Endlich ging es auch für YB nach der Winterpause wieder los. Es wartete der Gang ins Tessin zur AC Bellinzona bei der man in der Hinrunde verloren hatte und zu Hause nicht über ein Unentschieden hinaus gekommen war. Also sicher keine leichte Aufgabe für Gelb-Schwarz zumal ein Sieg aufgrund des Rückstandes auf den FCB, FCZ und FCL schlicht Pflicht war.
Die Hinfahrt gestaltete sich schon mal weniger entspannt als auch schon. Wir hatten uns mit unserer Einschätzung der Mitfahrenden leicht vertan und statt der 400 die Platz gehabt hätten waren es wohl an die 500 Leute die mitfuhren was doch für einige Stehplätze sorgte. Samstag Abend und weite Anreise bedeutet auch zwangsläufig viel Alkohol, aber zumindest bis zum Schluss des Spiels hielten sich die Ausfälle eigentlich in Grenzen. Staunen kann ich immer wieder über die Ignoranz von Teilen die bei uns so mitfahren. Wie kann es eigentlich sein, dass man kaum 5 Minuten nach dem Flyer mit der Auswärtsfahren-Regelung verteilt wurden, eine Mitreisende darauf aufmerksam machen muss dass im Familienwagen an der Spitze des Zuges nicht geraucht wird?
Im Tessin erwartete uns Frühlingshaftes Wetter und der Gang vom Bahnhof zum Stadion bei gut und gerne 15 Grad kam einem Spaziergang an einem Frühlingsabend gleich, wobei einzig das Grossaufgebot an Polizei diese Phantasie zunichte machte :-)
Vor dem Stadion einmal mehr vier verrückte Darmstädter getroffen und denen noch Tickets fürs Spiel besorgt. Ist wohl das Mindesten wenn vier Leute 1800 Kilometer zurücklegen für 90 Minuten Schweizer Fussball.
Vor dem Stadion noch eine sehr leckere "Luganighetta" gegessen, scheinbar eine Tessiner-Bratwurstspezialität. War zwar teuer aber schmeckte gut. Im Block drin wie immer etwas an den Rand gestellt weil man in dem Scheiss Gästeblock auch ohne wehende Fahnen im Blockfeld eher wenig sieht. Die doch etwas überraschende Aufstellung bekam man aber zum Glück mit. Vor Goalie Wölfli reihte sich eine Dreier-Abwehr mit Affolter, Dudar und Nef auf, im Vierer-Mittelfeld besetzten Costanzo und Doubai die Zentrale und Spycher (links) und Sutter (rechts) besetzten die Couloirs. Im Dreier-Sturm überraschte Petkovic mit der Nomination von Mario Raimondi auf links. Bienvenu in der mitte und Lulic rechts durfte man erwarten. Neuzugang Farnerud (Oder Fahrni Rüedu wie einige schon zu sagen pflegen :-) )vorerst also auf der Bank. YB begann sehr engagiert und setzte die Tessiner gleich unter Druck und nach 8 Minuten war Bellenz-Keeper Gritti bereits ein erstes Mal geschlagen, der Lupfer von Bienvenu landete aber an der Latte und der Nachschuss klärte ein Tessiner auf der Linie. Doch nur wenig später entwischte Bienvenu nach einem Abkick von Wölfli (!!!) der Bellinzona-Abwehr und liess auch den letzten Tessiner Feldspieler schlecht aussehen den er mit ein wenig Körpereinsatz wegspedierte und den Ball unhaltbar für Gritti in die Maschen drosch. Was für ein Auftakt in dieses Spiel. Und es ging in gleichem Stile weiter. Raimondi sah seinen Schuss von Gritti gehalten und Bienvenu sah kurze Zeit später seinen Abschluss erneut auf der Linie geklärt. Lulic und Raimondi auf den Seiten sorgten immer wieder für viel Wirbel und stellten die Tessiner ein fürs andere Mal vor grosse Probleme. Bellinzona kam kaum einmal vors Tor von Wölfli. Ausser kurz vor dem Seitenwechsel. Affolter verschuldete einen Freistoss knapp an der Strafraumgrenze und irgend ein Bellinzona-Spieler drosch den Ball in die Torwart-Ecke zum völlig unverdienten Ausgleich.
Danach YB bis zur Pause leicht geschockt und nicht mehr in der Lage den alten Druck wieder aufzubauen. Es war bereits wieder eine leichte Verunsicherung spürbar. Da kam die Halbzeit-Pause m.E. nicht ungelegen.
Doch meine Skepsis löste sich schnell in Luft auf. YB kam so aus der Kabine zurück wie man das Spiel begonnen hatte. Konzentriert, druckvoll und spielfreudig. Lulic setzte sich nach zwei Minuten gekonnt am rechten Flügel durch, bediente den im Strafraum lauernden Bienvenu, 1:2, so einfach geht das. Und die AC Bellinzona war nun zu keinem Zeitpunkt zu einer Reaktion fähig. YB beherrschte die Partie von A bis Z und liess keinen Zweifel mehr am Spielausgang aufkommen. Erst krönte Lulic seine Starke Leistung mit dem 1:3, ehe der kurz zuvor eingewechselte Mayuka nach erneut schöner Vorarbeit von Lulic das 1:4 markierte. Und in der Nachspielzeit verhinderte Thiesson dass auch Mayuka zu seinem zweiten persönlichen Treffer kam und bugsierte den Ball gleich selbst über die Linie. Das 1:5 war auch in dieser Höhe absolut verdient. Neuzugang Farnerud der rund 30 Minuten vor Schluss für den eher blassen Costanzo eingewechselt wurde, deutete sein grosses Potential schon mal an. Ballsicherheit, Präzision und körperliche Robustheit sind beeindruckend. An dem könnten wir noch viel Freude haben und wenn er dann wirklich Fit ist, sehe ich im Moment für Costanzo keinen Platz im Team. Gegen den FCZ nächsten Sonntag könnte er eventuell den leider nach seiner vierten gelben Karte gesperrten Lulic ersetzen aber sonst ist im Moment wohl eher kein Platz für ihn. Ebenfalls sehr erfreulich verlief das Comeback von Emiliano Dudar. Schon nur seine Präsenz verleiht unserer Abwehr eine gewisse Stabilität die uns in seiner Abwesenheit schlicht gefehlt hat.
Ein definitiv gelungener Auftakt auch wenn ich mal die Prognose wage, dass es Bellinzona wenn die so weiter machen erwischen wird...
Da der Extrazug eh komplett überfüllt war und die SBB Leute mit einem GA sogar aufgefordert hatte mit Regelzügen nach Bern zurück zu fahren machten wir das auch. Und mit dem lustigen Spiel vom Radio DRS 3 (A B C DRS 3) verging die Fahrt bis Luzern auch recht schnell. Dort dann prompt der doofen SBB-Hausordnung auf den Leim gegangen, mein Bierkauf scheiterte an dem allgemeinen Verkaufsstopp von Alkohol in sämtlichen SBB-Bahnhöfen nach 22 Uhr...Na toll da freut man sich auf ein Bierchen auch um das folgende runterzuspühlen und dann das...
Eine Hiobsbotschaft gabs davor aber aus Hamburg wo ich ja am nächsten Morgen früh hinfahren wollte. Aber der Reihe nach. Erst rief mich ein Bekannter Fan vom Fanclub Old Town an und meinte das Derby sei abgesagt. Da besagte Person aber bei übermässigen Alkoholkonsum gerne zu solchen Telefongesprächen und Scherzen neigt, glaubte ich ihm natürlich kein Wort bis mich 5 Minuten später die Obersüdzecke aus Hamburg anrief mit der gleichen Botschaft und dem Zusatz "kein Scherz" Unglaublich, der sogenannte "Weltverein" schafft es tatsächlich drei Tage vor einem Spiel und bei diesen Wettervorhersagen (Das Tief war seit Tagen angekündigt und gerade in Hamburg kann es halt im Februar durchaus auch mal regnen...) seinen Rasen auszuwechseln. Das dies nicht gut gehen kann, sieht wohl auch jeder der keinen grünen Daumen hat...Nun den ging es halt wieder nach Hause statt nach Hamburg.
Die Meldungen aus dem Viertel waren aber auch ohne Derby genug aufregend. Bereits noch auf der Rückfahrt aus Bellinzona erreichten mich diverse Meldungen wonach hunderte HSV`er versucht hätten das Jolly anzugreifen und nur dank beherztem eingreifen der Gäste des Jolly Roger dies nicht gelang. Die Polizei liess den Mob tatsächlich unbehelligt vom Hans-Albers-Platz bis vors Jolly latschen wo der Angriff wie erwähnt zum Glück abgwehrt werden konnte. Quasi als Dank dafür dass man die Arbeit der Bullen gemacht hatte wurden scheinbar die Leute die den Laden verteidigten auch noch von den anrückenden Grünen zusammengeknüppelt....Und während ich diese Zeilen tippe erreichen mich bereits wieder neue Meldungen aus dem Viertel wonach die Bullen im und am Jolly Personenkontrollen durchgeführt hätten "weil der Verdacht bestand dass sich Leute vor dem Jolly sammeln um eine Straftat zu begehen"...wie dreist kann man eigentlich sein? Zuerst den Laden nicht schützen, dann die Leute die sich gegen einen Angriff wehren zusammenknüppeln und dann am nächsten Tag jene die nur zum Schutz ihrer Kneipe (Weil es die Polizei ja offensichtlich nicht tut!!!) vor Ort sind noch schikanieren....Und die Presse springt schön auf den Zug auf. Statt das Kind beim Namen zu nennen (Obwohl das erstaunlicherweise sogar die Polizei in ihrer Pressemitteilung gemacht hat) und von den Angriffen der HSV`er aufs Jolly zu berichten, wird von "Schlägereien zwischen den Fanlagern" geschrieben...da ist man echt sprachlos...
Hier noch eine Pressemitteilung von Ballkult/Jolly Roger:
Fankneipe Jolly Roger Ziel von Angriffen
Wir stellen fest:
Am 05.02. gegen 22.00 Uhr griffen bis zu 200 Personen das Jolly Roger in der Budapester Straße an. Zuvor lief diese Gruppe unbehelligt vom Hans-Albers-Platz über Reeperbahn und Hein-Hoyer-Straße. Der Angriff konnte von vielen Menschen abgewehrt werden. Die Polizei erschien erst etliche Minuten später und ging zunächst mit Schlagstöcken gegen St. Pauli-Fans vor dem Jolly Roger vor. Hierbei wurden einige Gäste leicht verletzt.
Noch mehrfach in der Nacht wiederholte sich das Szenario, hier war die Polizei aber früher vor Ort. Im Gebiet zwischen Paulinenplatz und Reeperbahn kam es über Stunden zu Auseinandersetzungen zwischen Polizei und HSV-Fans. Hierbei wurden Autos und Scheiben von Lokalen in Mitleidenschaft gezogen. Zu keiner Zeit haben größere Gruppen von St. Pauli-Fans das Jolly Roger verlassen.
Um ca. 2.00 Uhr wollte eine Gruppe von 4 Menschen vom Paulinenplatz zum Jolly Roger gehen. In der Paulinenstraße wurden sie von behelmten Polizisten ohne Grund und ohne Vorwarnung angegangen und in einen Hauseingang gestoßen. Ein junger Mann wurde in Gewahrsam genommen. Eine junge Frau wurde von der Polizei zu Boden gestoßen. Hierbei wurden ihr beide Unterarme gebrochen. Die Aufforderung, einen Rettungswagen zu rufen, wurde zunächst ignoriert und ihr stattdessen geraten, sich ein Taxi zu rufen. Der später doch noch eintreffende Rettungswagen brachte die Frau ins Krankenhaus St. Georg, wo sie sich auch am heutigen Sonntag Nachmittag noch befindet und auf die notwendige Operation wartet. Der in Gewahrsam genommene Mann wurde am Morgen zeitgleich mit 4 HSV-Fans entlasssen. Ein Grund für die Maßnahme wurde bis jetzt nicht genannt. Die Betroffenen beraten derzeit rechtliche Schritte gegen die Polizei wegen Körperverletzung und unterlassener Hilfeleistung.
Um so entsetzter sind wir angesichts der Tatsache, dass noch in der Nacht auf der homepage einer großen Tageszeitung unter Berufung auf eine Polizeisprecherin zu lesen war, Gruppen von St. Pauli-Fans wären den ganzen Abend randalierend durch St. Pauli gezogen.
Wir fragen uns:
Wie kann es angehen, dass es einer großen Gruppe Angreifer gelingt, 700 Meter unter den Augen der Polizei in Richtung Jolly Roger zu laufen, um einen Angriff zu starten? Wir erinnern daran, dass dies auch bereits nach dem Derby-Hinspiel geschah.
Ist die Polizei Hamburg so unfähig oder steckt politischer Wille dahinter? Soll kurz vor der Wahl noch ein bisschen auf der Klaviatur der inneren Sicherheit gespielt werden? Warum werden offensichtlich gezielte Falschmeldungen gestreut, um St. Pauli-Fans zu diskreditieren?
Warum taucht der schlimme Vorfall mit der verletzten Frau in keinem Polizeibericht auf?
Für uns heißt dies, dass der Schutz unserer Läden und Einrichtungen nach wie vor selbst organisiert werden muss und wird.
Wir bedanken uns bei den vielen Menschen, die sich in der vergangenen Nacht solidarisch und angesichts der Provokationen der HSV-Einzeller besonnen verhalten haben.
Wir wünschen der verletzten Frau eine baldige und vollständige Genesung.
Wir fordern eine Aufklärung des erneuten polizeilichen Fehlverhaltens. An letzteres glauben wir allerdings nicht mehr, da nach dem Polizeiüberfall auf das Jolly Roger im Juli 2009 (!) immer noch kein Polizist zur Rechenschaft gezogen wurde.
Unser Mitgefühl gilt auch all den vielen Fans, die aus anderen Städten und Ländern (die weiteste Anreise hatten 2 Fans aus Australien) umsonst angereist sind und nun wie auch der FC St. Pauli auf den entstandenen Kosten sitzen bleiben, weil der „Weltclub“ vom Stadtrand es nicht auf die Kette bekommt, einen bespielbaren Rasen zu präsentieren.
Wir haben Euch was mitgebracht: Gras! Gras! Gras!
Jolly Roger/BallKult e.V.
Hamburg St. Pauli, den 06.02.2011
Viel mehr gibt es eigentlich gar nicht zu schreiben. Ich weiss nur eines. All diese Vorkomnisse werden die Fanszene des FC St.Pauli noch enger zusammenschweissen, Jolly Rouge, die Angriffe aufs Jolly, die auf politischen Gründen basierende Schikane der Hamburger Polizei, all das ist Wasser auf unsere Mühlen!
No Pasaran! Wir sind Sankt Pauli!
Sonntag, 6. Februar 2011
Montag, 17. Januar 2011
Unbeschreiblich
Als ich Samstag morgen im Flieger sass und in Richtung Hamburg abhob war es plötzlich wieder da. Dieses ganz spezielle kribbeln dass wohl jeder kennt der sich intensiver mit Fussball beschäftigt. Es schien fast als hätte ich eine unterbewusste Vorahnung gehabt was ein paar Stunden später im Millerntor passieren würde. Aber vielleicht war es auch einfach nur die Vorfreude endlich wieder in Hamburg zu sein und all die lieben Menschen die meine Leidenschaft teilen wiederzusehen. Wer meinen letzten Blogeintrag noch präsent hat wird dort einiges an Frust herausgelesen haben. Der war zum Glück über die kurze Winterpause etwas verflogen und ich weiss wieder warum ich das immer noch so regelmässig tue.
Alle Leute die ich vor dem Spiel traf waren angespannt und die meisten weil es nicht abschätzbar war wie viele wir sein werden, wie viele den Jolly Rouge-Protest mittragen würden. Stunden vor dem Spiel wurde schnell klar dass es einige sein werden. Überall waren Leute mit roten Fahnen, Mützen, Pullis, Shirts und was auch immer unterwegs. Überall wurden Flyer verteilt, Kleber, Buttons. Es war schon jetzt beeindruckend. Sogar vor Kneipennamen machte der Protest nicht halt: Das Jolly Roger hatte seinen Namen in Jolly Rouge geändert.
