Sonntag, 14. Dezember 2014

Zürich - Abu Dhabi - Sydney

So geht es also los. Nachdem die kleinen Schwierigkeiten vor dem Start (Rucksack defekt) pragmatisch mit einem Neukauf eines Rucksackes behoben werden konnten und (fast) alles eingepackt war - selbstverständlich habe ich was liegen lassen und zwar das Datenkabel für die Kamera ;-) Aber das ist nun auch nichts was man hier noch kaufen kann ;-) - ging es also am Freitag morgen früh nach Zürich. Eine gewisse Anspannung kann ich jetzt nicht leugnen, lag zwar einerseits noch am Vorabend und dem YB-Spiel (....) aber andererseits natürlich doch auch an der Aussicht nun etwas mehr als 21 Stunden reine Flugzeit erleben oder ertragen zu dürfen.

Und bereits am Flughafen Zürich die erste überraschende Begegnung. Als ich mich auf Facebook quasi verabschiedete und allen einen schönen Winter wünschte, antwortete doch tatsächlich jemand mit "Wo bist du? Bin auch am Flughafen in Zürich, Gate E, muss aber gleich boarden" Und tatsächlich stand kurze Zeit später Sibylle Stähelin vor mir die den gleichen Flieger besteigen sollte. Zufälle gibt es. Zwar konnten wir die über sechs Stunden nicht gemeinsam fliegen, aber so hatten wir beide wenigstens in Abu Dhabi Zeit bei einem Bier uns gegenseitig unsere Pläne zu erzählen und so verging die Wartezeit bis zu unseren Anschlussflügen wie im Fluge höhöhö. (Sorry der musste sein)

 

 Das alles war bisher sehr angenehm, mein Sitznachbar am Fenster musste trotz viel Getränken nicht einmal aufstehen. Das war bei mir nach 3 (starken) Rum-Cola nicht der Fall. Aber genau deshalb pflege ich auch Gangplätze zu nehmen ;-) Das war leider auf dem zweiten Flug nun anders. Die Dame in der Mitte meiner Dreierreihe hatte a) eine nervöse Blase und war b) um einiges breiter als ich und das will was heissen ;-) Aber gut, gegen vorne genügend Abstand, Getränke und Essen gab es auch im Überfluss und auch wenn ich nicht viel gepennt habe verging die Zeit eigentlich ziemlich schnell. Ich hoffe einfach die haben auf dem Rückflug noch ein paar neue Filme die ich jetzt noch nicht gesehen habe im Angebot, sonst könnte es hart werden.

 Das ich kaum gepennt habe, war zwar keine Absicht, aber so glaube ich mein Glück. So war ich dann gegen 21.30 Uhr Ortszeit endlich im Hostel und so Hundemüde das meinem Körper gar nicht in den Sinn kam auch nur einen Gedanken an Jetlag zu verschwenden. Kurz nach dem Einchecken schlief ich ich auch schon ein und erwachte auch erst als direkt neben meinem Fenster (Oder wie man diese kleine Öffnung in der Wand mit einem Schieber auch nennen soll) ein Vogel einen unglaublichen Lärm veranstaltete. War zwar "erst" sieben Uhr, aber ich wollte ja eh was vom Tag haben. Um 8 Uhr stand ich jedenfalls auf der Matte um eine Touri-Tour durch Sydney zu machen. Nach einem tollen kleinen Frühstück und super Kaffee (Wer mal dort in der Nähe ist: "Room 10" heisst der kleine Laden nähe Kings Cross, wirklich zu empfehlen.)


 ging ich zu Fuss in Richtung Meer. Die Stadt gefällt zumindest hier durch viele kleine alte Villen und andere Häuser im viktorianischen Stil. Wirklich nett anzusehen. Ich ging bis zur Woolloomooloo Bay wo einige Schiffe der Australischen Marine vor Anker liegen, unter anderem sogar ein Flugzeug-Träger, ziemlich gross so ein Ding. Dann ging es weiter durch die Royal Botanic Gardens mit vielen Papageien und anderen Vogelarten und vielen verschiedenen Pflanzen in Richtung Opera House und Harbour Bridge. Interessant dabei das am Eingang der Gärten ausdrücklich dazu eingeladen wurde, übers Gras zu gehen und die Bäume und Pflanzen "zu erfühlen" Sehr nett wie ich finde und doch eher erstaunlich wenn man sonst die vielen Verbotsschilder in der Stadt so sieht. Schnell die obligaten Touri-Fotos geschossen vom Opera House und der sehr eindrücklichen Harbour Bridge, dann den Tipp ernstgenommen wonach man Sydney am Besten vom Wasser aus sieht. Also eine Fähre nach Manly genommen. Die Fahrt dauert rund 30 Minuten und ist wirklich eindrücklich. Die City mit ihren Hochhäusern, davor das Opera House und die Harbour Bridge, wirklich ein tolles Panorama.

