauten von 1903 - 1914 den Kanal mit den 6 Schleusensektoren fertig. Ebenfalls unter grossen Verlusten bei den Arbeitern. Auch spaeter sollte der Panama-Kanal vor allem in politischen Auseeinandersetzungen weitere Tote fordern. So zum Beispiel 1964 als Zivilisten auf Gelaende des Panamakanals vordrangen und die Flagge Panamas hissten. Die US-Soldaten schossen daraufhin auf die unbewaffneten Zivilisten und toeteten einige davon. Erst 1999 uebergaben die USA die Verantwortung fuer den Kanal an Panama und zogen alle Truppen vom Kanal ab. Nach dem interessanten Besuch an einer der wichtigsten Wasserstrassen der Welt gings mit dem Taxi zurueck in die Stadt. Dort ging es zum Casco Veijo, dem Altstadtteil von Panama Stadt. Der Taxifahrer war sehr redselig und erzaehlte uns auf der Fahrt so einiges ueber sich und die Stadt. Wir fuhren auch durch weniger gute Gegenden der Stadt und der Taxifahrer zeigte uns genau in dieser Gegend sein Geburtshaus, das direkt an unserem Weg lag. In der Altstadt ist im Moment alles im Umbruch. Die heruntergekommen Haeuser werden ausgehoehlt und komplett renoviert, die Altstadt soll ein noch groesseres touristisches Interesse hervorrufen. Das diese Praxis natuerlich auch auf Kosten der armer Leute geht, ist leider heute nicht nur hier alltag. Die alten Bewohner kriegen ein Jahr Zeit sich etwas anderes zu suchen und auszuziehen, die dann neu renovierten Wohnungen koennen sie isch selbstverstaendlich nicht mehr leisten und reiche Bewohner uebernehmen das Viertel "Gentrification" in seiner unverhohlenen Art.... Da fuehlt man sich als Tourist der dann all die schoen renovierten Haeuser anschaut schon irgendwie fast schuldig....Die Stadt direkt am Meer gebaut hat durchaus ihren Reiz, vorab die Gegensaetze wenn man von der Altstadt hinueber in den neuen Teil blickt, in dem uebrigens viele Hochhaeuser seit mehreren Jahren in Bau stehen. Erst wenn auf einem Stock die Wohnungen verkauft sind, wird weitergebaut. Die Kraehne an den Wolkenkratzern sind festes Bestandteil des Bildes von Panama.
Nach dem Bummel durch die Altstadt ging es noch in eine lange Einkaufstrasse. Unglaublich wie viele Geschaefte dort waren und wie viele Waren zu doch sehr guenstigen Preisen dort angeboten wurden. Zwar warnen die Einheimischen davor dort hin zu gehen, aber durch den Tag ist die Gegend durchaus sicher und es ist kein Problem, dementsprechend hatten wir auch keine Probleme. Nach einem verspaeteten Mittagessen (und den ersten sehr guten Pasta auf dieser Reise ueberhaupt... al dente ist leider in Amerika wohl kein besonders gelaeufiger ausdruck ;-) ) und einem feinen weissen Sangria liess sich Jeanine noch schnell fuer sechs Dollar die Haare schneiden und nach einem Bier gings auch schon zum Busterminal. Die Busfahrt war relativ ruhig und ich schlief ueberraschend gut. Einzig die unfreiwillige Umsteige-Pause mitten in der Nacht weil unser Bus eine Panne hatte, haette nicht unbedingt sein muessen. Sonst ging es aber alles in allem ganz flott. Und die Strassenverhaeltnisse sind kein Vergleich zu Ecuador oder Venezuela. Jeztz bin ich also seit letzten Freitag in Bocas und es gefaellt mir hier sehr gut. Jeanine musste am Samstag bereits wieder nach David, weil John ja nach seinem Skateboard-Unfall immer noch Betreuung braucht. Aber hier kann man sich auch ohne "Guide" sehr gut amuesieren und dank dem Cousin von Jeanine der auch fast schon ein "local" ist habe ich keine Probleme hier. Ach ja noch kurz zur Lage: Bocas del Toro ist eine Insel auf der karibischen Seite Panamas. Also eigentlich ist es ein Bezirk Panamas der mehrere Inseln umfasst ua. auch die Insel Colon auf welcher die Bezirkshauptstadt Bocas del Toro liegt. Drum herum gibt es einige kleinere Inseln die mit Wassertaxis erreichbar sind. Darunter die Insel Bastimentos auf der eine eigene nur auf dieser Insel vorkommende Sprache gesprochen wird, ein Mix aus Englisch und Spanisch, der Name der Sprache ist mir entfallen, alles kann man sich ja schliesslich nicht merken. Eigentlich war geplant dass ich heute Dienstag nach David fahren wuerde, habe mich aber spontan entschieden noch bis morgen zu bleiben. Respektive der gestrige Abend hat fuer mich entschieden :-)
Sonntag, 20. Juni 2010
Guayaquil - Banos - Quito
Die Sonne kam in Montanita nicht mehr zum Vorschein und wir liessen den Tag bei einigen Bier ausklingen. Ein Teil ging dann noch an eine Strandparty waehrend ich mich nach dem langen Tag mit ziemlich viel Bier ins Bett verabschiedete. Als letzter kam schliesslich Fabio zurueck und sein Zustand nach ein paar weiteren Bier und einer Flasche Schnaps, konnte als "stabil" bezeichnet werden :-)
Am naechsten Morgen weckte mich sehr frueh ein Bagger, der gleich neben unserem Hotel am Strand irgendwelche grosse Steine umherschob. So war ich dann rechtzeitig zur zweiten Halbzeit von Neuseeland-Slowakei in einer Bar. Die anderen standen dann auch irgendwann auf, so dass wir uns zum Fruehstueck das zweite Spiel anschauen konnten. Da das Wetter leider immer noch nicht mitmachte, verbrachten wir den Tag eigentlich mit Essen, trinken und Fussball schauen. Um 5 Uhr fuhr dann unser Bus zurueck nach Guayaquil. Wir gingen wieder ins uns bereits bekannte Hotel Sander. Da leider Ausgangsmaessig in der Umgebung ausser lauten assigen Discos nichts wirklich gutes gab, gingen wir frueh ins Bett.