Was dann im Stadion abging war schlicht und einfach unbeschreiblich. Süd, Nord, Gegengerade, ja sogar rechts und links der Business-Seats auf der Haupt, Rot und der schwarze Jolly Roger. Ein Meer in Rot von Fahnen, Transparenten, Mützen, Kartons, Blättern. Eindrücklicher als mit diesen Bildern kann man nicht beschreiben was dieser Verein immer noch ausmacht. Trotz allen Versuchen von Seiten des Vereins den Protest zu marginalisieren und als ein Schnellschuss von ein paar "Spinnern" abzutun, war es die am breitesten abgestützte Fanaktion seit dem Millerntaler-Protest, wenn nicht sogar grösser. In dem Moment wusste ich trotz all den Kämpfen, Missverständnissen und Unterschiedlichsten Meinungen in dieser Fanszene, warum der FC Sankt Pauli ein so wichtiger Teil meines Lebens geworden und auch weiterhin ist und sein wird. Diese Kreativität, diese Energie und dieser Wille den FC Sankt Pauli als einen etwas anderen Verein weiterleben zu lassen, mit allen Konsequenzen die dafür zu tragen sind, ist schlicht einmalig. Die Botschaft der Sozialromantiker wurde verstanden. Nicht als Verweigerung gegenüber jeglichen Mechanismen des heutigen Spitzenfussballs, aber als Zeichen dass es nicht um jeden Preis sein muss, dass es Grenzen gibt die man beim FC Sankt Pauli nicht überschreitet und heisst dies auch dass man deshalb wohl kaum einmal irgendwas gewinnen wird. Es bleibt zu hoffen dass die Botschaft auch bei denen angekommen ist an die sie adressiert war.
Und die Eigendynamik die der ganze Protest angenommen hat, mit allen Facetten die auch den Stadtteil und seine Bewohner betreffen finde ich Phänomenal. Da wurden Brücken geschlagen zu ebenso aktuellen wie zusammenhängenden Gesellschaftsproblemen. Und genau das macht diesen Verein ebenso aus. Seine Verbundenheit zum Viertel, das Selbstverständnis dass der Verein das Viertel braucht und das Viertel den Verein braucht. Das Selbstverständnis dass die Alltagsprobleme zwar im Stadion verarbeitet werden können, aber niemals vergessen werden und wenn nötig auch direkt da angesprochen werden.
Und ich möchte es auch nicht unterlassen, auch jene zu erwähnen die den Protest inhaltlich zwar grundsätzlich teilen, es aber im Moment für die falsche Option hielten und deshalb nicht mittrugen. Ich hatte im Nachgang zur Demo eine sehr spannende und bereichernde Diskussion mit einem alten St.Pauli-Fan und auch wenn wir beide wohl eine ziemlich andere Vorstellung unseres Fanlebens haben und dies auch komplett anders leben: Der gegenseitige Respekt war immer spürbar und das ist es doch letztlich auch was zählt. Wir können anderer Meinung sein, können auch mal hart und laut diskutieren, aber der Respekt sollte immer da sein. Und diese Haltung spüre ich durchaus noch in unserer Fanszene und das ist nach all den Geschehnissen wie Rostock und jetzt diesem immer weitergehenden Kommerzwahnsinn doch eigentlich ein gutes Zeichen.
Es gilt jetzt aber den Protest nicht versiegen zu lassen, es war ein sehr starkes Zeichen und das Präsidium kann jetzt nicht mehr damit kommen dass es nur ein paar Internet-Spinner sind. Aber wir dürfen uns keinesfalls damit zufrieden geben und den Protest weitertragen. Ich bin heute zuversichtlicher den je das dies gelingen wird.
Alle Leute die ich vor dem Spiel traf waren angespannt und die meisten weil es nicht abschätzbar war wie viele wir sein werden, wie viele den Jolly Rouge-Protest mittragen würden. Stunden vor dem Spiel wurde schnell klar dass es einige sein werden. Überall waren Leute mit roten Fahnen, Mützen, Pullis, Shirts und was auch immer unterwegs. Überall wurden Flyer verteilt, Kleber, Buttons. Es war schon jetzt beeindruckend. Sogar vor Kneipennamen machte der Protest nicht halt: Das Jolly Roger hatte seinen Namen in Jolly Rouge geändert.
Was dann im Stadion abging war schlicht und einfach unbeschreiblich. Süd, Nord, Gegengerade, ja sogar rechts und links der Business-Seats auf der Haupt, Rot und der schwarze Jolly Roger. Ein Meer in Rot von Fahnen, Transparenten, Mützen, Kartons, Blättern. Eindrücklicher als mit diesen Bildern kann man nicht beschreiben was dieser Verein immer noch ausmacht. Trotz allen Versuchen von Seiten des Vereins den Protest zu marginalisieren und als ein Schnellschuss von ein paar "Spinnern" abzutun, war es die am breitesten abgestützte Fanaktion seit dem Millerntaler-Protest, wenn nicht sogar grösser. In dem Moment wusste ich trotz all den Kämpfen, Missverständnissen und Unterschiedlichsten Meinungen in dieser Fanszene, warum der FC Sankt Pauli ein so wichtiger Teil meines Lebens geworden und auch weiterhin ist und sein wird. Diese Kreativität, diese Energie und dieser Wille den FC Sankt Pauli als einen etwas anderen Verein weiterleben zu lassen, mit allen Konsequenzen die dafür zu tragen sind, ist schlicht einmalig. Die Botschaft der Sozialromantiker wurde verstanden. Nicht als Verweigerung gegenüber jeglichen Mechanismen des heutigen Spitzenfussballs, aber als Zeichen dass es nicht um jeden Preis sein muss, dass es Grenzen gibt die man beim FC Sankt Pauli nicht überschreitet und heisst dies auch dass man deshalb wohl kaum einmal irgendwas gewinnen wird. Es bleibt zu hoffen dass die Botschaft auch bei denen angekommen ist an die sie adressiert war.
Und die Eigendynamik die der ganze Protest angenommen hat, mit allen Facetten die auch den Stadtteil und seine Bewohner betreffen finde ich Phänomenal. Da wurden Brücken geschlagen zu ebenso aktuellen wie zusammenhängenden Gesellschaftsproblemen. Und genau das macht diesen Verein ebenso aus. Seine Verbundenheit zum Viertel, das Selbstverständnis dass der Verein das Viertel braucht und das Viertel den Verein braucht. Das Selbstverständnis dass die Alltagsprobleme zwar im Stadion verarbeitet werden können, aber niemals vergessen werden und wenn nötig auch direkt da angesprochen werden.
Und ich möchte es auch nicht unterlassen, auch jene zu erwähnen die den Protest inhaltlich zwar grundsätzlich teilen, es aber im Moment für die falsche Option hielten und deshalb nicht mittrugen. Ich hatte im Nachgang zur Demo eine sehr spannende und bereichernde Diskussion mit einem alten St.Pauli-Fan und auch wenn wir beide wohl eine ziemlich andere Vorstellung unseres Fanlebens haben und dies auch komplett anders leben: Der gegenseitige Respekt war immer spürbar und das ist es doch letztlich auch was zählt. Wir können anderer Meinung sein, können auch mal hart und laut diskutieren, aber der Respekt sollte immer da sein. Und diese Haltung spüre ich durchaus noch in unserer Fanszene und das ist nach all den Geschehnissen wie Rostock und jetzt diesem immer weitergehenden Kommerzwahnsinn doch eigentlich ein gutes Zeichen.
Es gilt jetzt aber den Protest nicht versiegen zu lassen, es war ein sehr starkes Zeichen und das Präsidium kann jetzt nicht mehr damit kommen dass es nur ein paar Internet-Spinner sind. Aber wir dürfen uns keinesfalls damit zufrieden geben und den Protest weitertragen. Ich bin heute zuversichtlicher den je das dies gelingen wird.
Freitag, 24. Dezember 2010
Der Baum brennt längst!
Das Fussball-Jahr 2010 ist zu Ende und ich bin ziemlich froh darum. Zu viel was in "meinen" Vereinen schief gelaufen wäre als dass es ein gutes Jahr war. Und da ist das sportliche bei beiden ausgenommen....Das man sich bei YB an solche Turbulenzen wie im August mit der stil- und sinnlosen Entlassung von Stefan Niedermaier gewöhnt hat, zeigte die kaum vorhandene Protestwelle. Ausser von ein paar engagierten aktiven Fans aus der Kurve kam da gar nichts. Ist ja irgendwie auch klar. Wie kann sich bei einem Wachstum des Zuschauerschnitts von irgendwie 3000 Nasen auf über 20`000 in gerade mal 8 Jahren auch wirklich so etwas wie eine feste Bindung ergeben? Zumal einem "Mitglied" des BSC Young Boys die Hände komplett gebunden sind. Der Verein wurde spätestens mit der Auslagerung der U-Mannschaften in die Betriebs-AG zu Grabe getragen. Man hat es in der Schweiz verpasst eine 50+1-Regel wie in Deutschland einzuführen die den Vereinen jeweils die Mehrheit des Aktienkapitals der ausgegliederten Profimannschaften garantiert. In so einigen Vereinen hat das sogar dazu geführt dass die Profimannschaften überhaupt nicht ausgegliedert werden weil sich eine Mehrheit der Vereinsmitglieder dagegen wehrt und so die Geschicke des Vereins und auch der Profiabteilungen in Vereinshand halten. Bei uns sind solche Strukturen nur noch Träume aus längst vergangenen Tagen. Man hört den aktiven Fans zwar ab und an mal ein wenig zu, gibt ihnen ein paar Zückerchen wie Stehplätze, aber das war es dann auch. Protest erwächst in unserer Kurve praktisch keiner mehr, viele Junge Fans wollen einfach konsumieren und das höchste an Mitarbeit ist das nachsingen der Vorgaben des Capo. Aber irgendwie auch verständlich wenn man mal gerafft hat, dass Mitsprache in einem Verein in der Schweiz heisst vielleicht mal um seine Meinung zu einem Fan-Artikel gefragt zu werden oder sich in eine dumme Fan-Box stellen zu lassen und dort irgendwelche Sinnfreien Statements über ein meist Sinnfreies Thema zum Besten zu geben dass anschliessend in der Halbzeit den Massen "Unterhaltung" bieten soll....
Beim FC St.Pauli sollte das eigentlich anders sein. Mit der Betonung auf sollte. Was sich insbesondere in diesem Jahr so alles abgespielt hat, ist erschreckend und hat mir einiges von meinen Illusionen genommen der FC St.Pauli sei ein etwas anderer Verein. Natürlich ist er es immer noch. Er ist es aber praktisch nur noch dank seiner politisierten Fanszene die nicht einfach alles schluckt was man ihr zum Frass vorwirft. Und die dank der Mitgliederversammlung direkten Einfluss auf das Geschehen im Verein nehmen kann. Es versteht sich von selbst, dass der Spagat zwischen notwendiger Kommerzialisierung und den Grundwerten und Idealen der Fanszene respektive des Vereins gerade in der ersten Liga immer schwieriger wird. Wenn es aber tatsächlich nur geht wenn man Logen an Striplokale verkauft und die dort ihre Mädels teils mehr teils weniger bekleidet Tanzen lassen, wenn es nur geht wenn irgendwelche Mobilfunkanbieter mit LED-SMS-Anzeigen im Stadion während des Spiels präsent sind, wenn es nur geht dass ein Getränk mit dem Namen "Kalte Muschi" offizieller Partner des FC St.Pauli ist, und wenn es nur geht dass man eine neue Haupttribüne baut auf der die alteingesessenen an die Peripherie vertrieben werden weil es 50% an Business-Seats braucht, ja dann bin ich (und zum Glück sehr viele andere Fans auch) nicht bereit diesen Preis zu bezahlen. Und wenn dann der Grad der Empörung an der Anzahl Mails die eingegangen sind gemessen wird, statt sich mit der zuerst intern durch den FCSR und den ständigen Fanausschuss geäusserten Kritik befasst (auf die kaum geantwortet wurde) ja dann ist das nicht mehr ein kokelnder Ast, dann brennt längst der ganze Baum!
Es ist erschreckend wie die damals gerade vom Verein so gefeierten Richtlinien aus dem Fankongress 2009 einfach mit Füssen getreten werden in dem man jetzt unterschiedliche Interpretationsmöglichkeiten bemängelt. Dabei sind gerade die Vermarktungsrichtlinien eigentlich unmissverständlich. Und das eben frisch gewählte Präsidium schweigt. Dass ist eigentlich das schlimmste. Da reden praktisch alle Protagonisten in dem Verein über alles, der von mir eigentlich hochgeschätzte Geschäftsführer Sport (sic!) Helmut Schulte zum Beispiel fordert für die VIP`s die nach 80 Minuten gegen Mainz in Scharen das Stadion verlassen weil kein Aussicht auf Erfolg mehr besteht, mehr Toleranz ein (Man stelle sich das mal vor: Da ist es den gutbetuchten VIP`s auf den besten Plätzen zu viel noch 10 Minuten durchzuhalten und der Mannschaft den Respekt entgegenzubringen und dann wird von jenen Toleranz eingefordert die dieses Verhalten kritisieren. Ein in meinen Augen unglaublicher Vorgang für einen Verein wie den FC St.Pauli.) Und das Präsidium schweigt immer noch. Es reicht jetzt. Ich kann alle nur auffordern die Petition der Sozialromantiker zu lesen und zu unterzeichnen. Jetzt wird nicht mehr der brennende Baum gelöscht, wenn es sein muss wird der ganze Wald abgefackelt. no retreat!
http://www.sozialromantiker-stpauli.de/wordpress/?p=12
Beim FC St.Pauli sollte das eigentlich anders sein. Mit der Betonung auf sollte. Was sich insbesondere in diesem Jahr so alles abgespielt hat, ist erschreckend und hat mir einiges von meinen Illusionen genommen der FC St.Pauli sei ein etwas anderer Verein. Natürlich ist er es immer noch. Er ist es aber praktisch nur noch dank seiner politisierten Fanszene die nicht einfach alles schluckt was man ihr zum Frass vorwirft. Und die dank der Mitgliederversammlung direkten Einfluss auf das Geschehen im Verein nehmen kann. Es versteht sich von selbst, dass der Spagat zwischen notwendiger Kommerzialisierung und den Grundwerten und Idealen der Fanszene respektive des Vereins gerade in der ersten Liga immer schwieriger wird. Wenn es aber tatsächlich nur geht wenn man Logen an Striplokale verkauft und die dort ihre Mädels teils mehr teils weniger bekleidet Tanzen lassen, wenn es nur geht wenn irgendwelche Mobilfunkanbieter mit LED-SMS-Anzeigen im Stadion während des Spiels präsent sind, wenn es nur geht dass ein Getränk mit dem Namen "Kalte Muschi" offizieller Partner des FC St.Pauli ist, und wenn es nur geht dass man eine neue Haupttribüne baut auf der die alteingesessenen an die Peripherie vertrieben werden weil es 50% an Business-Seats braucht, ja dann bin ich (und zum Glück sehr viele andere Fans auch) nicht bereit diesen Preis zu bezahlen. Und wenn dann der Grad der Empörung an der Anzahl Mails die eingegangen sind gemessen wird, statt sich mit der zuerst intern durch den FCSR und den ständigen Fanausschuss geäusserten Kritik befasst (auf die kaum geantwortet wurde) ja dann ist das nicht mehr ein kokelnder Ast, dann brennt längst der ganze Baum!