Manly ist ein kleiner Ort auf einer Landzunge vor Sydney mit schönen Stränden und netten Restaurants. Und angeblich weniger aufgesetzt und mondän wie die Gegend um Bondi Beach. Überprüfen kann ich das nicht, da mir keine Zeit bleibt den berühmten Strand noch zu besuchen. Manly und insbesondere der Strand wusste zwar zu gefallen und die Wellen sind an einem normalen Tag wie heute schon beeindruckend. Aber der ganze Ort wirkte schon etwas touristisch und alles war noch mal etwas teurer als es schon in Sydney der Fall war. Lustig war als ich auf dem Rückweg zur Fähre einen anderen Weg nahm als vorher und direkt an einem Cricket-Ground vorbei lief wo wohl Jugendmannschaften gegeneinander antraten. Kurz mal auf die Tribüne gesetzt und dem Treiben ein wenig zugesehen. Wenn man aber keine Ahnung von den Regeln hat, wird das halt auch ziemlich schnell langweilig :-) Lustig war es aber trotzdem wie da doch sicher 50 Leute teilweise ausgerüstet mit Kühlboxen voller Getränke und Tüten voller Essen mitfieberten und wirklich gebannt aufs Spielfeld schauten obwohl meiner Meinung nach dort nicht viel los war. Aber wie gesagt ich habe auch keine Ahnung von dem seltsamen Spiel.

 Da ans Baden im Meer wegen meinem frischen Tattoo und dem Wellengang, bei dem auch ein Abbinden der Stelle wohl nichts genützt hätte, eh nicht zu denken war zog es mich dann relativ früh gegen mittag wieder zurück in die City. Und schliesslich wollte ich am Nachmittag gleich mal den Länderpunkt Australien klar machen. Auf dem Programm stand ein Spiel der australischen Youth League zwischen Sydney FC Youth und Melbourne City FC Youth. Das Stadion der "Lambert Park" gehört eigentlich dem A.P.I.A Leichhardt Tigers Football Club einem Verein der von Italienischen Einwanderern 1954 gegründet worden ist. APIA war 1987 sogar mal Australischer Meister und gewann 1992 den League Cup.


Seit der Gründung der Profiliga A-League spielt der Verein in der nach mehreren Umstrukturierungen nun zweithöchsten Liga des Landes, wobei unter der A-League mehrere Meisterschaften unter der Ägide der regionalen Fussballverbände stattfinden und am Ende der Saison eine Nationale Finalrunde im K.O.-System ausgetragen wird. Die Verwurzelung in der italienischen Diaspora in Sydney scheint gross zu sein. Schon nur die Werbebanner rund ums Spielfeld lassen dies vermuten, waren doch die meisten Firmen oder Geschäfte die dort Werbung machen mit Italienischen Namen versehen darunter auffallend viele italienische Restaurants. Leider ist die Saison der Premier League NSW und der anderen Premier Leagues der verschiedenen Regionen bereits vorbei und die A-League-Spiele waren Freitag oder Samstag, also zu früh für mich. So muss halt eben heute ein Spiel der U21-Mannschaften der A-League-Vereine Sydney FC und Melbourne City FC herhalten. Die A-League ist ein eher komisches Konstrukt nach Franchise-Vorbild aus den USA. Passt eigentlich so gar nicht zu einem Land welches immer noch die Queen als Staatsoberhaupt hat. Aber gut. Jedenfalls hiess zum Beispiel der Melbourne City FC bis vor zwei Jahren noch Melbourne Hearts. Weil aber Manchester City das Team aufkaufte wurde der Name geändert...Sie spielen im übrigen in den exakt gleichen Trikots wie Manchester City und haben auch den gleichen Brustsponsor (Ethiad Arways)

Zum Spiel gibt es dann später noch einen kleinen Bericht, ist einiges passiert :-)

St.Pauli schauen oder hören war nicht möglich (WLAN zu schwach im Hostel) aber immerhin der Ticker funktioniert und nebenher im Blog schreiben ist ja auch was.

Morgen geht es mit dem Zug nach Katoomba in den Blue Mountains. Dort bleibe ich dann mal für zwei Tage und hoffe dass es nach den Wanderungen in der Natur neues zu berichten gibt. Und auf der Zugfahrt sollte dann auch der Bericht zum Spiel fertig werden.

Kommentare:

  1. Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.

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  2. So verdammt

    Kommentare schreiben scheint nicht zu meinen Kernkompetenzen zu gehören.

    Aber gut zu wissen, dass du schon in den Blue Mountains bist.

    G'day mate

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