Am naechsten Tag wartete bereits um 14.00 Uhr (und das an einem Mittwoch) das Spiel Emelec gegen LDU Quito.
16.Juni 2010, CS Emelec - LDU Quito
Seria A, Ecuador, Estadio George Capwell, Guayaquil ca. 22000 Zuschauer (ca.30 Gaeste)
Wir quetschten uns wieder mal zu fuenft in ein Taxi und liessen uns zum Stadion fahren. Wir hatten im Vorfeld im Internet gelesen dass Fans von Emelec welche beim Auswaertssieg gegen den Stadtrivalen Barcelona im Stadion gewesen waren, gratiseintritt geniessen wuerden. Da das Stadion nur rund 24000 Zuschauer fasst, dachten wir es werde wohl nicht all zu viele Zuschauer haben, zumal noch bei dieser eher unguenstigen Anspielzeit von 14.00 Uhr. Aber wir hatten uns ziemlich getaeuscht. Als wir kurz nach zwoelf am Stadion ankamen, war dies bereits brechend voll. Wir gingen ums Stadion rum und versuchten unser Glueck ins Stadion zu kommen. Und tatsaechlich wurden wir eingelassen. Ein netter Herr wollte uns zeigen wo wir unsere Plaetze finden wuerden und standen ploetzlich am Spielfeldrand. Der Herr erklaerte uns wir muessten einfach ueber den Platz gehen und dort bei einem anderen Tor wieder rein. So standen wir also ploetzlich zu fuenft auf dem Rasen eines mit ueber 20000 Zuschauern gefuellten, engen Stadions. Ein geiles Erlebnis, zumal wir von den Fans hinter dem einen Tor als wir dort in die Naehe kamen auch noch ausgepfiffen wurden, keine Ahnung warum :-)
Beim Einlauf der Mannschaften, Wurfrollen hinter beiden Toren und hinter dem einen Tor ein wenig Rauch. Die Stimmung war anfangs sehr gut, zumal Emelec nach dem Sieg bei Barcelona ja die Tabellenfuehrung uebernommen hatte. Leider wurden unsere erwartungen nach dem doch sehr guten Auftritt der Fans von Emelec beim Derby nicht erfuellt. Alles in allem war fuer die Menge Zuschauer in diesem engen Stadion recht wenig los. Das lag sicher auch am wenig berauschenden Spiel welches zum Glueck doch noch einen Hoehepunkt hatte. In der 93.Minute gelang Emelec doch noch der Siegtreffer und das Stadion stand wenigstens einmal an diesem Nachmittag voellig Kopf. Und danach erkannte man auch das Potential dass Emelec eigentlich haette. Das ganze Stadion tobte und es wurde unglaublich laut. wenn die Polizei das Stadion nicht ziemlich frueh nach dem Spiel geraeumt haette waeren die Emelec-Fans wohl noch ein weilchen am Singen gewesen. So aber wurden auch wir von der Polizei aus dem Stadion gejagt. Wir gingen zu Fuss zurueck Richtung Stadtzentrum. Da die anderen noch nicht im Viertel Las Penas waren, welches Mark und ich bereits besucht hatten, begleitete ich sie dorthin und ging schliesslich die gesamten 444 Treppenstufen nochmal mit hoch. Wenigstens war es nicht mehr so heiss wie noch bei Mark und mir. Wir liessen uns noch in einer Bar nieder, tranken noch ein paar Bier, ehe Tuete und Lueku noch in den Ausgang wollten da sie beim letzten Spiel in Guayaquil irgendwelche Einheimischen Maedels kennen gelernt hatten. Die Adresse an welcher sie sich treffen wollten, loeste aber bei allen Leuten die sie fragten nur kopfschuetteln aus und am naechsten Morgen sollten wir erfahren, dass sogar der Taxifahrer sich weigerte sie dorthin zu bringen :-) Fabio, Hug und ich blieben noch etwas in dem netten Viertel, das auch am Abend einen gemuetlichen Eindruck hinterliess, tranken nochmals einen Jarra (Pitcher) Bier und schauten uns noch im TV an wie Barcelona gegen Olmedo nicht ueber ein 0-0 hinauskaum und deshalb bereits 3 Punkte hinter Emelec liegt. Am naechsten Tag war eigentlich geplant nach Riobamba zu fahren um dort einen Touristen-Zug (also besser einen Schienenbus) zu nehmen. Leider erfuhren wir dann das die von uns ausgesuchte Linie gerade im Umbau war und deshalb nicht befahren wurde. So entschieden wir uns, nach Banos zu fahren, einem 15000-Einwohner zaehlenden Touristen-Staedtchen am Fusse des Vulkans Tungurahua der