Es ist erschreckend wie die damals gerade vom Verein so gefeierten Richtlinien aus dem Fankongress 2009 einfach mit Füssen getreten werden in dem man jetzt unterschiedliche Interpretationsmöglichkeiten bemängelt. Dabei sind gerade die Vermarktungsrichtlinien eigentlich unmissverständlich. Und das eben frisch gewählte Präsidium schweigt. Dass ist eigentlich das schlimmste. Da reden praktisch alle Protagonisten in dem Verein über alles, der von mir eigentlich hochgeschätzte Geschäftsführer Sport (sic!) Helmut Schulte zum Beispiel fordert für die VIP`s die nach 80 Minuten gegen Mainz in Scharen das Stadion verlassen weil kein Aussicht auf Erfolg mehr besteht, mehr Toleranz ein (Man stelle sich das mal vor: Da ist es den gutbetuchten VIP`s auf den besten Plätzen zu viel noch 10 Minuten durchzuhalten und der Mannschaft den Respekt entgegenzubringen und dann wird von jenen Toleranz eingefordert die dieses Verhalten kritisieren. Ein in meinen Augen unglaublicher Vorgang für einen Verein wie den FC St.Pauli.) Und das Präsidium schweigt immer noch. Es reicht jetzt. Ich kann alle nur auffordern die Petition der Sozialromantiker zu lesen und zu unterzeichnen. Jetzt wird nicht mehr der brennende Baum gelöscht, wenn es sein muss wird der ganze Wald abgefackelt. no retreat!
http://www.sozialromantiker-stpauli.de/wordpress/?p=12
Montag, 6. Dezember 2010
Von drei Punkten, Stripshows und einer grossen vergebenen Chance
Seit langem wieder mal brachte mich ein Flieger nach Hamburg. Und ich weiss wieder warum ich mir das nicht öfter antue. (Obwohl ich ja dieses Jahr mit dem Südamerika-Trip so oft geflogen bin wie wohl noch nie in meinem Leben....) Die unglaublich nervigen Sicherheitskontrollen sind ja schon alleine ein Grund dafür den Zug zu nehmen. Aber spätestens wenn du im Flieger so verdammt eng sitzt, deine Beinfreiheit trotz ja nicht wirklich langen Beinen, schlicht nicht das Wort "Freiheit" verdient und man höchstens mal schnell aufstehen kann wenn man zur Toilette will, weiss ich warum ich die Freiheit im Zug so liebe. Kommt noch dazu dass ich meinen Ipod und mein Handy jederzeit benutzen kann und nicht nur dann wenn es mir erlaubt wird. Genug gejammert, nächstes Mal nehme ich wieder den Zug, so einfach ist das. Wegen dem Schneechaos in Europa hatte der Flieger dann auch noch eine halbe Stunde Verspätung weshalb ich erst gegen halb sieben im Viertel war. Schnell die Dinge erledigt die es zu erledigen gab und dabei meiner Fanclubsprecherratskollegin M. über den Weg gelaufen und mich gleich angeschlossen um bei der Aktion gegen Schwarzmarkthändler mitzumachen. Die grossartige Aktion scheint schon erste Erfolge zu zeigen, so sind die Händler offensichtlich nach der ersten grossen Aktion nervös geworden und stehen nicht mehr einfach offensichtlich an der U-Bahn-Station rum sondern bewegen sich rund ums Stadion. Aber auch das half nichts um einige von ihnen aufzuspüren und sie zu vertreiben und auch um wieder ein paar Leute aufzuklären und an die Tauschbörse zu verweisen. Mal schauen wann den Typen endgültig der Geduldsfaden reisst, einige waren doch schon sehr aggressiv und es bleibt zu hoffen dass weiterhin so viele mitmachen, sollte mal was passieren wäre es auf jeden Fall besser in der Überzahl zu sein.
Übrigens wurde vor dem Spiel noch die 101. Ausgabe des Übersteigers verkauft mit einem Titelthema dass die Gemüter seit 2 Wochen zumindest intern doch sehr erhitzt. Der Übersteiger hat mit seinem Artikel nun zum Glück dafür gesorgt dass eine breitere Öffentlichkeit davon erfahren hat. Der Artikel spricht eigentlich für sich.
http://blog.uebersteiger.de/__oneclick_uploads/2010/12/uebersteiger101auszug.pdf
Und der Verein? Hüllt sich seitdem im Schweigen. Getanzt (mit Bikini) wurde anscheinend auch gegen Kaiserslautern wieder und die Mieter der Loge von Susis-Show-Bar haben wegen des Übersteiger-Artikels scheinbar sogar einen Anwalt eingeschaltet. Viel lächerlicher gehts ja nicht mehr. Und wenn die Vereins-Oberen denken dass jetzt einfach in die Winterpause "retten" zu können und dann zu hoffen dass sich der Wirbel legt, täuschen sie sich aber gewaltig....Leitlinien sind dazu da eingehalten zu werden, will man dass nicht, soll man das klar kommunizieren und wir treten den Fankongress in die Tonne. Mit den folgen davon muss man dann aber auch leben können. Und ich denke mal das könnte hässlich werden...
Aber weiter zum Spiel: Gegenüber dem 0:3 in Bremen hatte Stani einiges verändert. So begannen in der Abwehr statt Oczipka, Zambrano und Thorandt (Rotsperre) Volz, Morena und Gunesch. Und eines sei gleich mal vorweggenommen. Die drei erledigten ihre Arbeit sehr gut. Vorab die Innenverteidigung aus der zweiten Garde musste sich überhaupt nicht verstecken und zeigte eine sichere und engagierte Leistung. Die Doppelsechs besetzten wieder Boll und Lehmann, die offensive Dreier-Reihe bildeten Kruse, Asamoah und Bartels und Ebbers gab einmal mehr die einsame Speerspitze. Zu Beginn eine schöne Pyro-Einlage im Gästeblock mit Blinkern und Fackeln. Das wars dann aber auch was man vom Gästeblock warnehmen konnte. Mann hat den vollen Gästeblock in der Süd schlicht nicht ein einziges Mal gehört.
Ähnlich grottig wie der Auftritt der Gästefans war allerdings das Spiel. Fehlpass reihte sich an Fehlpass und zwar auf beiden Seiten. Aber wenigstens hatte St.Pauli im kämpferischen Bereich Vorteile. Die Entschlossenheit des Teams war wirklich spürbar was sich m.E. doch auch auf die Ränge übertrug. Die Gegengerade kam überdurchschnittlich oft sehr gut rüber und die Süd dürfte einige Male wirklich laute Gesänge der GG übernehmen und weitertragen.
Vor dem Tor zeigte sich St.Pauli aber weiterhin sehr harmlos. Es bedurfte schon eines Standards und eines Eigentores von Christian Tiffert damit das Millerntor kochte. Den knappen Vorsprung brachte man eigentlich relativ sicher über die Zeit und hätte man die Konter etwas effizienter gestaltet wäre wohl eine frühere Siegsicherung dringewesen. So blieb das Zittern bis zum Schluss nicht nur wegen der Kälte. Und ganz ehrlich: Schon nächste Woche fragt niemand mehr danach wie die drei Punkte eingefahren wurde. Hauptsache sie wurden eingefahren und dass es auch noch gegen einen direkten Konkurrenten klappte macht den Sieg umso wertvoller.
Den Rest des Abends erspar ich euch jetzt, denn ihr wisst ja bestimmt wie und wo der endete ;-)
Jedenfalls hiess nach kurzer Bettruhe bereits wieder aufstehen und zum Flughafen zu fahren. Nach zwei Kaffee auf dem Weg dorthin und einem im Flugzeug, gings mir auch schon wieder recht gut, zwar müde aber was solls. In Basel angekommen, via Hauptbahnhof Richtung St.Jakob gefahren. Es ist schon interessant dass man überall sonst alleine mit YB-Schal durch eine Stadt gehen kann ohne blöd angemacht zu werden. Ausser in Basel. Diesmal gleich zwei Mal passiert. Zuerst am Bahnhof und dann beim Umsteigen am Aescheplatz und dort erst noch von fünf berndeutsch-sprechenden Jungs. Sagt eigentlich alles über die oder nicht?`
Am Stadion war noch nicht all zu viel los. Ausser die Polizei die einmal mehr ihr martialisches Aufgebot präsentierte mit hunderten von Bullen, mehreren Räumfahrzeugen mit Gittern usw...jedes Mal wieder ein Spektaktel. Dem ich weil ich so früh war doch eine ganze Weile zuschauen durfte. Dann noch Einzelne aus der Ostschweiz begrüsst und natürlich durfte auch eine Darmstädter-Delegation nicht fehlen. Immer wieder nett die Leute zu sehen und echt beeindruckend wie oft die dabei sind. Respekt dafür.
Immer wieder ein Ärgernis der Einlass in Basel. Nur gerade zwei Schleusen für über 1000 Fans ist einfach eine Frechheit. Und natürlich wird dann trotz versprechen den seitlichen Eingang beim Marathon-Tor auch noch zu öffnen nicht gehalten, so dass es tatsächlich von 15.20 Uhr als der Extrazug aus Bern ankam bis kurz vor Spielbeginn um 16.45 ging, bis dann alle drin waren. Mühsam beschreibt das wohl nur unzulänglich.
Zum Spiel. YB gegenüber dem Stuttgart-Spiel mit einigen Änderungen. Spycher rutschte für den verletzten Jemal links in die Viererkette, dafür bildeten Hochstrasser und Doubai die Doppel-sechs. Und statt dem ebenfalls angeschlagenen Lulic durfte Raimondi links in der offensiven Dreier-Reihe ran, die durch Christian Schneuwly anstelle von Costanzo und Degen ergänzt wurde. Als einzige Spitze fungierte erneut Mayuka.
Und trotz den etlichen Umstellungen war es YB welches sofort die Initative übernahm und angetrieben vom starken Christian Schneuwly die Basler bereits früh in Bedrängnis brachten. Die allergrösste Möglichkeit hatte Hochstrasser der seinen satten Schuss vom Lattendreieck zurückprallen sah und auch Sutter brachte den Nachschuss nicht im Gehäuse unter. Der FC Basel konnte sich einzig mit Kontern etwas Luft verschaffen. Bis auf eine gute Chance von Frei, die Wölfli jedoch zunichte machte schaute aber wenig heraus beim Leader. YB weiterhin am Drücker und schliesslich mit der hochverdienten Führung durch Doubai, der sich in den Strafraum spielte und aus wenigen Metern und spitzem Winkel den Ball herrlich in den Netzhimmel drosch. Hochverdiente Pausenführung für YB also. Leider kam der FCB aggressiver und agiler aus der Kabine zurück und stellte YB in der Folge vermehrt vor Probleme. Insbesondere Stocker und Saquiri sorgten immer wieder für Wirbel über die Flügel. YB kam aber immer noch mit gefälligen Speilzügen zu Gegenstössen und blieb Gefährlich. Ein völlig unberechtigter Penalty-Pfiff vom Basler (sic!) Schiedsrichter Claudio Chirchetta der ohne Scheiss dieses Spiel als Abschiedsgeschenk gewünscht hatte und es auch bekam, gab dem FCB die Chance zum Ausgleich.(Man denke mal darüber nach. Einer der aus Muttenz stammt und nur ein paar hundert Meter zum Stadion des FCB braucht und daneben im Nordwestschweizerischen Fussballverband arbeitet welcher seinen Sitz gleich neben dem Stadion St.Jakob hat, darf eine solche Partie leiten...) Doch Fortuna war immer noch auf Seiten der Young Boys und Frei setzte den Elfer an den Pfosten. Kurze Zeit später spielte Degen im Strafraum der Basler, Mayuka frei der alleine auf Costanzo zulaufen konnte. Doch statt den Ball im Tor zu versenken oder ihn dem völlig frei stehenden Hochstrasser pfannenfertig aufzulegen, schoss er lediglich Costanzo an. Im Gegenzug liess zuerst Sutter seinen Gegenspieler laufen und Hochstrasser liess sich von Shaquiri austanzen, der Ball fan den Weg über Streller zu Frei der nur noch einzunicken brauchte. Wobei Frei aus meiner Sicht im Abseits stand, auch wenns sicher ein knapper Entscheid war. Dass Schiri-Obmann Meier dann anschliessend von einem "Weltklasse-Entscheid" sprach passt in die Momentane Verfassung des Schweizer Schiedsrichterwesens...Da werden mittelmässige Schiedsrichter zu Stars hochgepusht und jeder noch so abstruse Fehlentscheid wird anschliessend von Meier in der Presse schöngeredet. Dass man so und mit einem Wunschkonzert für abtrende Schiedsrichter sowieso, die Glaubwürdigkeit aufs Spiel setzt sollte eigentlich klar sein. Wie wurde Meier doch heute im 1898-Forum zitiert: (Hat er scheinbar bei seinem Auftritt als "Experte" im ZDF tatsächlich mal gesagt: "Das schläckt halt keine Geiss weg" In der Tat nicht...
Statt 2:0 für YB, stand es also plötzlich 1:1. Und YB konnte darauf nur noch sporadisch reagieren. Der FCB war nun leider die bessere Mannschaft, gewann viel mehr Zweikämpfe und war auch vor dem Tor entschlossener als YB. Zwar liess der FCB nun unseren Jungs sehr viel Raum und Degen hatte einige Male sehr viel Platz vor sich auf der rechten Seite. Indes zu nutzen wusste er es nicht. Warum er statt mal konsequent in den Strafraum zu ziehen und das eins zu eins zu suchen, immer am Strafraum in die Mitte zog und sich dort dann halt verhedderte, wird wohl sein Geheimnis bleiben. Warum Abraham nach genau einer solchen Szene nicht vom Platz flog, als er Degen von hinten noch einen Faustschlag in den Magen versetzte, wird wohl Circhettas Geheimnis bleiben...Man merkte das bei YB nach dem harten Spiel gegen Stuttgart etwas die Kräfte ausgingen, aber dass zum Beispiel ein Sutter derart einbrechen kann ist schon etwas wunderlich. Und wenn man nach einem katastrophalen Fehlpass über drei Meter einfach stehen bleibt und zusieht wie ein Basler auf deiner Abwehrseite Richtung Strafraum rennt, ja dann wäre der Zeitpunkt der Auswechslung eigentlich gekommen. Das 2:1 für den FCB war dann fast schon keine Überraschung mehr. Und wenn auch noch Wölfli zu patzen beginnt der einen zwar harten aber wenig platzierten Weitschuss abprallen lässt, stehts halt schnell mal 3:1 und die Partie ist entschieden. Da störte es dann auch nicht mehr gross dass Abraham gleich noch einmal vom Platz gestellt gehört hätte, als er Mayuka der durchgebrochen war von hinten umriss. Chirchetta beliess es bei Gelb....Eine sehr ärgerliche Niederlage. Wenn man in Basel das Spiel über 50-60 Minuten im Griff hat, sich einige gute Torchancen erarbeitet und Frei sogar noch einen Elfer verschiesst, dann hat man schlicht eine Chance verpasst, wenn man das Spiel noch verliert und da tritt der Ärger über eine mehr als fragwürdige Schiri-Leistung auch in den Hintergrund. Acht Punkte Rückstand auf Luzern und Basel sind sicher kein Pappenstiel, aber auch nicht ein uneinholbarer Rückstand. Allerdings glaube ich ehrlich gesagt nur bedingt daran dass wir noch was mit den vordersten Plätzen zu tun haben werden. Zu unbeständig waren schlussendlich die Leistungen in der ersten Hälfte der Meisterschaft. Jetzt gilt es gegen den FC St.Gallen den Rückstand auf Luzern Basel und den FCZ mit drei Punkten nicht noch weiter anwachsen zu lassen, dann sehen wir im Frühling weiter. Ein Schritt in die richtige Richtung ist sicher die gestern bekannt gewordene Verpflichtung von Hansruedi Hasler, der als Technischer Leiter geholt wurde und einiges an Erfolgen vorweisen kann. So gilt er als Baumeister des Schweizer Nachwuchs-Erfolges in den letzten 15 Jahren. Es zeichnet sich langsam ab, dass es für Leute wie Alain Baumann wohl eng werden wird im Winter wenn ich sehe was sonst ncoh für Leute auf der YB-Lohnliste stehen, bleibt wohl kaum mehr Platz für einen Sportchef mit einer Wasserverdrängung wie Baumann sie hat (oder eben nicht hat....)
Noch etwas grundsätzliches: Es ist schon erstaunlich wie viele Jungspacken ein Spiel in Basel jeweils anzieht. Und die im Zaum zu halten ist leider oft ein Ding der Unmöglichkeit. Ich kann nur weiter an die Eigenverantwortung der Leute appellieren. Wenn ihr im Extrazug Leute seht die Sachen zerstören wollen oder Gegenstände aus dem Zug werfen: Sprecht sie auf ihr Verhalten an, zeigt ihnen auf was für Konsequenzen ihr Verhalten auf die ganze Kurve hat. Das gilt im Übrigen eben so für diese unsäglichen Böller. Erneut wurde in Basel ein Böller vom Oberrang in den Unterrang geschmissen und explodierte verdammt nah an dort stehenden YB-Fans. Hört auf mit dem Scheiss. Will man jemals eine einvernehmliche Lösung für Pyro finden, darf es solche Böller einfach nicht mehr im Stadion geben.
Übrigens wurde vor dem Spiel noch die 101. Ausgabe des Übersteigers verkauft mit einem Titelthema dass die Gemüter seit 2 Wochen zumindest intern doch sehr erhitzt. Der Übersteiger hat mit seinem Artikel nun zum Glück dafür gesorgt dass eine breitere Öffentlichkeit davon erfahren hat. Der Artikel spricht eigentlich für sich.
http://blog.uebersteiger.de/__oneclick_uploads/2010/12/uebersteiger101auszug.pdf
Und der Verein? Hüllt sich seitdem im Schweigen. Getanzt (mit Bikini) wurde anscheinend auch gegen Kaiserslautern wieder und die Mieter der Loge von Susis-Show-Bar haben wegen des Übersteiger-Artikels scheinbar sogar einen Anwalt eingeschaltet. Viel lächerlicher gehts ja nicht mehr. Und wenn die Vereins-Oberen denken dass jetzt einfach in die Winterpause "retten" zu können und dann zu hoffen dass sich der Wirbel legt, täuschen sie sich aber gewaltig....Leitlinien sind dazu da eingehalten zu werden, will man dass nicht, soll man das klar kommunizieren und wir treten den Fankongress in die Tonne. Mit den folgen davon muss man dann aber auch leben können. Und ich denke mal das könnte hässlich werden...
Aber weiter zum Spiel: Gegenüber dem 0:3 in Bremen hatte Stani einiges verändert. So begannen in der Abwehr statt Oczipka, Zambrano und Thorandt (Rotsperre) Volz, Morena und Gunesch. Und eines sei gleich mal vorweggenommen. Die drei erledigten ihre Arbeit sehr gut. Vorab die Innenverteidigung aus der zweiten Garde musste sich überhaupt nicht verstecken und zeigte eine sichere und engagierte Leistung. Die Doppelsechs besetzten wieder Boll und Lehmann, die offensive Dreier-Reihe bildeten Kruse, Asamoah und Bartels und Ebbers gab einmal mehr die einsame Speerspitze. Zu Beginn eine schöne Pyro-Einlage im Gästeblock mit Blinkern und Fackeln. Das wars dann aber auch was man vom Gästeblock warnehmen konnte. Mann hat den vollen Gästeblock in der Süd schlicht nicht ein einziges Mal gehört.
Ähnlich grottig wie der Auftritt der Gästefans war allerdings das Spiel. Fehlpass reihte sich an Fehlpass und zwar auf beiden Seiten. Aber wenigstens hatte St.Pauli im kämpferischen Bereich Vorteile. Die Entschlossenheit des Teams war wirklich spürbar was sich m.E. doch auch auf die Ränge übertrug. Die Gegengerade kam überdurchschnittlich oft sehr gut rüber und die Süd dürfte einige Male wirklich laute Gesänge der GG übernehmen und weitertragen.
Vor dem Tor zeigte sich St.Pauli aber weiterhin sehr harmlos. Es bedurfte schon eines Standards und eines Eigentores von Christian Tiffert damit das Millerntor kochte. Den knappen Vorsprung brachte man eigentlich relativ sicher über die Zeit und hätte man die Konter etwas effizienter gestaltet wäre wohl eine frühere Siegsicherung dringewesen. So blieb das Zittern bis zum Schluss nicht nur wegen der Kälte. Und ganz ehrlich: Schon nächste Woche fragt niemand mehr danach wie die drei Punkte eingefahren wurde. Hauptsache sie wurden eingefahren und dass es auch noch gegen einen direkten Konkurrenten klappte macht den Sieg umso wertvoller.
Den Rest des Abends erspar ich euch jetzt, denn ihr wisst ja bestimmt wie und wo der endete ;-)
Jedenfalls hiess nach kurzer Bettruhe bereits wieder aufstehen und zum Flughafen zu fahren. Nach zwei Kaffee auf dem Weg dorthin und einem im Flugzeug, gings mir auch schon wieder recht gut, zwar müde aber was solls. In Basel angekommen, via Hauptbahnhof Richtung St.Jakob gefahren. Es ist schon interessant dass man überall sonst alleine mit YB-Schal durch eine Stadt gehen kann ohne blöd angemacht zu werden. Ausser in Basel. Diesmal gleich zwei Mal passiert. Zuerst am Bahnhof und dann beim Umsteigen am Aescheplatz und dort erst noch von fünf berndeutsch-sprechenden Jungs. Sagt eigentlich alles über die oder nicht?`
Am Stadion war noch nicht all zu viel los. Ausser die Polizei die einmal mehr ihr martialisches Aufgebot präsentierte mit hunderten von Bullen, mehreren Räumfahrzeugen mit Gittern usw...jedes Mal wieder ein Spektaktel. Dem ich weil ich so früh war doch eine ganze Weile zuschauen durfte. Dann noch Einzelne aus der Ostschweiz begrüsst und natürlich durfte auch eine Darmstädter-Delegation nicht fehlen. Immer wieder nett die Leute zu sehen und echt beeindruckend wie oft die dabei sind. Respekt dafür.
Immer wieder ein Ärgernis der Einlass in Basel. Nur gerade zwei Schleusen für über 1000 Fans ist einfach eine Frechheit. Und natürlich wird dann trotz versprechen den seitlichen Eingang beim Marathon-Tor auch noch zu öffnen nicht gehalten, so dass es tatsächlich von 15.20 Uhr als der Extrazug aus Bern ankam bis kurz vor Spielbeginn um 16.45 ging, bis dann alle drin waren. Mühsam beschreibt das wohl nur unzulänglich.
Zum Spiel. YB gegenüber dem Stuttgart-Spiel mit einigen Änderungen. Spycher rutschte für den verletzten Jemal links in die Viererkette, dafür bildeten Hochstrasser und Doubai die Doppel-sechs. Und statt dem ebenfalls angeschlagenen Lulic durfte Raimondi links in der offensiven Dreier-Reihe ran, die durch Christian Schneuwly anstelle von Costanzo und Degen ergänzt wurde. Als einzige Spitze fungierte erneut Mayuka.
Und trotz den etlichen Umstellungen war es YB welches sofort die Initative übernahm und angetrieben vom starken Christian Schneuwly die Basler bereits früh in Bedrängnis brachten. Die allergrösste Möglichkeit hatte Hochstrasser der seinen satten Schuss vom Lattendreieck zurückprallen sah und auch Sutter brachte den Nachschuss nicht im Gehäuse unter. Der FC Basel konnte sich einzig mit Kontern etwas Luft verschaffen. Bis auf eine gute Chance von Frei, die Wölfli jedoch zunichte machte schaute aber wenig heraus beim Leader. YB weiterhin am Drücker und schliesslich mit der hochverdienten Führung durch Doubai, der sich in den Strafraum spielte und aus wenigen Metern und spitzem Winkel den Ball herrlich in den Netzhimmel drosch. Hochverdiente Pausenführung für YB also. Leider kam der FCB aggressiver und agiler aus der Kabine zurück und stellte YB in der Folge vermehrt vor Probleme. Insbesondere Stocker und Saquiri sorgten immer wieder für Wirbel über die Flügel. YB kam aber immer noch mit gefälligen Speilzügen zu Gegenstössen und blieb Gefährlich. Ein völlig unberechtigter Penalty-Pfiff vom Basler (sic!) Schiedsrichter Claudio Chirchetta der ohne Scheiss dieses Spiel als Abschiedsgeschenk gewünscht hatte und es auch bekam, gab dem FCB die Chance zum Ausgleich.(Man denke mal darüber nach. Einer der aus Muttenz stammt und nur ein paar hundert Meter zum Stadion des FCB braucht und daneben im Nordwestschweizerischen Fussballverband arbeitet welcher seinen Sitz gleich neben dem Stadion St.Jakob hat, darf eine solche Partie leiten...) Doch Fortuna war immer noch auf Seiten der Young Boys und Frei setzte den Elfer an den Pfosten. Kurze Zeit später spielte Degen im Strafraum der Basler, Mayuka frei der alleine auf Costanzo zulaufen konnte. Doch statt den Ball im Tor zu versenken oder ihn dem völlig frei stehenden Hochstrasser pfannenfertig aufzulegen, schoss er lediglich Costanzo an. Im Gegenzug liess zuerst Sutter seinen Gegenspieler laufen und Hochstrasser liess sich von Shaquiri austanzen, der Ball fan den Weg über Streller zu Frei der nur noch einzunicken brauchte. Wobei Frei aus meiner Sicht im Abseits stand, auch wenns sicher ein knapper Entscheid war. Dass Schiri-Obmann Meier dann anschliessend von einem "Weltklasse-Entscheid" sprach passt in die Momentane Verfassung des Schweizer Schiedsrichterwesens...Da werden mittelmässige Schiedsrichter zu Stars hochgepusht und jeder noch so abstruse Fehlentscheid wird anschliessend von Meier in der Presse schöngeredet. Dass man so und mit einem Wunschkonzert für abtrende Schiedsrichter sowieso, die Glaubwürdigkeit aufs Spiel setzt sollte eigentlich klar sein. Wie wurde Meier doch heute im 1898-Forum zitiert: (Hat er scheinbar bei seinem Auftritt als "Experte" im ZDF tatsächlich mal gesagt: "Das schläckt halt keine Geiss weg" In der Tat nicht...
Statt 2:0 für YB, stand es also plötzlich 1:1. Und YB konnte darauf nur noch sporadisch reagieren. Der FCB war nun leider die bessere Mannschaft, gewann viel mehr Zweikämpfe und war auch vor dem Tor entschlossener als YB. Zwar liess der FCB nun unseren Jungs sehr viel Raum und Degen hatte einige Male sehr viel Platz vor sich auf der rechten Seite. Indes zu nutzen wusste er es nicht. Warum er statt mal konsequent in den Strafraum zu ziehen und das eins zu eins zu suchen, immer am Strafraum in die Mitte zog und sich dort dann halt verhedderte, wird wohl sein Geheimnis bleiben. Warum Abraham nach genau einer solchen Szene nicht vom Platz flog, als er Degen von hinten noch einen Faustschlag in den Magen versetzte, wird wohl Circhettas Geheimnis bleiben...Man merkte das bei YB nach dem harten Spiel gegen Stuttgart etwas die Kräfte ausgingen, aber dass zum Beispiel ein Sutter derart einbrechen kann ist schon etwas wunderlich. Und wenn man nach einem katastrophalen Fehlpass über drei Meter einfach stehen bleibt und zusieht wie ein Basler auf deiner Abwehrseite Richtung Strafraum rennt, ja dann wäre der Zeitpunkt der Auswechslung eigentlich gekommen. Das 2:1 für den FCB war dann fast schon keine Überraschung mehr. Und wenn auch noch Wölfli zu patzen beginnt der einen zwar harten aber wenig platzierten Weitschuss abprallen lässt, stehts halt schnell mal 3:1 und die Partie ist entschieden. Da störte es dann auch nicht mehr gross dass Abraham gleich noch einmal vom Platz gestellt gehört hätte, als er Mayuka der durchgebrochen war von hinten umriss. Chirchetta beliess es bei Gelb....Eine sehr ärgerliche Niederlage. Wenn man in Basel das Spiel über 50-60 Minuten im Griff hat, sich einige gute Torchancen erarbeitet und Frei sogar noch einen Elfer verschiesst, dann hat man schlicht eine Chance verpasst, wenn man das Spiel noch verliert und da tritt der Ärger über eine mehr als fragwürdige Schiri-Leistung auch in den Hintergrund. Acht Punkte Rückstand auf Luzern und Basel sind sicher kein Pappenstiel, aber auch nicht ein uneinholbarer Rückstand. Allerdings glaube ich ehrlich gesagt nur bedingt daran dass wir noch was mit den vordersten Plätzen zu tun haben werden. Zu unbeständig waren schlussendlich die Leistungen in der ersten Hälfte der Meisterschaft. Jetzt gilt es gegen den FC St.Gallen den Rückstand auf Luzern Basel und den FCZ mit drei Punkten nicht noch weiter anwachsen zu lassen, dann sehen wir im Frühling weiter. Ein Schritt in die richtige Richtung ist sicher die gestern bekannt gewordene Verpflichtung von Hansruedi Hasler, der als Technischer Leiter geholt wurde und einiges an Erfolgen vorweisen kann. So gilt er als Baumeister des Schweizer Nachwuchs-Erfolges in den letzten 15 Jahren. Es zeichnet sich langsam ab, dass es für Leute wie Alain Baumann wohl eng werden wird im Winter wenn ich sehe was sonst ncoh für Leute auf der YB-Lohnliste stehen, bleibt wohl kaum mehr Platz für einen Sportchef mit einer Wasserverdrängung wie Baumann sie hat (oder eben nicht hat....)
Noch etwas grundsätzliches: Es ist schon erstaunlich wie viele Jungspacken ein Spiel in Basel jeweils anzieht. Und die im Zaum zu halten ist leider oft ein Ding der Unmöglichkeit. Ich kann nur weiter an die Eigenverantwortung der Leute appellieren. Wenn ihr im Extrazug Leute seht die Sachen zerstören wollen oder Gegenstände aus dem Zug werfen: Sprecht sie auf ihr Verhalten an, zeigt ihnen auf was für Konsequenzen ihr Verhalten auf die ganze Kurve hat. Das gilt im Übrigen eben so für diese unsäglichen Böller. Erneut wurde in Basel ein Böller vom Oberrang in den Unterrang geschmissen und explodierte verdammt nah an dort stehenden YB-Fans. Hört auf mit dem Scheiss. Will man jemals eine einvernehmliche Lösung für Pyro finden, darf es solche Böller einfach nicht mehr im Stadion geben.
Mittwoch, 1. Dezember 2010
Immer positiv bleiben
Ganz ehrlich: Das letzte Wochenende liegt mir immer noch schwer auf dem Magen. Klar das Abstimmungsresultat war irgendwie zu erwarten gewesen. Trotzdem muss ich zugeben dass ich doch irgendwie darauf gehofft habe dass die Mehrheit der abstimmenden Bevölkerung der Vernunft folgt und die Initiative der SVP bachab schickt. Man muss sich schon fragen was aus dem Land geworden ist, dass sich immer noch seiner humanitären Tradition rühmt, seiner pragmatischen Suche nach Lösungen und Konsens. Menschenrechte, Völkerrecht und nach meiner Meinung nicht zuletzt die Verfassung unseres Landes wurden mit Füssen getreten. Wie weit teilweise totalitäre Gedanken mittlerweile fortgeschritten sind, zeigen die Reaktionen auf Kritik am Abstimmungsergebnis. Die SVP und andere rechte Kreise kommen dann gleich mit dem Totschlag-Argument die Gegner würden das Resultat nicht akzeptieren. Quasi nach dem Motto es wurde so abgestimmt, das ist jetzt sakrosankt und Kritik ist bloss "töipele" Da kann man wirklich Angst kriegen um das Demokratieverständnis dieser Kreise. Natürlich ist es in einer Demokratie erlaubt sein Unbehagen über ein Abstimmungsresultat kundzutun. Die Aufforderungen von Rechts jetzt einfach die Klappe zu halten "denn das Volk habe entschieden" hat für mich definitiv totalitären Charakter.
Endgültig wütend werde ich, wenn ich mir dann von sogenannt Linken und Liberalen anhören muss, ich hätte mit meinem doppelten Nein der Initiative zum Durchbruch verholfen. Erstens stimmt die Argumentation von Markwalder und co. nicht (www.nationofswine.ch liefert den Gegenbeweis) und zweitens glaube ich wenn die Linke (und damit insbesondere die Sozialdemokraten) von Anfang an geschlossen gegen die Initative und den nicht wirklich besseren Gegenvorschlag zu Felde gezogen wäre, hätte es anders rauskommen können. Denn es war mit nur 2,9 Prozent Unterschied doch knapp. Mal ganz davon abgesehen dass die Bürgerlichen und Teile der Linken von Anfang an bereits in blinder Angst vor einem weiteren SVP-Sieg den Gegenvorschlag ausgepackt haben, statt mit sachlichen und nüchternen Argumenten die Initiative für Ungültig zu erklären oder wenigstens geschlossen zu bekämpfen. Etwas mehr Mut würde gerade der SP im Moment gut anstehen und in diesem Zusammenhang finde ich das neue Parteiprogramm schon mal ein Schritt in die richtige Richtung auch wenn einige konservative Linke gerade auch hier im Oberland wegen des Armeeabschaffungszieles plötzlich in bürgerliche Hysterie verfallen. Aber das ist wieder ein anderes Thema zu dem man einen Blogeintrag alleine schreiben könnte.