vor rund drei Wochen ausgebrochen war und dessen Aschewolke zeitweise den Flughafen von Quito lahmgelegt hatte. Am Busbahnhof fanden wir auch gleich ein Unternehmen, dessen Bus sofort abfahren wuerde. Sie konnten uns aber kein Ticket mehr ausdrucken weil der Bus eigentlich schon abgefahren waere. Aber am Ausgang zu den Bussen wurden wir wegen den fehlenden Tickets (und die man uns im Bus verkaufen wollte) nicht durchgelassen. Alles verhandeln auch von den Mitarbeitern des Bus-Unternehmens half nichts. Die Sicherheitsleute liessen uns nicht passieren und so fuhr der Bus ohne uns los. Also gingen wir wieder zurueck zu den Schaltern und fanden zum Glueck einen Bus der nur kurze Zeit spaeter abfahren wuerde. Auch klappte es diesmal mit Tickets und so konnten wir die rund 5-einhalb stuendige Fahrt antreten. Da es in die Berge ging, war die Fahrt entsprechend kurvenreich und holprig. Aber mit Musik im Ohr gings einigermassen. Man haette sich auch die Zeit mit einem Film der im Bus lief vertreiben koennen, da er aber auf spanisch war liess ich dass schnell einmal bleiben und stellte meinen Ipod moeglichst laut ein um die Lautsprecher des Busses welche den Ton des Films uebertrugen zu uebertoenen. Eine Reihe vor mir sass einer der sich schon nach zwei Stunden sehr assig verhielt und im Bus begann zu rauchen und auch als ihn andere Passagiere deswegen angingen, rauchte er seelenruhig weiter. Hoehepunkt war aber definitiv, als sich Lueku kurz mit dem Ruecken zu ihm auf den Sitz neben ihn gesetzt hatte, damit er mit etwas mit uns reden konnte. Als ich zuffaellig einen Blick zu ihm warf, war er doch seelenruhig daran sich einen runterzuholen....
Lueku stand ziemlich schnell wieder von dem Sitz auf ;-)
Als wir in Ambato angekommen waren, hiess es ploetzlich wir muessten umsteigen, obwohl uns gesagt wurde der Bus fahre direkt nach Banos. Es machte ganz den Anschein, als wollte der Fahrer einfach nicht noch weiter nach Banos fahren, waeren wir doch die einzigen gewesen die da hin wollten. Also bezahlte er kurzerhand den anderen Bus damit er uns los war und nicht noch weiterfahren musste. Der Bus zum Glueck sogar noch um einiges bequemer als der vorherige und so war es auch fuer uns nicht weiter schlimm.
Banos liegt auf rund 1800 Meter und ist, wie bereits erwaehnt bekannt fuer seinen aktiven Vulkan, von dem einige Thermal- und Schwefelbaeder in der kleinen Stadt gespeist werden. Ebenfalls ist es ein Mekka fuer Rafting, Canyoning usw. Ebenfalls hat es in der Umgebung einige eindrueckliche Wasserfaelle die in den Rio Negro muenden. Nach der Ankunft schnell unser ausgesuchtes Hostel gefunden und Fabio war auch gluecklich, sollte es doch reichen um das entscheidende Finalspiel der NBA live im TV zu sehen. Lueku und Fabio gingen deshalb einkaufen und kochten im Hostel etwas und schauten das Spiel, waehrend Tuete, Hug und ich in der Stadt bei einem Italiener gute Teigwaren und eine Pizza verdrueckten. Zurueck im Hostel schauten wir uns auch noch etwas Basektball an und unterhielten uns mit den drei anderen Schweizerinnen die neben Amerikanschen Medizin-Studenten die im Krankenhaus von Banos arbeiteten auch noch im Hostel waren. Ploetzlich wurden wir auf Laerm aufmerksam der von draussen rein drang und von einem Platz nicht weit vom Hostel entfernt kam. Wir gingen kurz raus und sahen das gerade ein Futsal-Spiel im Gang war und bei dem es offensichtlich um einiges ging. Jedenfalls war der Platz gesaeumt von bestimmt 500 Leuten die einen heidenlaerm veranstalteten und voll mit dem Spiel mitgingen. Wir konnten in Erfahrung bringen, dass es ein Halbfinal-Spiel war (von was erfuhren wir leider nicht) Wir blieben bis zum Schluss da und schauten uns das Spektakel an. Beim Schlusspfiff stuermten x-Zuschauer aufs Feld und feierten die Siegreiche Mannschaft frenetisch. War auf jeden Fall sehr amuesant.