Wenn ich in meinem "Fussball-Blog" schon bei der Politik bin: Ähnlich unverständlich wie das Verdikt zur SVP-Initiative ist für mich auch das klare Nein zur Steuergerechtigkeits-Initiative der SP. Hatte diese noch zwei Wochen vor dem Abstimmungstermin eine klare Mehrheit von über 58% hinter sich, änderte sich dies nach dem Eingreifen der Wirtschaftslobby schlagartig. Ein paar völlig überdrehte Drohungen von Wirtschaftsbossen sie würden das Land bei einem Ja verlassen und Plakate mit schlicht falschem Inhalt reichten offensichtlich um selbst im linken Lager Nein-Stimmen abzuholen. Diese Wirtschaftsgläubigkeit geht mir je länger je mehr tierisch auf den Keks.
Wenigstens gewann YB mit etwas Glück aber keineswegs unverdient gegen die Tretertruppe aus Mordor äh aus dem Wallis. Zumal Ex-YB-Trainer Challendes seine Mannen extrem defensiv eingestellt hatte, war der Erfolg keineswegs selbstverständlich. A propos Challendes: Der muss ja dort einen unglaublichen Zapfen abholen wenn er sich vom König Constantin dermassen zur Marionette degradieren lässt...Naja es hat halt doch fast jeder einen Preis.... Nun, wirklich aufheitern konnte mich auch dieser Sieg nicht. Sehr gefreut habe ich mich aber für Marco Schneuwly der mit seinem Siegtor wichtigen Anteil an den drei Punkten hatte. Er hat sich dieses Tor definitiv verdient und es ist zu hoffen dass er damit wieder mehr Selbstvertrauen findet und sich wieder an seine Form von vor der Verletzung annähern kann. Wirklich interessant ist ja dass wir trotz teilweise mässigen Leistungen immer noch voll dabei sind. 5 Punkte auf die drei vor uns liegenden Mannschaften sind keine Welt und mit einem Sieg am nächsten Samstag in Basel wäre endgültig wieder alles offen.
Vorher wurde aber gestern dass "Supplement" serviert. Und was für eines. Bei Bedingungen nahe an der Irregularität überzeugte YB gegen den Bundesligsten aus Stuttgart. Petkovic vertraute den gleichen elf Spielern die drei Tage zuvor gegen den FC Mordor. Und auch wenn sich unser Liverpool-Aficionado ob den Platzverhältnissen einen Marco Dittgen wünschte war das definitiv die richtige Entscheidung. Das schwelgen in Erinnerungen liess mich übrigens noch eine Wette verlieren, Sämi Drakopulos war wohl doch schlechter als ich ihn in Erinnerung habe ;-)
Wie dem auch sei. Zwar musste man sich immer noch über Doubais Fehlpässe ärgern, aber angesichts der Alternativen muss man sich wohl einfach daran gewöhnen. Zumindest wenn da nicht am Kader nachgebessert wird. Leider bezweifle ich mittlerweile dass er jemals wieder an seine Form von vor seiner Verletzung herankommen wird. Es ist zu hoffen dass ich mich irre. Auf den Flügeln sorgten David Degen und Lulic für Wirbel, wobei Lulic im Moment irgendwo zwischen Genie und Wahnsinn wandelt. Einerseits tolle Einzelaktionen, andererseits teilweise wirklich ärgerliches stehenbleiben nach Ballverlusten. Der Junge wäre sehr talentiert, wenn er jetzt noch an seiner mentalen Einstellung arbeitet wird der mal richtig gut. Einen grossen Abend hatte für mich (und hätte er auch ohne seine zwei Tore gehabt) Emanuel Mayuka. Dafür dass er angeblich letzte Woche zum ersten Mal Schnee gesehen hatte, war seine Leistung auf dem ungewohnten Grund mehr als bemerkenswert. Er rannte und wirbelte als hätte er in seinem Leben vorher nichts anderes gemacht als auf Schnee Fussball zu spielen. Die erste Halbzeit gehört so klar unseren Jungs in Gelb-Schwarz. Bereits nach drei Minuten wäre Ziegler im Tor des VfB geschlagen gewesen, Lulic` Schlenzer klatschte aber nur an die Latte. Degen und Mayuka vergaben weitere Chancen, ehe in der 34.Minute Degen mit einem wunderbaren Schuss den zu weit vor seinem Tor postierten Ziegler erwischte und den verdienten Führungstreffer erzielte. Bereits vor dem Spiel gab es teilweise surreale Bilder zu bestaunen, so fuhren immer noch Schneeräumungsfahrzeuge auf dem Kunstrasen umher als sich die Spieler bereits am warmlaufen waren. Und nach rund 30 Minuten ordnete der Schiedsrichter die erneute Räumung des Schnees von den Linien an was zu einem rund 5-Minütigen Unterbruch führte. Die Pausenführung für Gelb-Schwarz war auf jeden Fall hochverdient.
Nach dem Seitenwechsel kam Stuttgart besser ins Spiel und es gelang den Deutschen nun vermehrt den Ball in den eigenen Reihen zu halten und YB unter Druck zu setzen. Nach einem üblen Aussetzer von Nef der Wölfli behinderte traf der russische Nationalstürmer Pogrebnjak zum Ausgleich. Stuttgart in dieser Phase kurz nach der Pause weiter dominant aber mit wenig durchschlagskraft. YB kam nur noch vereinzelt vors Stuttgarter Tor. Nach einem Stellungsfehler von Affolter und dem aufheben des Offsides von Jemal, stand der vorher erst eingewechselte Schipplock alleine vor Wölfli und liess sich nicht zweimal bitten 1:2. Und hier entstand dann auch die Überschrift für diesen Blog-Eintrag. Ein gewisser N.S. hatte schon beim Sion-Spiel vorausgesagt das Marco Schneuwly noch ein Tor schiessen werde. Und auch diesmal lag er mit seinem Statement, "einfach positiv bleiben" genau richtig. Anders als nach dem 1-1 konnte YB auf dieses Gegentor reagieren. Und wie. Innerhalb von 5 Minuten drehte YB das Spiel wieder. Zuerst traf Sutter mit gütiger Mithilfe von Niedermeier zum 2:2. Zu diesem Zeitpunkt machte bereits das Endresultat aus Odense die Runde und ein weiterer Treffer von YB würde also die definitive Qualifikation für den 1/16-Final bedeuten. Und dann kam die grosse Mayuka-Show. Zuerst spekulierte er gekonnt auf einen Fehler in der Stuttgarter-Abwehr und lief alleine auf Ziegler zu und bezwang diesen von halbrechter Position in "Doumbia-Manier" zum stürmisch bejubelten 3:2. Und keine zwei Minuten später verpasste Marco Schneuwly eine Hereingabe von Sutter denkbar knapp, Ziegler fälschte den Ball noch etwas ab genau auf den Fuss von Mayuka der den Ball in Bedrängnis über die Linie stocherte. Was für eine Schlussphase, die YB-Viertelstunde lebt!
Wahrlich ein grosser Tag, seit der Saison 87/88 in der YB im Europapokal der Cupsieger bis in den Viertelfinal vorstiess (mit damals allerdings bloss zwei vorangehenden Runden) und dort an Ajax Amsterdam scheiterte, ist es das erste Mal dass YB wieder im Europapokal überwintert. Von den Punkten für unseren UEFA-Koeffizienten mal abgesehen. Die beiden letzten Runden in der Meisterschaft jetzt mal noch ausgenommen, ist YB also wohl im Frühling noch in allen drei Wettbewerben im Geschäft, was doch eigentlich keine schlechte Bilanz ist wenn man an das Gejammer von vielen "Experten" nach dem durchzogenen Saisonstart so betrachtet. Klar: YB strahlt nicht mehr dieses Selbstverständnis aus mit dem noch letztes Jahr im Herbst die Spiele gewonnen wurden. Aber auch auf die Gefahr hin dass ich mich wiederhole: Eine Mannschaft die solch schwerwiegende Abgänge zu verkraften hat wie es YB letzten Winter oder nach Ende der Saison hatte, braucht Zeit um zu wachsen. Und Fortschritte sind einige erkennbar auch wenn es sicher noch einige Baustellen gibt. Gerade das zentrale Mittelfeld bräuchte dringend noch einen Ballverteiler der die Angriffe einleiten und das Tempo bestimmen kann. Weder Spycher, Costanzo, Hochstrasser noch Doubai werden diesem Anspruch im Moment gerecht.
Aber wer weiss vielleicht tönt das am 12.Dezember schon wieder ganz anders. Es ist noch viel möglich und ich freue mich jetzt einfach riesig dass wir im Frühling weiter durch Europa ziehen dürfen.
Endgültig wütend werde ich, wenn ich mir dann von sogenannt Linken und Liberalen anhören muss, ich hätte mit meinem doppelten Nein der Initiative zum Durchbruch verholfen. Erstens stimmt die Argumentation von Markwalder und co. nicht (www.nationofswine.ch liefert den Gegenbeweis) und zweitens glaube ich wenn die Linke (und damit insbesondere die Sozialdemokraten) von Anfang an geschlossen gegen die Initative und den nicht wirklich besseren Gegenvorschlag zu Felde gezogen wäre, hätte es anders rauskommen können. Denn es war mit nur 2,9 Prozent Unterschied doch knapp. Mal ganz davon abgesehen dass die Bürgerlichen und Teile der Linken von Anfang an bereits in blinder Angst vor einem weiteren SVP-Sieg den Gegenvorschlag ausgepackt haben, statt mit sachlichen und nüchternen Argumenten die Initiative für Ungültig zu erklären oder wenigstens geschlossen zu bekämpfen. Etwas mehr Mut würde gerade der SP im Moment gut anstehen und in diesem Zusammenhang finde ich das neue Parteiprogramm schon mal ein Schritt in die richtige Richtung auch wenn einige konservative Linke gerade auch hier im Oberland wegen des Armeeabschaffungszieles plötzlich in bürgerliche Hysterie verfallen. Aber das ist wieder ein anderes Thema zu dem man einen Blogeintrag alleine schreiben könnte.
Wenn ich in meinem "Fussball-Blog" schon bei der Politik bin: Ähnlich unverständlich wie das Verdikt zur SVP-Initiative ist für mich auch das klare Nein zur Steuergerechtigkeits-Initiative der SP. Hatte diese noch zwei Wochen vor dem Abstimmungstermin eine klare Mehrheit von über 58% hinter sich, änderte sich dies nach dem Eingreifen der Wirtschaftslobby schlagartig. Ein paar völlig überdrehte Drohungen von Wirtschaftsbossen sie würden das Land bei einem Ja verlassen und Plakate mit schlicht falschem Inhalt reichten offensichtlich um selbst im linken Lager Nein-Stimmen abzuholen. Diese Wirtschaftsgläubigkeit geht mir je länger je mehr tierisch auf den Keks.
Wenigstens gewann YB mit etwas Glück aber keineswegs unverdient gegen die Tretertruppe aus Mordor äh aus dem Wallis. Zumal Ex-YB-Trainer Challendes seine Mannen extrem defensiv eingestellt hatte, war der Erfolg keineswegs selbstverständlich. A propos Challendes: Der muss ja dort einen unglaublichen Zapfen abholen wenn er sich vom König Constantin dermassen zur Marionette degradieren lässt...Naja es hat halt doch fast jeder einen Preis.... Nun, wirklich aufheitern konnte mich auch dieser Sieg nicht. Sehr gefreut habe ich mich aber für Marco Schneuwly der mit seinem Siegtor wichtigen Anteil an den drei Punkten hatte. Er hat sich dieses Tor definitiv verdient und es ist zu hoffen dass er damit wieder mehr Selbstvertrauen findet und sich wieder an seine Form von vor der Verletzung annähern kann. Wirklich interessant ist ja dass wir trotz teilweise mässigen Leistungen immer noch voll dabei sind. 5 Punkte auf die drei vor uns liegenden Mannschaften sind keine Welt und mit einem Sieg am nächsten Samstag in Basel wäre endgültig wieder alles offen.
Vorher wurde aber gestern dass "Supplement" serviert. Und was für eines. Bei Bedingungen nahe an der Irregularität überzeugte YB gegen den Bundesligsten aus Stuttgart. Petkovic vertraute den gleichen elf Spielern die drei Tage zuvor gegen den FC Mordor. Und auch wenn sich unser Liverpool-Aficionado ob den Platzverhältnissen einen Marco Dittgen wünschte war das definitiv die richtige Entscheidung. Das schwelgen in Erinnerungen liess mich übrigens noch eine Wette verlieren, Sämi Drakopulos war wohl doch schlechter als ich ihn in Erinnerung habe ;-)
Wie dem auch sei. Zwar musste man sich immer noch über Doubais Fehlpässe ärgern, aber angesichts der Alternativen muss man sich wohl einfach daran gewöhnen. Zumindest wenn da nicht am Kader nachgebessert wird. Leider bezweifle ich mittlerweile dass er jemals wieder an seine Form von vor seiner Verletzung herankommen wird. Es ist zu hoffen dass ich mich irre. Auf den Flügeln sorgten David Degen und Lulic für Wirbel, wobei Lulic im Moment irgendwo zwischen Genie und Wahnsinn wandelt. Einerseits tolle Einzelaktionen, andererseits teilweise wirklich ärgerliches stehenbleiben nach Ballverlusten. Der Junge wäre sehr talentiert, wenn er jetzt noch an seiner mentalen Einstellung arbeitet wird der mal richtig gut. Einen grossen Abend hatte für mich (und hätte er auch ohne seine zwei Tore gehabt) Emanuel Mayuka. Dafür dass er angeblich letzte Woche zum ersten Mal Schnee gesehen hatte, war seine Leistung auf dem ungewohnten Grund mehr als bemerkenswert. Er rannte und wirbelte als hätte er in seinem Leben vorher nichts anderes gemacht als auf Schnee Fussball zu spielen. Die erste Halbzeit gehört so klar unseren Jungs in Gelb-Schwarz. Bereits nach drei Minuten wäre Ziegler im Tor des VfB geschlagen gewesen, Lulic` Schlenzer klatschte aber nur an die Latte. Degen und Mayuka vergaben weitere Chancen, ehe in der 34.Minute Degen mit einem wunderbaren Schuss den zu weit vor seinem Tor postierten Ziegler erwischte und den verdienten Führungstreffer erzielte. Bereits vor dem Spiel gab es teilweise surreale Bilder zu bestaunen, so fuhren immer noch Schneeräumungsfahrzeuge auf dem Kunstrasen umher als sich die Spieler bereits am warmlaufen waren. Und nach rund 30 Minuten ordnete der Schiedsrichter die erneute Räumung des Schnees von den Linien an was zu einem rund 5-Minütigen Unterbruch führte. Die Pausenführung für Gelb-Schwarz war auf jeden Fall hochverdient.
Nach dem Seitenwechsel kam Stuttgart besser ins Spiel und es gelang den Deutschen nun vermehrt den Ball in den eigenen Reihen zu halten und YB unter Druck zu setzen. Nach einem üblen Aussetzer von Nef der Wölfli behinderte traf der russische Nationalstürmer Pogrebnjak zum Ausgleich. Stuttgart in dieser Phase kurz nach der Pause weiter dominant aber mit wenig durchschlagskraft. YB kam nur noch vereinzelt vors Stuttgarter Tor. Nach einem Stellungsfehler von Affolter und dem aufheben des Offsides von Jemal, stand der vorher erst eingewechselte Schipplock alleine vor Wölfli und liess sich nicht zweimal bitten 1:2. Und hier entstand dann auch die Überschrift für diesen Blog-Eintrag. Ein gewisser N.S. hatte schon beim Sion-Spiel vorausgesagt das Marco Schneuwly noch ein Tor schiessen werde. Und auch diesmal lag er mit seinem Statement, "einfach positiv bleiben" genau richtig. Anders als nach dem 1-1 konnte YB auf dieses Gegentor reagieren. Und wie. Innerhalb von 5 Minuten drehte YB das Spiel wieder. Zuerst traf Sutter mit gütiger Mithilfe von Niedermeier zum 2:2. Zu diesem Zeitpunkt machte bereits das Endresultat aus Odense die Runde und ein weiterer Treffer von YB würde also die definitive Qualifikation für den 1/16-Final bedeuten. Und dann kam die grosse Mayuka-Show. Zuerst spekulierte er gekonnt auf einen Fehler in der Stuttgarter-Abwehr und lief alleine auf Ziegler zu und bezwang diesen von halbrechter Position in "Doumbia-Manier" zum stürmisch bejubelten 3:2. Und keine zwei Minuten später verpasste Marco Schneuwly eine Hereingabe von Sutter denkbar knapp, Ziegler fälschte den Ball noch etwas ab genau auf den Fuss von Mayuka der den Ball in Bedrängnis über die Linie stocherte. Was für eine Schlussphase, die YB-Viertelstunde lebt!
Wahrlich ein grosser Tag, seit der Saison 87/88 in der YB im Europapokal der Cupsieger bis in den Viertelfinal vorstiess (mit damals allerdings bloss zwei vorangehenden Runden) und dort an Ajax Amsterdam scheiterte, ist es das erste Mal dass YB wieder im Europapokal überwintert. Von den Punkten für unseren UEFA-Koeffizienten mal abgesehen. Die beiden letzten Runden in der Meisterschaft jetzt mal noch ausgenommen, ist YB also wohl im Frühling noch in allen drei Wettbewerben im Geschäft, was doch eigentlich keine schlechte Bilanz ist wenn man an das Gejammer von vielen "Experten" nach dem durchzogenen Saisonstart so betrachtet. Klar: YB strahlt nicht mehr dieses Selbstverständnis aus mit dem noch letztes Jahr im Herbst die Spiele gewonnen wurden. Aber auch auf die Gefahr hin dass ich mich wiederhole: Eine Mannschaft die solch schwerwiegende Abgänge zu verkraften hat wie es YB letzten Winter oder nach Ende der Saison hatte, braucht Zeit um zu wachsen. Und Fortschritte sind einige erkennbar auch wenn es sicher noch einige Baustellen gibt. Gerade das zentrale Mittelfeld bräuchte dringend noch einen Ballverteiler der die Angriffe einleiten und das Tempo bestimmen kann. Weder Spycher, Costanzo, Hochstrasser noch Doubai werden diesem Anspruch im Moment gerecht.
Aber wer weiss vielleicht tönt das am 12.Dezember schon wieder ganz anders. Es ist noch viel möglich und ich freue mich jetzt einfach riesig dass wir im Frühling weiter durch Europa ziehen dürfen.
Montag, 15. November 2010
Ich bin zu alt für den Scheiss
Freitag, 15 Uhr, direkt von der Arbeit ohne Umsteigen nach Hamburg, ziemlich kaputt da angekommen, Mein Zeug bei A. in die Wohnung gepackt, kurz überlegt, ob man nicht gleich schlafen gehen sollte....ach "ein kurzes" Bier im Jolly liegt noch drin...Selbstbetrug olé ;-) Auf jeden Fall irgendwann auf einer Studenten-Party gelandet, bei der ich mir vorkam wie ein Opa...Nun immerhin gabs dank Bekannten gratis Alkohol, da konnte man dann auch damit leben, dass einem erst aus selbstverschulden ein Mexikaner übers Polo-Shirt gekippt wird (Notiz an mich selbst: Dumme Sprüche rächen sich ;-) ) und man mit Euro-Dance beschallt wird, der scheinbar grad wieder schwer angesagt zu sein scheint...Die Jugend von heute hat keinen Stil mehr ;-)
Auch sehr interessant waren die politischen Botschaften die überall auf Transpis in den verschiedenen Räumen hingen....die wollten so gar nicht zum Publikum passen das sich auf dieser Party tummelte. Die Linke ist ja auch nicht mehr das was sie mal war, von dem her....Das es klar wird: Die Botschaften hätte ich sofort unterschrieben....
Irgendwann wurde es dann auch sechs Uhr und wir verzogen uns dann doch mal Richtung Bett, nicht ohne vorher aber noch schnell in der Schanze ein paar Brötchen zu holen fürs Frühstück in ein paar Stunden, krass das wir noch so weit vorausdenken konnten. Auf dem Weg dahin den Schanzenpark durchquert und allerlei Ideen aufgenommen um das Mövenpick-Hotel wieder aus dem Wasserturm zu vertreiben. Aber wären sie gut gewesen, hätte das schon längst jemand durchgeführt bin ich sicher ;-)
Nach wenigen Stunden schlaf hiess es auch schon wieder aufstehen, wobei ich von meinem Zustand völlig überrascht wurde. Es ging mir nämlich blendend. Und das nach einer durchzechten Nacht....Nun denn, gefrühstückt, ab zum Fanladen, die üblichen Verdächtigen gegrüsst, die üblichen Imprimate gekauft (Gazetta, in the Streets of Hamburg) sowie die eher unüblichen noch dazu. (Das Ende der Welt von der Breitseite, hat mich auf der Rückfahrt in Richtung Zürich blendend unterhalten)
Dann früh zum AFM-Container gegangen weil mich N. noch für die Fanclubsprecherrats-Homepage "an die Wand stellen" wollte. Ergebnis dann wohl bald unter www.fanclubpsrecherrat.de zu "bewundern" :-) Da ich wie gesagt erstaunlicherweise ohne jegliche Kater-Symptome aufgewacht war, schmeckte das Bier auch schon wieder vorzüglich :-) Dann rund eine Stunde vor Spielbeginn ins Stadion. Es gibt sicher einfachere Gegner als Bayer Leverkusen, die doch eine ziemlich starke Truppe beisammen haben. Aber auf Punkte war unser FC halt schon angewiesen nach zuletzt drei Niederlagen in Folge. Nun in der ersten Halbzeit deutete eher wenig auf Punktezuwachs hin. Die Werkself doch ziemlich überlegen, mit mehr Spielanteilen und einem deutlichen Chancenplus. Aber dank Kessler und einer insgesamt nicht schlechten Abwehrleistung und auch mit etwas Glück (Als Zambrano kurz vor der Pause im Strafraum gegen Barnetta zu spät kam, war ich doch sehr überrascht gab es keinen Penalty) hielten unsere Jungs das 0-0 bis zur Halbzeitpause. Nach dem Seitenwechsel plötzlich ein anderes Bild. St.Pauli präsenter in den Zweikämpfen, mit mehr Dampf nach vorne und mit Fortdauer des Spiels auch mit den klar besseren Chancen. Alleine Asamoah bekam drei mal in Aussichtsreicher Position den Ball auf den Fuss, vertändelte diesen aber in der Folge oder hatte schlicht einfach Pech weil sein Abschluss vom Innenpfosten zurück ins Feld sprang. Und so kam es wie es kommen musste. In der 81.Minute bei einer der eher wenigen Offensiv-Aktionen von Bayer in der zweiten Halbzeit, lag der Ball plötzlich im Netz. 0:1. Zwar rannte St.Pauli die letzten 10 Minuten noch einmal mit aller Kraft an, aber der Ausgleich mochte nicht mehr gelingen. Solche Niederlagen sind schon sehr frustrierend. Man hat auch diesmal wieder gesehen, dass man durchaus in dieser Liga bestehen könnte, aber Details entscheiden dann die Partie zu Gunsten des Bundesligaerfahrenen Gegners. Ein Problem haben wir derzeit definitiv in der Offensive. In der zweiten Liga verträgt es sich halt noch wenn man viele gute Chancen auslässt, weil man schlicht mehr davon kriegt und dann gehen dann schon mal von 10 Chancen zwei rein. Aber in der ersten Liga kriegst du halt grad als Aufsteiger bloss 3-4 solcher guten Chancen und die musst du dann halt einfach nutzen. Machst du das nicht, verlierst du halt solche Spiele. Der 16. Platz ist damit noch genau 3 Punkte entfernt. Jetzt müssen in den nächsten drei Spielen gegen Wolfsburg und Kaiserslautern daheim und dazwischen in Bremen auswärts mindestens 4-6 Punkte her will man zur Winterpause auf einem Nicht-Abstiegsplatz stehen. Und das wird alles andere als einfach...
Nach dem Spiel war ich doch ziemlich deprimiert und ich liess das Vorhaben noch zur Demo gegen die Innenministerkonferenz zu gehen fallen. Ein weiser Entscheid wie sich für mich später herausstellte. Als wir vor der Weinbar "derbe leggeren" weissen Glühwein konsumierten, kam der Demozug auf der Feldstrasse entlang. Und was man da sehen konnte war schlicht unglaublich. Bullen ohne Ende. Keine Ahnung ob es wirklich stimmt, aber gefühlt war das Verhältnis Teilnehmer-Polizei irgendwo bei 1:5. Aber dann wieder schön über Überzeit und Überbelastung jammern, liebe Polizei-Gewerkschaft...einfach nur noch zum Kopfschütteln...
Schliesslich verzogen wir uns ins Raval um noch etwas zu essen. Einmal mehr sei erwähnt: Das Raval ist einfach ein Hammer-Schuppen. Essen ist immer äusserst lecker, satt ist man danach auch immer und der Preis ist dabei auch immer noch unschlagbar. Zudem noch die einfach angenehme Atmosphäre und der Vorteil dass man da fast immer jemanden trifft den man kennt, auch wenn man alleine hingeht. Schlicht und einfach genial der Laden.
Nach einem kurzen Abstecher zum Jolly hiess es für mich dann auch schon wieder Abschied nehmen um meinen Nachtzug nach Zürich zu kriegen. Schliesslich wollte ich am ZürYB-Pöbel Brunch beim "abgehalfterten TV-Star Dani B.* (* Name der Redaktion bekannt)" nicht fehlen. Da es vor dem Jolly doch noch so einiges an Bier gab und auch noch eine lustige Zigarette die Runde machte war ich dann doch ziemlich angeschlagen und schlief nach kurzer Lektüre des vorgängig schon angesprochenen Fanzine des Fanclubs Breitseite ziemlich schnell ein. Irgendwann dann ziemlich verkatert in Zürich angekommen, kurz auf die Frollenquote gewartet und zufällig Chnütti über den Weg gelaufen, der natürlich auch dasselbe Ziel wie wir hatten. Das Empfangskomitee erwartete uns dann auch schon auf der Dachterasse und der leckere Brunch stärkte meine Kräfte doch wieder etwas. Das Bier schmeckte aber an diesem Tag definitiv nicht mehr was auch gut so war ;-) Nach nettem "gepöbel" ab zum Stadion. Wobei ich dann mit Schrecken festgestellt hatte das ich die Tickets für den Gästesektor für meine Leute (man ist versucht zu sagen: wieder einmal) vergessen hatte. Na toll...90 Franken am Arsch...tja, wer keinen Kopf hat hat Geld oder so... Beim Horber vor der Südkurve noch schnell ein Bierchen gekippt (oder auch sehr langsam wie ich ;-) ) und dann ab ins Stadion mit dem Vorsatz den ZürYB-Pöbel dann nach dem Spiel wieder zu treffen.
Ich war eigentlich ziemlich skeptisch was die Erfolgschancen von YB an diesem Nachmittag betraf. Und leider bekam ich in der ersten Halbzeit absolut recht. YB begann mit einer Ausnahme gleich wie in Neuchatel. Für Jemal begann der nach einer Gelb-Sperre zurückgekehrte Affolter in der Innenverteidigung....und hatte einen Rabenschwarzen einstieg in die Partie. Zwei haarsträubende Fehlpässe von Affolter führten früh zu guten Möglichkeiten für den FCZ, wobei es in einer Szene wohl hätte Elfmeter geben müssen. YB hielt sich aber mit Glück lange schadlos. Allerdings war es schon ziemlich erschreckend wie harmlos und vor allem wie emotionslos unsere Jungs auftraten. Von Chancen brauchen wir in der ersten Halbzeit gar nicht reden, es gab schlicht keine für YB. Klar spielte der FCZ sehr clever, machte immer Druck auf den ballführenden Spieler und machte die Räume eng, so dass sich das YB-Flügel-Spiel gar nie entfalten konnte. Aber das dann da halt nicht auch mal dagegengehalten wird erstaunt mich schon. Degen und Lulic auf den Seiten eine einzige Enttäuschung, Hochstrasser verlor in der Mitte Zweikampf um Zweikampf, Costanzo gelang kaum einmal ein guter Pass und Chrigu Schneuwly der in Neuenburg noch mit einer tollen Leistung aufwartete, tauchte völlig ab. So war es nur eine Frage der Zeit bis der FCZ in Führung ging. Bei einem von Djuric scharf in den Strafraum geschlagenen Freistoss, standen plötzlich gleich drei Zürcher alleine vor Wölfli und Alphonse hatte keine Mühe den Ball am machtlosen Keeper vorbei ins Netz zu lenken. Auf eine Reaktion von YB wartete man vergeblich. Und kurz vor der Pause lancierte wieder Djuric, der erneut Degen im Rücken weggelaufen war Schönbächler und der schob den Ball am herauseilenden Wölfli vorbei zum 2:0 ins Netz. Dann war zum Glück Pause....Zu dem Zeitpunkt hätte ich keinen Franken mehr auf einen Punktezuwachs für YB gewettet. Zu ideenlos und vor allem zu emotionslos traten unsere Jungs in Gelb-Schwarz auf. Petkovic reagierte, nahm den wirkungslosen Schneuwly sowie den (einmal mehr...) indiskutablen Hochstrasser vom Platz und brachte für die beiden Doubai und Mayuka. Zudem stellte er das 4-1-4-1 in ein klassisches 4-4-2 um. Die erhoffte Wirkung hatte es vorerst nicht. Zwar war YB nun mehrheitlich in Ballbesitz, auch weil der FCZ nicht mehr so viel Druck erzeugte und sich eher weiter zurück zog, je länger das Spiel dauerte. Trotzdem bleib ein Freistoss von Costanzo der knapp übers Gehäuse von Guatelli flog, die einzige Nennenswerte Szene der Startphase der zweiten Halbzeit. Erst als Petkovic für Sutter Regazzoni brachte und auf 3-4-3 umstellte gelang es YB so etwas wie Druck zu erzeugen. Wirkliche Torchancen waren zwar immer noch nicht auszumachen, doch bis zum Strafraum gelang es YB nun wenigstens durchzusetzen. Und kurz nach Beginn der YB-Viertelstunde war es tatsächlich soweit. Mit der ersten wirklichen Torchance aus dem Spiel heraus markierte Mayuka den Anschlusstreffer. Einen langen Ball verlängerte Costanzo am Strafraum mit dem Kopf perfekt zu Mayuka der Guatelli umspielte und einschoss. Nun war YB plötzlich präsent und zeigte Leidenschaft. Druckvoll wurden immer wieder über die Seiten Angriffe ausgelöst, Degen war plötzlich präsent und auch Lulic machte wieder Dampf. Es war erneut Mayuka der sich im Strafraum gekonnt durchsetzte in dem er sich geschickt um seinen Gegenspieler drehte. Seine scharfe hereingabe drückte Bievenu im Zweikampf mit einem Zürcher zum nicht mehr für möglich gehaltenen Ausgleich über die Linie. Alles in allem ein sicher glücklicher Punkt. Der FCZ hat sich eigentlich selbst um den Sieg gebracht. Hätten sie so konzentriert und vor allem so aggressiv und konsequent weitergespielt wie in der ersten Halbzeit, statt sich zurückzuziehen, wäre doch stark zu bezweifeln gewesen ob YB nochmals so zurückgekommen wäre. Am Ende hatte YB sogar noch Chancen das 2-3 zu erzielen, was wohl aber definitiv des Guten zu viel gewesen wäre.
Da wir nochmal zurück zum Horber wollten, mussten wir erst noch rund 20 Minuten warten, bis die YB-Fans welche mit dem Extrazug angereist waren in den Bussen zum Bahnhof waren. Beim Horber trafen wir dann unsere Zirü-Pöbel-Fraktion wieder die sich alle ziemlich über die eigene Mannschaft aufregten. Danach gings noch zu einem Schlummertrunk (wobei ich echt nur noch analkoholische Getränke konsumieren konnte) ins ZigZag wo es noch einige nette Begegnungen und Gespräche mit Südkurven-Leuten gab. So wünsche ich mir einen Abschluss eines Fussballtages. Leider ist dies wirklich nur noch selten möglich. Es ist aber schön dass man merkt, dass man gerade bei den FCZ-Fans, als YB`ler eigentlich grundsätzlich gern gesehen ist und man nach einem intensiven Spiel ohne Probleme zusammen ein Bier oder Mineralwasser trinken kann ohne einander gleich an die Gurgel zu gehen...Klar muss ich nicht mit jedem dahergelaufenen gegnerischen Fan eins trinken, aber grundsätzlich finde ich es doch sehr schade ist diese Entspanntheit irgendwie über die Jahre ein wenig verloren gegangen. Umso mehr geniesst man solche Tage an denen man zwar verschiedene Farben trägt, aber dies höchstens für den einen oder anderen "Pöbel-Spruch" gebraucht wird und man sonst einfach mit guten und netten Leuten einen entspannten und tollen Tag verbringt. Mein Dank an die "Gurkenbande" hat Spass gemacht.