Am naechsten Tag hatten wir geplant eine Bike-Tour zu machen die man uns empfohlen hatte und die auch im Reisefuehrer gelobt wurde. Von Banos sollte es mit dem Bike dem Rio Negro entlang runter nach Payo gehen, dass rund 66 Kilomter entfernt von Banos liegt. Leider regnete es leicht als wir aufstanden, entschieden uns aber dann doch dazu die Tour zu machen. Nur Hug wollte nicht mitkommen und lieber rund um Banos etwas wandern gehen. Also mieteten wir uns fuer 5 Dollar Mountainbikes und liessen uns eine Karte mit der Route geben. Mehrheitlich fuehrte sie auf der Hauptstrasse runter nach Payo und es sollte nur "einzelne kleine Steigungen" geben. Zuerst ging es tatsaechlich vor allem bergab. Nach rund 8 Kilometern, passierten wir eine Bruecke auf denen mehrere Leute mit Seilen rumhantierten. Sie boten einen Sprung am Seil von der rund 25 Meter hohen Bruecke an. Lueku fand schliesslich den Mut und machte den Sprung, es war ihm aber anzusehen, dass er doch ziemlich Angst hatte :-) Aber ich haette das gar nicht geschafft deshalb respekt. Der Guide sprach ziemlich gut deutsch und so erfuhren wir, dass er vor 14 Jahren als Guide fuer Alpin-Raft in Interlaken gearbeitet hatte und dort sogar dafuer verantwortlich war dass man das House-Running am Metropole eingefuehrt habe, wie er uns erzaehlte. Wir setzten unsere Fahrt fort und ein paar Kilomter weiter war ein doppelter Wasserfall zu bewundern, den man mit einer kleinen Transport-Seilbahn die von der Strasse in die Schlucht des Rio Negros runter fuhr, erreichte. Danach ueberquerte man noch den Fluss auf einer Haengebruecke. Am anderen Ufer empfing uns eine Dame die 50 Cent Eintritt wollte um in die Naehe des Wasserfalls zu kommen und um die "Ruinen" zu sehen. Wir kamen erst nicht ganz nach, bezahlten aber schliesslich die 50 Cent um zum Wasserfall zu gehen und die von ihr "versprochenen" Ruinen zu sehen. Die Ruinen entpuppten sich als irgendwelche Grundsteine und eine Toilette die auf einem Vorsprung stand....Zurueck bei der Haengebruecke zeigte und die nette Dame aber einen Ordner voller Bilder und wir sahen was es damit auf sich hatte. Vor rund drei Monaten hatte eine Flut aus dem vorher nur einfachen Wasserfall zwei gemacht und ein kleines Paradies mit sich weggeschwemmt. Unter dem Wasserfall stand vorher ein kleines Hotel mit Natur-Pool und einem herrlichen Garten mit tropischen Pflanzen und Blumen. Es muss wirklich ein kleines Paradies gewesen sein. Von dem ist leider gar nichts mehr zu sehen, ausser Geroell, Steinen, Schlamm und Matsch. Sehr eindruecklich wie die Natur uns Menschen immer wieder vor Augen fuehrt dass sie schlussendlich doch maechtiger ist....Etwas weiter konnten wir sogar noch mit einer anderen Transport-Seilbahn ueber die gesamte Schlucht fahren und uns den Wasserfall noch von oben ansehen. Auch hier sah man die gewalt welche das Wasser gehabt haben musste sehr eindruecklich. Sonst aber war das Tal durch das wir mit dem Bike fuhren unglaublich schoen. Bewaldete steile Haenge und immer wieder kleinere oder groessere Wasserfaelle. Mit dem runterfahren war es danach aber vorbei und einige happige Gegensteigungen folgten nun den Abfahrten. Schliesslich mussten wir unseren Plan bis nach Payo zu fahren aufgeben und fuhren nach rund 30 Kilometern mit einem Bus der unsere Bikes aufs Dach band zurueck nach Banos. Ich aergere mich noch jetzt dass ich meine Kamera vergessen habe und diese einmaligen Eindruecke und Landschaften nicht auf Fotos verewigen konnte.
Nach dem wir zurueck in Banos waren, gingen wir etwas essen und schliesslich zurueck ins Hostel. Tuete und Lueku hatten sich entschieden schon am Abend nach Quito zu fahren um dort noch etwas das Nachtleben zu erkunden. Hug, Fabio und ich blieben noch im beschaulichen aber gemuetlichen Banos und gingen gegen Abend noch in ein natuerliches Schwefelbad was wir nach dem anstrengenden Tag doch sehr genossen. Auch Hug war ziemlich kaputt war er doch eine eindrueckliche Strecke gewandert. Aber das Bad war wirklich toll und sogar der Vulkan grollte ein paar mal bedrohlich in der Ferne als wolle er uns daran erinnern weshalb wir ueberhaupt in diesem Bad sitzen konnten.