Auf dem Heimweg wieder mal gemerkt dass ich einfach zu alt bin für diese Scheisse... ;-) die zwei Stunden bis nach Hause kamen mit gefühlt wie 4 vor zumal von Spiez bis Interlaken noch ein völlig überfüllter Bus fuhr, weil wieder mal Bauarbeiten anstanden. Wenn dann noch nervende Zeitgenossen um dich rumsitzen und dein Ipod keinen Saft mehr hat um dem belanglosen und dummen gequatsche dieser Leute zu entfliehen wirds richtig hart. Irgendwie hab ich dass dann aber auch noch überstanden und nach entspanntem Ausschlafen sieht die Welt meist auch schon wieder viel besser aus.
ps. Hier noch ein Video zur Demo in dem klar wird wovon ich schreibe:
http://www.youtube.com/watch?v=JEn2eYc-cyw
Auch sehr interessant waren die politischen Botschaften die überall auf Transpis in den verschiedenen Räumen hingen....die wollten so gar nicht zum Publikum passen das sich auf dieser Party tummelte. Die Linke ist ja auch nicht mehr das was sie mal war, von dem her....Das es klar wird: Die Botschaften hätte ich sofort unterschrieben....
Irgendwann wurde es dann auch sechs Uhr und wir verzogen uns dann doch mal Richtung Bett, nicht ohne vorher aber noch schnell in der Schanze ein paar Brötchen zu holen fürs Frühstück in ein paar Stunden, krass das wir noch so weit vorausdenken konnten. Auf dem Weg dahin den Schanzenpark durchquert und allerlei Ideen aufgenommen um das Mövenpick-Hotel wieder aus dem Wasserturm zu vertreiben. Aber wären sie gut gewesen, hätte das schon längst jemand durchgeführt bin ich sicher ;-)
Nach wenigen Stunden schlaf hiess es auch schon wieder aufstehen, wobei ich von meinem Zustand völlig überrascht wurde. Es ging mir nämlich blendend. Und das nach einer durchzechten Nacht....Nun denn, gefrühstückt, ab zum Fanladen, die üblichen Verdächtigen gegrüsst, die üblichen Imprimate gekauft (Gazetta, in the Streets of Hamburg) sowie die eher unüblichen noch dazu. (Das Ende der Welt von der Breitseite, hat mich auf der Rückfahrt in Richtung Zürich blendend unterhalten)
Dann früh zum AFM-Container gegangen weil mich N. noch für die Fanclubsprecherrats-Homepage "an die Wand stellen" wollte. Ergebnis dann wohl bald unter www.fanclubpsrecherrat.de zu "bewundern" :-) Da ich wie gesagt erstaunlicherweise ohne jegliche Kater-Symptome aufgewacht war, schmeckte das Bier auch schon wieder vorzüglich :-) Dann rund eine Stunde vor Spielbeginn ins Stadion. Es gibt sicher einfachere Gegner als Bayer Leverkusen, die doch eine ziemlich starke Truppe beisammen haben. Aber auf Punkte war unser FC halt schon angewiesen nach zuletzt drei Niederlagen in Folge. Nun in der ersten Halbzeit deutete eher wenig auf Punktezuwachs hin. Die Werkself doch ziemlich überlegen, mit mehr Spielanteilen und einem deutlichen Chancenplus. Aber dank Kessler und einer insgesamt nicht schlechten Abwehrleistung und auch mit etwas Glück (Als Zambrano kurz vor der Pause im Strafraum gegen Barnetta zu spät kam, war ich doch sehr überrascht gab es keinen Penalty) hielten unsere Jungs das 0-0 bis zur Halbzeitpause. Nach dem Seitenwechsel plötzlich ein anderes Bild. St.Pauli präsenter in den Zweikämpfen, mit mehr Dampf nach vorne und mit Fortdauer des Spiels auch mit den klar besseren Chancen. Alleine Asamoah bekam drei mal in Aussichtsreicher Position den Ball auf den Fuss, vertändelte diesen aber in der Folge oder hatte schlicht einfach Pech weil sein Abschluss vom Innenpfosten zurück ins Feld sprang. Und so kam es wie es kommen musste. In der 81.Minute bei einer der eher wenigen Offensiv-Aktionen von Bayer in der zweiten Halbzeit, lag der Ball plötzlich im Netz. 0:1. Zwar rannte St.Pauli die letzten 10 Minuten noch einmal mit aller Kraft an, aber der Ausgleich mochte nicht mehr gelingen. Solche Niederlagen sind schon sehr frustrierend. Man hat auch diesmal wieder gesehen, dass man durchaus in dieser Liga bestehen könnte, aber Details entscheiden dann die Partie zu Gunsten des Bundesligaerfahrenen Gegners. Ein Problem haben wir derzeit definitiv in der Offensive. In der zweiten Liga verträgt es sich halt noch wenn man viele gute Chancen auslässt, weil man schlicht mehr davon kriegt und dann gehen dann schon mal von 10 Chancen zwei rein. Aber in der ersten Liga kriegst du halt grad als Aufsteiger bloss 3-4 solcher guten Chancen und die musst du dann halt einfach nutzen. Machst du das nicht, verlierst du halt solche Spiele. Der 16. Platz ist damit noch genau 3 Punkte entfernt. Jetzt müssen in den nächsten drei Spielen gegen Wolfsburg und Kaiserslautern daheim und dazwischen in Bremen auswärts mindestens 4-6 Punkte her will man zur Winterpause auf einem Nicht-Abstiegsplatz stehen. Und das wird alles andere als einfach...
Nach dem Spiel war ich doch ziemlich deprimiert und ich liess das Vorhaben noch zur Demo gegen die Innenministerkonferenz zu gehen fallen. Ein weiser Entscheid wie sich für mich später herausstellte. Als wir vor der Weinbar "derbe leggeren" weissen Glühwein konsumierten, kam der Demozug auf der Feldstrasse entlang. Und was man da sehen konnte war schlicht unglaublich. Bullen ohne Ende. Keine Ahnung ob es wirklich stimmt, aber gefühlt war das Verhältnis Teilnehmer-Polizei irgendwo bei 1:5. Aber dann wieder schön über Überzeit und Überbelastung jammern, liebe Polizei-Gewerkschaft...einfach nur noch zum Kopfschütteln...
Schliesslich verzogen wir uns ins Raval um noch etwas zu essen. Einmal mehr sei erwähnt: Das Raval ist einfach ein Hammer-Schuppen. Essen ist immer äusserst lecker, satt ist man danach auch immer und der Preis ist dabei auch immer noch unschlagbar. Zudem noch die einfach angenehme Atmosphäre und der Vorteil dass man da fast immer jemanden trifft den man kennt, auch wenn man alleine hingeht. Schlicht und einfach genial der Laden.
Nach einem kurzen Abstecher zum Jolly hiess es für mich dann auch schon wieder Abschied nehmen um meinen Nachtzug nach Zürich zu kriegen. Schliesslich wollte ich am ZürYB-Pöbel Brunch beim "abgehalfterten TV-Star Dani B.* (* Name der Redaktion bekannt)" nicht fehlen. Da es vor dem Jolly doch noch so einiges an Bier gab und auch noch eine lustige Zigarette die Runde machte war ich dann doch ziemlich angeschlagen und schlief nach kurzer Lektüre des vorgängig schon angesprochenen Fanzine des Fanclubs Breitseite ziemlich schnell ein. Irgendwann dann ziemlich verkatert in Zürich angekommen, kurz auf die Frollenquote gewartet und zufällig Chnütti über den Weg gelaufen, der natürlich auch dasselbe Ziel wie wir hatten. Das Empfangskomitee erwartete uns dann auch schon auf der Dachterasse und der leckere Brunch stärkte meine Kräfte doch wieder etwas. Das Bier schmeckte aber an diesem Tag definitiv nicht mehr was auch gut so war ;-) Nach nettem "gepöbel" ab zum Stadion. Wobei ich dann mit Schrecken festgestellt hatte das ich die Tickets für den Gästesektor für meine Leute (man ist versucht zu sagen: wieder einmal) vergessen hatte. Na toll...90 Franken am Arsch...tja, wer keinen Kopf hat hat Geld oder so... Beim Horber vor der Südkurve noch schnell ein Bierchen gekippt (oder auch sehr langsam wie ich ;-) ) und dann ab ins Stadion mit dem Vorsatz den ZürYB-Pöbel dann nach dem Spiel wieder zu treffen.
Ich war eigentlich ziemlich skeptisch was die Erfolgschancen von YB an diesem Nachmittag betraf. Und leider bekam ich in der ersten Halbzeit absolut recht. YB begann mit einer Ausnahme gleich wie in Neuchatel. Für Jemal begann der nach einer Gelb-Sperre zurückgekehrte Affolter in der Innenverteidigung....und hatte einen Rabenschwarzen einstieg in die Partie. Zwei haarsträubende Fehlpässe von Affolter führten früh zu guten Möglichkeiten für den FCZ, wobei es in einer Szene wohl hätte Elfmeter geben müssen. YB hielt sich aber mit Glück lange schadlos. Allerdings war es schon ziemlich erschreckend wie harmlos und vor allem wie emotionslos unsere Jungs auftraten. Von Chancen brauchen wir in der ersten Halbzeit gar nicht reden, es gab schlicht keine für YB. Klar spielte der FCZ sehr clever, machte immer Druck auf den ballführenden Spieler und machte die Räume eng, so dass sich das YB-Flügel-Spiel gar nie entfalten konnte. Aber das dann da halt nicht auch mal dagegengehalten wird erstaunt mich schon. Degen und Lulic auf den Seiten eine einzige Enttäuschung, Hochstrasser verlor in der Mitte Zweikampf um Zweikampf, Costanzo gelang kaum einmal ein guter Pass und Chrigu Schneuwly der in Neuenburg noch mit einer tollen Leistung aufwartete, tauchte völlig ab. So war es nur eine Frage der Zeit bis der FCZ in Führung ging. Bei einem von Djuric scharf in den Strafraum geschlagenen Freistoss, standen plötzlich gleich drei Zürcher alleine vor Wölfli und Alphonse hatte keine Mühe den Ball am machtlosen Keeper vorbei ins Netz zu lenken. Auf eine Reaktion von YB wartete man vergeblich. Und kurz vor der Pause lancierte wieder Djuric, der erneut Degen im Rücken weggelaufen war Schönbächler und der schob den Ball am herauseilenden Wölfli vorbei zum 2:0 ins Netz. Dann war zum Glück Pause....Zu dem Zeitpunkt hätte ich keinen Franken mehr auf einen Punktezuwachs für YB gewettet. Zu ideenlos und vor allem zu emotionslos traten unsere Jungs in Gelb-Schwarz auf. Petkovic reagierte, nahm den wirkungslosen Schneuwly sowie den (einmal mehr...) indiskutablen Hochstrasser vom Platz und brachte für die beiden Doubai und Mayuka. Zudem stellte er das 4-1-4-1 in ein klassisches 4-4-2 um. Die erhoffte Wirkung hatte es vorerst nicht. Zwar war YB nun mehrheitlich in Ballbesitz, auch weil der FCZ nicht mehr so viel Druck erzeugte und sich eher weiter zurück zog, je länger das Spiel dauerte. Trotzdem bleib ein Freistoss von Costanzo der knapp übers Gehäuse von Guatelli flog, die einzige Nennenswerte Szene der Startphase der zweiten Halbzeit. Erst als Petkovic für Sutter Regazzoni brachte und auf 3-4-3 umstellte gelang es YB so etwas wie Druck zu erzeugen. Wirkliche Torchancen waren zwar immer noch nicht auszumachen, doch bis zum Strafraum gelang es YB nun wenigstens durchzusetzen. Und kurz nach Beginn der YB-Viertelstunde war es tatsächlich soweit. Mit der ersten wirklichen Torchance aus dem Spiel heraus markierte Mayuka den Anschlusstreffer. Einen langen Ball verlängerte Costanzo am Strafraum mit dem Kopf perfekt zu Mayuka der Guatelli umspielte und einschoss. Nun war YB plötzlich präsent und zeigte Leidenschaft. Druckvoll wurden immer wieder über die Seiten Angriffe ausgelöst, Degen war plötzlich präsent und auch Lulic machte wieder Dampf. Es war erneut Mayuka der sich im Strafraum gekonnt durchsetzte in dem er sich geschickt um seinen Gegenspieler drehte. Seine scharfe hereingabe drückte Bievenu im Zweikampf mit einem Zürcher zum nicht mehr für möglich gehaltenen Ausgleich über die Linie. Alles in allem ein sicher glücklicher Punkt. Der FCZ hat sich eigentlich selbst um den Sieg gebracht. Hätten sie so konzentriert und vor allem so aggressiv und konsequent weitergespielt wie in der ersten Halbzeit, statt sich zurückzuziehen, wäre doch stark zu bezweifeln gewesen ob YB nochmals so zurückgekommen wäre. Am Ende hatte YB sogar noch Chancen das 2-3 zu erzielen, was wohl aber definitiv des Guten zu viel gewesen wäre.
Da wir nochmal zurück zum Horber wollten, mussten wir erst noch rund 20 Minuten warten, bis die YB-Fans welche mit dem Extrazug angereist waren in den Bussen zum Bahnhof waren. Beim Horber trafen wir dann unsere Zirü-Pöbel-Fraktion wieder die sich alle ziemlich über die eigene Mannschaft aufregten. Danach gings noch zu einem Schlummertrunk (wobei ich echt nur noch analkoholische Getränke konsumieren konnte) ins ZigZag wo es noch einige nette Begegnungen und Gespräche mit Südkurven-Leuten gab. So wünsche ich mir einen Abschluss eines Fussballtages. Leider ist dies wirklich nur noch selten möglich. Es ist aber schön dass man merkt, dass man gerade bei den FCZ-Fans, als YB`ler eigentlich grundsätzlich gern gesehen ist und man nach einem intensiven Spiel ohne Probleme zusammen ein Bier oder Mineralwasser trinken kann ohne einander gleich an die Gurgel zu gehen...Klar muss ich nicht mit jedem dahergelaufenen gegnerischen Fan eins trinken, aber grundsätzlich finde ich es doch sehr schade ist diese Entspanntheit irgendwie über die Jahre ein wenig verloren gegangen. Umso mehr geniesst man solche Tage an denen man zwar verschiedene Farben trägt, aber dies höchstens für den einen oder anderen "Pöbel-Spruch" gebraucht wird und man sonst einfach mit guten und netten Leuten einen entspannten und tollen Tag verbringt. Mein Dank an die "Gurkenbande" hat Spass gemacht.
Auf dem Heimweg wieder mal gemerkt dass ich einfach zu alt bin für diese Scheisse... ;-) die zwei Stunden bis nach Hause kamen mit gefühlt wie 4 vor zumal von Spiez bis Interlaken noch ein völlig überfüllter Bus fuhr, weil wieder mal Bauarbeiten anstanden. Wenn dann noch nervende Zeitgenossen um dich rumsitzen und dein Ipod keinen Saft mehr hat um dem belanglosen und dummen gequatsche dieser Leute zu entfliehen wirds richtig hart. Irgendwie hab ich dass dann aber auch noch überstanden und nach entspanntem Ausschlafen sieht die Welt meist auch schon wieder viel besser aus.
ps. Hier noch ein Video zur Demo in dem klar wird wovon ich schreibe:
http://www.youtube.com/watch?v=JEn2eYc-cyw
Sonntag, 7. November 2010
Hyggelig? my ass! und Hallenfussball nervt
Zum vierten Mal in dieser Saison hiess es Europapokal auswärts! Da der geplante Nacht-Extrazug leider wegen zu weniger Anmeldungen nicht zustande kam (Schon interessant dass man nach Stuttgart einen Zug mit 800 Plätzen bis auf den letzten Platz füllt, es aber nicht möglich ist 330 Leute zu bewegen mit nach Dänemark zu fahren...zumal am Schluss doch etwa 350 Berner in Odense waren....) ging es halt im regulären CityNightLine-Nachtzug über Basel direkt nach Odense. Leider hatte es die SBB nicht geschafft uns auf der Hinfahrt in einem Wagen zu buchen, was dann auch noch zu einigen "interessanten" Begebenheiten geführt hat.... Aber der Reihe nach. Da der FC Basel am Mittwoch sein CL-Heimspiel gegen die Roma austrug und wir in Basel eine halbe Stunde aufenthalt hatten, war ein wenig Wachsamkeit gefragt. Und prompt standen auch zwei "Späher" rum....passiert ist dann allerdings nichts.