Am naechsten Morgen gings nach dem wir noch die zweite Halbzeit des ersten WM-Spiels geschaut hatten gegen 9 Uhr in Richtung Quito, wobei im Bus das Spiel Australien-Ghana uebertragen wurde. In Quito angekommen, nahmen wir uns ein Taxi zum Hotel in dem Tuete und Lueku eingecheckt hatten. Wir wollten danach noch etwas das Viertel in dem wir waren (La Mariscal) erkunden. Leider regnete es bei 15 Grad wieder einmal und wir liessen es bei einem kleinen Rundgang und liessen uns schliesslich fuer drei Stunden in einem Mongolian-All you can eat nieder und schlugen uns die Baeuche voll. Inklusive waren auch (allerdings waesserige) Cocktails von denen wir aber auch ein paar hinuntergossen ;-) Schliesslich gingen wir noch weiter in einen Kneipe, kickerten (wobei Hug und Fabio ungeschlagen blieben gegen Abwechselnd Tuete, Lueku und mich) um schliesslich noch Beer-Pong zu spielen. Ein lustiges Spiel bei dem man mit einem Tischtennis-Ball in Becher des anderen Teams treffen muss, die dann von dem Team ausgetrunken werden mussten. Mich erwischte es dabei besonders hart. Waehrend Tuete nur einen Becher kippen musste, hatte ich praktisch den ganzen rest des pichters...was sich danach auch etwas bemerkbar machte :-) Schliesslich gingen wir noch auf die Suche nach einer Ska-Punk-Kneipe die wir nach ein wenig suchen auch fanden, aber leider nicht mehr die Ska und Punk-Kneipe war wie uns empfohlen wurde, sondern eine ganz normale Disco. So gingen wir schliesslich zurueck ins Hostel.
Heute mussten wir dann viel zu frueh aus den Federn, wartete doch das Spiel LDU Quito gegen CD Olmedo das bereits um 11 Uhr (!!!) angepfiffen wurde.
20.Juni 2010, LDU Quito - CD Olmedo
Seria A, Ecuador, Estadio La Casa Blanca, Quito ca 3500 Zuschauer (ca.50 Gaeste)
Nach dem wir erfolglos ein paar Leute auf der Strasse gefragt hatten wo denn das Stadion liege, nahmen wir uns ein Taxi und fuhren zum Stadion. Vor dem Stadion sehr wenig los und auch drin im rund 62000 Zuschauer fassenden Stadion kaum mehr. Schlussendlich versammelten sich rund 3500 Zuschauer im schoenen Stadion, das gewisse Aehnlichkeiten mit dem Barcelona-Stadion in Guayaquil aufwies Hinter dem einen Tor rund 100 LDU-Fans die immerhin 90 Minuten durchsangen. Sonst aber war nicht sehr viel los und das Spiel war auch eine einseitige Angelegenheit. LDU fuehrte schnell 2-0 und kurz darauf wurde ein Olmedo-Spieler fuer ein doch eher harmloses Foul auch noch vom Platz gestellt. LDU gelang noch vor dem Pause mittels schoener direktabnahme nach einem Eckball das 3-0, welches sie in der zweiten Halbzeit bis zum Schluss noch in ein 5-0 hochschraubten.
Am naechsten Morgen weckte mich sehr frueh ein Bagger, der gleich neben unserem Hotel am Strand irgendwelche grosse Steine umherschob. So war ich dann rechtzeitig zur zweiten Halbzeit von Neuseeland-Slowakei in einer Bar. Die anderen standen dann auch irgendwann auf, so dass wir uns zum Fruehstueck das zweite Spiel anschauen konnten. Da das Wetter leider immer noch nicht mitmachte, verbrachten wir den Tag eigentlich mit Essen, trinken und Fussball schauen. Um 5 Uhr fuhr dann unser Bus zurueck nach Guayaquil. Wir gingen wieder ins uns bereits bekannte Hotel Sander. Da leider Ausgangsmaessig in der Umgebung ausser lauten assigen Discos nichts wirklich gutes gab, gingen wir frueh ins Bett.
Am naechsten Tag wartete bereits um 14.00 Uhr (und das an einem Mittwoch) das Spiel Emelec gegen LDU Quito.
16.Juni 2010, CS Emelec - LDU Quito
Seria A, Ecuador, Estadio George Capwell, Guayaquil ca. 22000 Zuschauer (ca.30 Gaeste)
Wir quetschten uns wieder mal zu fuenft in ein Taxi und liessen uns zum Stadion fahren. Wir hatten im Vorfeld im Internet gelesen dass Fans von Emelec welche beim Auswaertssieg gegen den Stadtrivalen Barcelona im Stadion gewesen waren, gratiseintritt geniessen wuerden. Da das Stadion nur rund 24000 Zuschauer fasst, dachten wir es werde wohl nicht all zu viele Zuschauer haben, zumal noch bei dieser eher unguenstigen Anspielzeit von 14.00 Uhr. Aber wir hatten uns ziemlich getaeuscht. Als wir kurz nach zwoelf am Stadion ankamen, war dies bereits brechend voll. Wir gingen ums Stadion rum und versuchten unser Glueck ins Stadion zu kommen. Und tatsaechlich wurden wir eingelassen. Ein netter Herr wollte uns zeigen wo wir unsere Plaetze finden wuerden und standen ploetzlich am Spielfeldrand. Der Herr erklaerte uns wir muessten einfach ueber den Platz gehen und dort bei einem anderen Tor wieder rein. So standen wir also ploetzlich zu fuenft auf dem Rasen eines mit ueber 20000 Zuschauern gefuellten, engen Stadions. Ein geiles Erlebnis, zumal wir von den Fans hinter dem einen Tor als wir dort in die Naehe kamen auch noch ausgepfiffen wurden, keine Ahnung warum :-)
Beim Einlauf der Mannschaften, Wurfrollen hinter beiden Toren und hinter dem einen Tor ein wenig Rauch. Die Stimmung war anfangs sehr gut, zumal Emelec nach dem Sieg bei Barcelona ja die Tabellenfuehrung uebernommen hatte. Leider wurden unsere erwartungen nach dem doch sehr guten Auftritt der Fans von Emelec beim Derby nicht erfuellt. Alles in allem war fuer die Menge Zuschauer in diesem engen Stadion recht wenig los. Das lag sicher auch am wenig berauschenden Spiel welches zum Glueck doch noch einen Hoehepunkt hatte. In der 93.Minute gelang Emelec doch noch der Siegtreffer und das Stadion stand wenigstens einmal an diesem Nachmittag voellig Kopf. Und danach erkannte man auch das Potential dass Emelec eigentlich haette. Das ganze Stadion tobte und es wurde unglaublich laut. wenn die Polizei das Stadion nicht ziemlich frueh nach dem Spiel geraeumt haette waeren die Emelec-Fans wohl noch ein weilchen am Singen gewesen. So aber wurden auch wir von der Polizei aus dem Stadion gejagt. Wir gingen zu Fuss zurueck Richtung Stadtzentrum. Da die anderen noch nicht im Viertel Las Penas waren, welches Mark und ich bereits besucht hatten, begleitete ich sie dorthin und ging schliesslich die gesamten 444 Treppenstufen nochmal mit hoch. Wenigstens war es nicht mehr so heiss wie noch bei Mark und mir. Wir liessen uns noch in einer Bar nieder, tranken noch ein paar Bier, ehe Tuete und Lueku noch in den Ausgang wollten da sie beim letzten Spiel in Guayaquil irgendwelche Einheimischen Maedels kennen gelernt hatten. Die Adresse an welcher sie sich treffen wollten, loeste aber bei allen Leuten die sie fragten nur kopfschuetteln aus und am naechsten Morgen sollten wir erfahren, dass sogar der Taxifahrer sich weigerte sie dorthin zu bringen :-) Fabio, Hug und ich blieben noch etwas in dem netten Viertel, das auch am Abend einen gemuetlichen Eindruck hinterliess, tranken nochmals einen Jarra (Pitcher) Bier und schauten uns noch im TV an wie Barcelona gegen Olmedo nicht ueber ein 0-0 hinauskaum und deshalb bereits 3 Punkte hinter Emelec liegt. Am naechsten Tag war eigentlich geplant nach Riobamba zu fahren um dort einen Touristen-Zug (also besser einen Schienenbus) zu nehmen. Leider erfuhren wir dann das die von uns ausgesuchte Linie gerade im Umbau war und deshalb nicht befahren wurde. So entschieden wir uns, nach Banos zu fahren, einem 15000-Einwohner zaehlenden Touristen-Staedtchen am Fusse des Vulkans Tungurahua der vor rund drei Wochen ausgebrochen war und dessen Aschewolke zeitweise den Flughafen von Quito lahmgelegt hatte. Am Busbahnhof fanden wir auch gleich ein Unternehmen, dessen Bus sofort abfahren wuerde. Sie konnten uns aber kein Ticket mehr ausdrucken weil der Bus eigentlich schon abgefahren waere. Aber am Ausgang zu den Bussen wurden wir wegen den fehlenden Tickets (und die man uns im Bus verkaufen wollte) nicht durchgelassen. Alles verhandeln auch von den Mitarbeitern des Bus-Unternehmens half nichts. Die Sicherheitsleute liessen uns nicht passieren und so fuhr der Bus ohne uns los. Also gingen wir wieder zurueck zu den Schaltern und fanden zum Glueck einen Bus der nur kurze Zeit spaeter abfahren wuerde. Auch klappte es diesmal mit Tickets und so konnten wir die rund 5-einhalb stuendige Fahrt antreten. Da es in die Berge ging, war die Fahrt entsprechend kurvenreich und holprig. Aber mit Musik im Ohr gings einigermassen. Man haette sich auch die Zeit mit einem Film der im Bus lief vertreiben koennen, da er aber auf spanisch war liess ich dass schnell einmal bleiben und stellte meinen Ipod moeglichst laut ein um die Lautsprecher des Busses welche den Ton des Films uebertrugen zu uebertoenen. Eine Reihe vor mir sass einer der sich schon nach zwei Stunden sehr assig verhielt und im Bus begann zu rauchen und auch als ihn andere Passagiere deswegen angingen, rauchte er seelenruhig weiter. Hoehepunkt war aber definitiv, als sich Lueku kurz mit dem Ruecken zu ihm auf den Sitz neben ihn gesetzt hatte, damit er mit etwas mit uns reden konnte. Als ich zuffaellig einen Blick zu ihm warf, war er doch seelenruhig daran sich einen runterzuholen....
Lueku stand ziemlich schnell wieder von dem Sitz auf ;-)
Als wir in Ambato angekommen waren, hiess es ploetzlich wir muessten umsteigen, obwohl uns gesagt wurde der Bus fahre direkt nach Banos. Es machte ganz den Anschein, als wollte der Fahrer einfach nicht noch weiter nach Banos fahren, waeren wir doch die einzigen gewesen die da hin wollten. Also bezahlte er kurzerhand den anderen Bus damit er uns los war und nicht noch weiterfahren musste. Der Bus zum Glueck sogar noch um einiges bequemer als der vorherige und so war es auch fuer uns nicht weiter schlimm.
Banos liegt auf rund 1800 Meter und ist, wie bereits erwaehnt bekannt fuer seinen aktiven Vulkan, von dem einige Thermal- und Schwefelbaeder in der kleinen Stadt gespeist werden. Ebenfalls ist es ein Mekka fuer Rafting, Canyoning usw. Ebenfalls hat es in der Umgebung einige eindrueckliche Wasserfaelle die in den Rio Negro muenden. Nach der Ankunft schnell unser ausgesuchtes Hostel gefunden und Fabio war auch gluecklich, sollte es doch reichen um das entscheidende Finalspiel der NBA live im TV zu sehen. Lueku und Fabio gingen deshalb einkaufen und kochten im Hostel etwas und schauten das Spiel, waehrend Tuete, Hug und ich in der Stadt bei einem Italiener gute Teigwaren und eine Pizza verdrueckten. Zurueck im Hostel schauten wir uns auch noch etwas Basektball an und unterhielten uns mit den drei anderen Schweizerinnen die neben Amerikanschen Medizin-Studenten die im Krankenhaus von Banos arbeiteten auch noch im Hostel waren. Ploetzlich wurden wir auf Laerm aufmerksam der von draussen rein drang und von einem Platz nicht weit vom Hostel entfernt kam. Wir gingen kurz raus und sahen das gerade ein Futsal-Spiel im Gang war und bei dem es offensichtlich um einiges ging. Jedenfalls war der Platz gesaeumt von bestimmt 500 Leuten die einen heidenlaerm veranstalteten und voll mit dem Spiel mitgingen. Wir konnten in Erfahrung bringen, dass es ein Halbfinal-Spiel war (von was erfuhren wir leider nicht) Wir blieben bis zum Schluss da und schauten uns das Spektakel an. Beim Schlusspfiff stuermten x-Zuschauer aufs Feld und feierten die Siegreiche Mannschaft frenetisch. War auf jeden Fall sehr amuesant.
Am naechsten Tag hatten wir geplant eine Bike-Tour zu machen die man uns empfohlen hatte und die auch im Reisefuehrer gelobt wurde. Von Banos sollte es mit dem Bike dem Rio Negro entlang runter nach Payo gehen, dass rund 66 Kilomter entfernt von Banos liegt. Leider regnete es leicht als wir aufstanden, entschieden uns aber dann doch dazu die Tour zu machen. Nur Hug wollte nicht mitkommen und lieber rund um Banos etwas wandern gehen. Also mieteten wir uns fuer 5 Dollar Mountainbikes und liessen uns eine Karte mit der Route geben. Mehrheitlich fuehrte sie auf der Hauptstrasse runter nach Payo und es sollte nur "einzelne kleine Steigungen" geben. Zuerst ging es tatsaechlich vor allem bergab. Nach rund 8 Kilometern, passierten wir eine Bruecke auf denen mehrere Leute mit Seilen rumhantierten. Sie boten einen Sprung am Seil von der rund 25 Meter hohen Bruecke an. Lueku fand schliesslich den Mut und machte den Sprung, es war ihm aber anzusehen, dass er doch ziemlich Angst hatte :-) Aber ich haette das gar nicht geschafft deshalb respekt. Der Guide sprach ziemlich gut deutsch und so erfuhren wir, dass er vor 14 Jahren als Guide fuer Alpin-Raft in Interlaken gearbeitet hatte und dort sogar dafuer verantwortlich war dass man das House-Running am Metropole eingefuehrt habe, wie er uns erzaehlte. Wir setzten unsere Fahrt fort und ein paar Kilomter weiter war ein doppelter Wasserfall zu bewundern, den man mit einer kleinen Transport-Seilbahn die von der Strasse in die Schlucht des Rio Negros runter fuhr, erreichte. Danach ueberquerte man noch den Fluss auf einer Haengebruecke. Am anderen Ufer empfing uns eine Dame die 50 Cent Eintritt wollte um in die Naehe des Wasserfalls zu kommen und um die "Ruinen" zu sehen. Wir kamen erst nicht ganz nach, bezahlten aber schliesslich die 50 Cent um zum Wasserfall zu gehen und die von ihr "versprochenen" Ruinen zu sehen. Die Ruinen entpuppten sich als irgendwelche Grundsteine und eine Toilette die auf einem Vorsprung stand....Zurueck bei der Haengebruecke zeigte und die nette Dame aber einen Ordner voller Bilder und wir sahen was es damit auf sich hatte. Vor rund drei Monaten hatte eine Flut aus dem vorher nur einfachen Wasserfall zwei gemacht und ein kleines Paradies mit sich weggeschwemmt. Unter dem Wasserfall stand vorher ein kleines Hotel mit Natur-Pool und einem herrlichen Garten mit tropischen Pflanzen und Blumen. Es muss wirklich ein kleines Paradies gewesen sein. Von dem ist leider gar nichts mehr zu sehen, ausser Geroell, Steinen, Schlamm und Matsch. Sehr eindruecklich wie die Natur uns Menschen immer wieder vor Augen fuehrt dass sie schlussendlich doch maechtiger ist....Etwas weiter konnten wir sogar noch mit einer anderen Transport-Seilbahn ueber die gesamte Schlucht fahren und uns den Wasserfall noch von oben ansehen. Auch hier sah man die gewalt welche das Wasser gehabt haben musste sehr eindruecklich. Sonst aber war das Tal durch das wir mit dem Bike fuhren unglaublich schoen. Bewaldete steile Haenge und immer wieder kleinere oder groessere Wasserfaelle. Mit dem runterfahren war es danach aber vorbei und einige happige Gegensteigungen folgten nun den Abfahrten. Schliesslich mussten wir unseren Plan bis nach Payo zu fahren aufgeben und fuhren nach rund 30 Kilometern mit einem Bus der unsere Bikes aufs Dach band zurueck nach Banos. Ich aergere mich noch jetzt dass ich meine Kamera vergessen habe und diese einmaligen Eindruecke und Landschaften nicht auf Fotos verewigen konnte.
Nach dem wir zurueck in Banos waren, gingen wir etwas essen und schliesslich zurueck ins Hostel. Tuete und Lueku hatten sich entschieden schon am Abend nach Quito zu fahren um dort noch etwas das Nachtleben zu erkunden. Hug, Fabio und ich blieben noch im beschaulichen aber gemuetlichen Banos und gingen gegen Abend noch in ein natuerliches Schwefelbad was wir nach dem anstrengenden Tag doch sehr genossen. Auch Hug war ziemlich kaputt war er doch eine eindrueckliche Strecke gewandert. Aber das Bad war wirklich toll und sogar der Vulkan grollte ein paar mal bedrohlich in der Ferne als wolle er uns daran erinnern weshalb wir ueberhaupt in diesem Bad sitzen konnten.
Am naechsten Morgen gings nach dem wir noch die zweite Halbzeit des ersten WM-Spiels geschaut hatten gegen 9 Uhr in Richtung Quito, wobei im Bus das Spiel Australien-Ghana uebertragen wurde. In Quito angekommen, nahmen wir uns ein Taxi zum Hotel in dem Tuete und Lueku eingecheckt hatten. Wir wollten danach noch etwas das Viertel in dem wir waren (La Mariscal) erkunden. Leider regnete es bei 15 Grad wieder einmal und wir liessen es bei einem kleinen Rundgang und liessen uns schliesslich fuer drei Stunden in einem Mongolian-All you can eat nieder und schlugen uns die Baeuche voll. Inklusive waren auch (allerdings waesserige) Cocktails von denen wir aber auch ein paar hinuntergossen ;-) Schliesslich gingen wir noch weiter in einen Kneipe, kickerten (wobei Hug und Fabio ungeschlagen blieben gegen Abwechselnd Tuete, Lueku und mich) um schliesslich noch Beer-Pong zu spielen. Ein lustiges Spiel bei dem man mit einem Tischtennis-Ball in Becher des anderen Teams treffen muss, die dann von dem Team ausgetrunken werden mussten. Mich erwischte es dabei besonders hart. Waehrend Tuete nur einen Becher kippen musste, hatte ich praktisch den ganzen rest des pichters...was sich danach auch etwas bemerkbar machte :-) Schliesslich gingen wir noch auf die Suche nach einer Ska-Punk-Kneipe die wir nach ein wenig suchen auch fanden, aber leider nicht mehr die Ska und Punk-Kneipe war wie uns empfohlen wurde, sondern eine ganz normale Disco. So gingen wir schliesslich zurueck ins Hostel.
Heute mussten wir dann viel zu frueh aus den Federn, wartete doch das Spiel LDU Quito gegen CD Olmedo das bereits um 11 Uhr (!!!) angepfiffen wurde.
20.Juni 2010, LDU Quito - CD Olmedo
Seria A, Ecuador, Estadio La Casa Blanca, Quito ca 3500 Zuschauer (ca.50 Gaeste)
Nach dem wir erfolglos ein paar Leute auf der Strasse gefragt hatten wo denn das Stadion liege, nahmen wir uns ein Taxi und fuhren zum Stadion. Vor dem Stadion sehr wenig los und auch drin im rund 62000 Zuschauer fassenden Stadion kaum mehr. Schlussendlich versammelten sich rund 3500 Zuschauer im schoenen Stadion, das gewisse Aehnlichkeiten mit dem Barcelona-Stadion in Guayaquil aufwies Hinter dem einen Tor rund 100 LDU-Fans die immerhin 90 Minuten durchsangen. Sonst aber war nicht sehr viel los und das Spiel war auch eine einseitige Angelegenheit. LDU fuehrte schnell 2-0 und kurz darauf wurde ein Olmedo-Spieler fuer ein doch eher harmloses Foul auch noch vom Platz gestellt. LDU gelang noch vor dem Pause mittels schoener direktabnahme nach einem Eckball das 3-0, welches sie in der zweiten Halbzeit bis zum Schluss noch in ein 5-0 hochschraubten.
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