Dafür war der Auftritt des Zugchefs bereits in Basel ein negatives Highlight. Es ist schon erstaunlich welche Vorurteile Fussballfans mittlerweile anhängen. Der Typ verlangte "den Chef der Gruppe" zu sprechen, was dann wohl ich war. Bereits im ersten Satz drohte er mit der "Bundespolizei" falls wir uns nicht an seine Anweisungen hielten. Ich erklärte ihm darauf hin dass wir den Mitreisenden durchaus die Spielregeln mitgegeben haben und er sich bitte bei Problemen zuerst an mich respektive an unseren Fanarbeiter wenden solle. Da der gute Herr aber scheinbar weder zuhören, noch vorgefasste Meinungen revidieren konnte, war es leider nur eine Frage der Zeit bis er komplett durchdrehte. Dabei war die Fahrt wirklich sehr gesittet, klar wurde ein wenig Bier getrunken und manchmal auch ein wenig gesungen, aber das war alles wirklich harmlos. Nichts ging kaputt, niemand wurde angepöbelt, nichts. Trotzdem rief er in Mannheim mit hochrotem Kopf nach der Polizei. Der eine Polizist der auf dem Bahnsteig stand schüttelte darob nur den Kopf und meinte da sei ja nun gar kein Grund irgendwas zu unternehmen. Der Zugchef war aber nicht zu beruhigen und der Polizist meinte zu uns dass er leider das Recht hatte vom Hausrecht Gebrauch zu machen....na toll. Der zweite Liegewagenbetreuer dagegen war ein äusserst umgänglicher Typ der uns dann den Rat gab, den Typen bis nach Fulda einfach machen zu lassen. Danach habe der Feierabend und er sei dann der Zugchef und dann sei alles kein Problem mehr.
Nicht wirklich hilfreich war allerdings dass er dann auch noch gleich das Rauchen in den Abteilen erlaubte wenn das Fenster geöffnet würde. Das brachte seinen Chef dann natürlich noch mehr auf die Palme und war doch eher kontraproduktiv. In Frankfurt Süd standen dann tatsächlich 30 Bullen am Bahnsteig...Aber auch deren Einsatzleiter schüttelte nur gequält den Kopf und stauchte den Zugchef zusammen warum dieser wegen "diesem harmlosen Haufen" so einen Aufstand mache ;-) Auf jeden Fall konnten wir uns dann eine Stunde später als der Zug Fulda passiert hatte endgültig den angenehmen Seiten einer Zugfahrt widmen und irgendwann nach Hannover und weit nach Mitternacht legten wir uns dann doch noch schlafen. Weil der Zug schliesslich noch eine Stunde verspätet in Odense eintraf, gab es auch noch etwas schlaf ;-)
Wir begaben uns anschliessend zu unserem Hotel. Leider war unser Zimmer noch nicht bereit, so liessen wir unser Gepäck da und gingen erstmal frühstücken. Obwohl Odense 166`000 Einwohner hat und damit grösser als die Stadt Bern ist, war davon nicht viel zu sehen. Das Zentrum war überschaubar klein und auch sonst machte die Stadt eher einen verschlafenen Eindruck. Wir fanden schliesslich ein nettes Lokal um zu frühstücken und machten erstmals mit den doch eher hohen Preisen bekanntschaft. Da wir aber erstmal noch nicht auf Bier aus waren, gings noch ;-)
Nach einem leckeren Frühstück schauten wir erstmal beim auserkorenen Treffpunkt vorbei, wo die Besatzung des Cars auch gerade eingetroffen war und einen doch eher verknitterten Eindruck hinterliessen nach 15 Stunden in einem Car....also ich würde mir sowas definitiv nicht mehr antun. Das Ryan`s Pub sollte so etwas wie unsere Heimat werden in dem Kaff...Der Besitzer hatte uns im Vorfeld extra kontaktiert, er werde für uns sonst auch ein, zwei Biersorten für einen Spezialpreis anbieten, was er dann auch tat und erst noch bis drei Uhr früh offen hielt extra für uns. Nette Geste. Das "vergünstigte" Bier kostete zwar immer noch 30 Kronen (rund 6 Franken) das Pint, aber das war dann doch ok, wenn man die normalen Preise von 46-59 Kronen für ein Bier sonst so sah.
Nach dem ersten Bier gings zurück zum Hotel um einzuchecken. Was auch schon ein Highlight war. Wir wurden vom zuerst gebuchten Hotel Domir ins Partnerhotel Ydes umgebucht, da wir noch von einem Doppelzimmer in ein dreier-Zimmer umgebucht hatten und im Domir kein 3-Bett-Zimmer mehr frei war. An der Repcetion war niemand, als ins Domir rüber und dort gefragt. Die Dame dort meinte doch, doch wir sollten nur rüber gehen es sei jemand da. So ging ich schon mal vor und Mark und Chrisli holten unser Gepäck. Nun ja, da war nur ein Bildschirm und ein Knopf den man drücken musste. Nach kurzer Wartezeit erschien eine Frau mit Headset auf dem Bildschirm mit der ich dann via Videotelefonie eincheckte. Als plötzlich im Hintergrund auf dem Bildschirm Mark seine Faxen machte. Es war die Receptionistin des Hotel Domir....schräge Sache :-)
Da wir alle doch noch etwas angeschlagen waren von der Nacht im Zug, legten wir uns erstmal noch etwas hin und suchten uns anschliessend ein Restaurant um unseren Hunger zu stillen. Und wie der Zufall wollte rannten wir natürlich gleich ins selbe Steakhouse wie zwei andere Gruppen YB-Fans ;-) Nach einem sehr leckeren und auch wirklich günstigen Steak und Salatbüffet satt, war es dann doch Zeit fürs erste Bier. Und da es auch schon wieder langsam Dunkel wurde und das Tuborg Classic auch sehr lecker schmeckte, gab es auch nicht wirklich einen Grund das Pub bis zu unserem Abmarsch zum Stadion wieder zu verlassen ;-) Rund zwei Stunden vor Spielbeginn machten wir uns also zu Fuss auf zum Stadion. Und ab da fing es langsam an ungemütlich zu werden....Es begann zu regnen und die davor kaum aufgefallene Polizei war urplötzlich mit einem Grossaufgebot bereit um uns zu begleiten...Beim begleiten blieb es allerdings nicht. Die Polizei trat äusserst aggressiv und provokant auf. Leute am Ende des Marsches wurden ohne Vorwarnung in den Rücken gestossen wenn man zu Nahe an der Bullenkette am Ende lief, genau gleich auf der Seite sei es nun auf dem Trottoir oder bis zur Strassenmitte hin. Vor dem Stadion wurde die Situation dann endgültig unterträglich als auch noch Zivi-Bullen auftauchten die eher nach Hools aussahen als nach Ordnungshütern und auch entsprechend auftraten. Unserem Fanarbeiter wurden sogar Schläge angedroht als er sich über einen Verhafteten informieren wollte. Die Leute wurden regelrecht Richtung Gästeblock getrieben und wer nicht schnell genug war, kriegte gleich eins mit dem Schlagstock mit. Auch völlig unterträglich das arrogante und respektlose Auftreten, selbst wenn man mit einem Ausweis der Uefa ausgestattet war oder eine Ordner-Weste von YB trug...Und das man mich richtig versteht: Von Seiten der YB-Fans hatte es bis dahin keine Provokationen in Richtung Polizei gegeben. Das vereinzelt Leute auf die Schubserei ungehalten reagierten ist wohl nichts als normal. Auch toll die Information der Bullen das für Leute die kein Ticket haben kein Verkauf vor dem Block gebe sondern nur am Haupteingang. Da hinlassen wollte man aber auch niemanden. Schliesslich gelang es mir doch die Erlaubnis zu kriegen wenigstens mit dem Geld der wartenden zur Haupttribüne zu gehen. Dort erklärte man mir die Tickets für den Gästeblock würden nur dort vor dem Gästeblock verkauft....Aha...Also wieder zurück zum Gästeblock. Dort waren die restlichen wartenden mittlerweile von einer Bullenkette eingekesselt. Und tatsächlich die Kasse war nun offen, allerdings so aufgestellt dass man es vom Gästeeingang her gar nicht sehen konnte....
Nach diesem Spiessrutenlauf konnte man sich endlich dem Sportlichen zuwenden, weswegen man ja auch eigentlich nach Odense gereist war... Doch auch da überwog schlussendlich der Ärger. Der Ärger über eine verpasste Chance nämlich. Dieses Odense wäre mit ein wenig mehr Mut und Entschlossenheit zu schlagen gewesen, von einem Punktgewinn ganz zu schweigen. Doch YB trat unsicher, mutlos und uninspiriert auf und liess den Dänen vorab im Mittelfeld viel zu viel Platz was vor allem Doppeltorschütze Andreasen immer wieder nutzte um den schnellen und gefährlichen Utaka in Szene zu setzen. Nach 12 Minuten flog ein flach getretener Eckball in Richtung Fünfer. Bürki zögerte, Bienvenu reagierte nicht auf den an ihm vorbeisfliegenden Flankenball und Andreasen hatte dann keine Mühe den Ball über die Linie zu drücken. Die Reaktion von YB: Keine. Doubai lieferte eine katastrophale erste Halbzeit ab und wurde zurecht nach 45 Minuten durch den allerdings nicht weniger schwachen Hochstrasser ersetzt, Lulic und Rega mühten sich auf den Seiten ab, kamen aber kaum einmal durch und Torchancen blieben Mangelware. Die beste hatte noch Doubai der nach einer schönen Ablage von Bienvenu aus rund 14 Metern aber kläglich neben das Tor schoss. Eine absolut verdiente Pausenführung für Odense war das Resultat. Auf den Rängen übrigens war nicht wirklich was los, wir dürften auf jeden Fall ziemlich laut gewesen sein. Einzig ein Odense-Fan gleich auf der Tribüne neben dem Gästeblock sorgte für Wirbel als er uns mit allen möglichen Zeichen nach dem 1:0 für Odense zu provozieren versuchte. Auch da waren die Ordner im Law and Order-Staate Dänemark natürlich schnell zur Stelle und begleiteten den Mann von der Tribüne. Wirklich witzig wurde es als der gleiche Typ etwa 10min vor Schluss plötzlich wieder auf der Tribüne erschien, uns den Finger zeigte und uns anschliessend noch seinen nackten Arsch entgegenstreckte. Natürlich waren die Ordner wieder schnell zur Stelle um den Störenfried aus dem Stadion zu weisen. Immerhin etwas erheitnerndes an dem Abend....Nach dem Seitenwechsel kam YB etwas besser ins Spiel und Bienvenu und vor allem Regazzoni vergaben gute Ausgleichschancen für YB. Rega rutschte nach guter Vorarbeit von Lulic nur Zentimeter an der Hereingabe von Bienvenu vorbei. Mitten in diese Druckphase von YB, leistete sich Hochstrasser an der Mittellinie erst einen dummen Ballverlust und beim (immerhin) löblichen Versuch seinen Fehler gut zu machen, beging er danach gleich noch ein unnötiges Foul. Andreasen zirkelte den Ball über die Mauer und am chancenlosen Bürki vorbei ins linke obere Eck. Danach war die Partie eigentlich gelaufen. Odense beschränkte sich auf die Defensive und setzte doch immer wieder mit schnellen Kontern gefährliche Nadelstiche. YB mühte sich vergeblich ab und blieb harmlos bis zum Schluss. YB hat es damit verpasst den zweiten Platz mit mindestens einem Unentschieden zu festigen. Die europäische Auswärtsbilanz$ist nun doch schon sehr sehr bitter. Ausser dem Sensationssieg in Istanbul stehen drei Spiele, null Punkte und 0-9 Tore zu buche...
Und nun stand uns ja auch noch der erneute Rückmarsch vom Stadion in die Stadt bevor....und es war erneut einfach nur nervig, provokant und arrogant was die Polizei aufführte. Wieder wurden Leute ungewarnt geschlagen oder geschupst nur weil sie nach der Meinung der Polizei zu wenig schnell oder zu weit draussen liefen...Es soll nicht verschwiegen werden dass natürlich ein paar sehr gereizt auf das auftreten der Polizei reagierten, was die natürlich genüsslich auszunutzen wussten. Aber sowas habe ich echt noch nie erlebt und ich war nun schon in einigen Ländern an Fussballspielen. Wie meinte ein Schreiber im Forum 1898.ch so treffend:
"ich dachte bis gestern abend, evtl. habe diese dänische hyggeligkeit doch noch was. jetzt wissen wir, was das fürn blöder bullenstaat ist, in dem man die fassade hochhält, einen auf glückliche heile welt macht und demjenigen mit dem bullenknüppel in die fresse schlägt, der diese geheuchelte glückseligkeit stören könnte."
Bestens dazu passt es auch, dass derselbe Zivi der vor dem Stadion unserem Fanarbeiter noch mit dem Knüppel eins überbraten wollte, nach dem Spiel in der Stadt plötzlich überfreundlich vor einer Hool-Gruppe warnte die angeblich in der Stadt unterwegs sei und uns noch angreifen wolle. Passiert ist aber dann nichts. So liessen wir den Abend im Ryan`s ausklingen und gegen halb sechs hatte mich mein Hotelbett dann doch auch wieder. Dumm nur dass wir 2 Stunden später bereits wieder aufstehen mussten ;-)
Schliesslich wollten Chrisli und ich am Freitag noch St.Pauli siegen sehen, wenn es schon mit dem YB-Auswärtssieg nicht geklappt hatte. Mark begleitete uns bis Flensburg ebenfalls. Nachdem mich die beiden nach einigen Anstrengungen doch noch wach gekriegt hatten, gings noch schnell in den Frühstücksraum, dort noch schnell stehend einen Saft getrunken und ein paar Brötchen mit Käse und Schinken gefüllt zum mitnehmen ;-) Lüku wäre Stolz auf uns gewesen ;-)
Nach ereignislosen 8 Stunden Zugfahrt erreichten wir dann um halb fünf Dortmund wo uns ein Freund von mir bei dem wir übernachten würden schon erwartete. Danach noch schnell ein paar Bier eingekauft, die bereits bestellten Pizzen abgeholt und verschlungen und dann gings auch schon Richtung Gelsenkirchen. Spieltag im Ruhrpott ist schon immer wieder ein Highlight. Was man da an Kutten und Schalrock-Trägern erblicken kann ist einmalig ;-) Leider konnte ich keine Fotos machen, da meine Kamera auf der Hinreise nach Odense im Zug liegen geblieben war....
In Gelsenkirchen am Hauptbahnhof wieder einmal die sinnfreien Logik der Polizei miterleben dürfen. Fans mit St.Pauli-Klamotten wurden bei einer Rolltreppe zur Strassenbahn nicht durchgelassen sondern auf die Busse verwiesen. Also zurück, Schals kurz in die Tasche, wieder hin zur Rolltreppe und schwupps war man durch...wenn man bedenkt dass sich jene Klientel die sich Prügeln wollen eben gerade keine Vereinsfarben tragen, echt nur noch zum lachen.
Allerdings hätten wir schlussendlich besser die Busse genommen....Beim Kauf der Fahrzeuge muss einer also ganz starkes Zeugs geraucht haben. Die Fahrzeuge bestanden genau aus zwei Wagen und gefahren sind die nicht etwa wie zu Erwarten wäre bei einem Fussballspiel mit 60`000 Zuschauern dauernd, sondern vielleicht alle 10 Minuten, höchstens...Konsequenz daraus: Eine Stunde und vierzig Minuten gebraucht vom Hbf bis zum Stadion...Also wenn ich mir sowas jedes zweite Wochenende antun müsste...nein Danke. Womit wir bereits beim nächsten Ärgernis wären. Diese Halle, äh dieses "Stadion" geht nun wirklich nicht. Schon nur das geschlossene Dach, dass einem das Gefühl gibt in einer völlig überdimensionierten Turnhalle zu sein, geht einfach gar nicht. Und ich dachte bisher ich sei von YB ja so einiges gewöhnt was Werbung während des Spiels betrifft. Pustekuchen, Schalke schlägt das um längen. Und weil ich schon so schön am Nörgeln bin: Der Gästestehbereich ist auch eine ziemliche Fehlkonstruktion. Ein zwar relativ grosser Block, wenn man mit anderen Stadien vergleicht. Aber die zwei einzigen Eingänge sind jeweils mittig im Block angelegt was nun wirklich völliger Blödsinn ist. Das führte zur Situation das in Teilen des Blocks noch massig Platz vorhanden war, sich die Leute aber an den Eingängen dermassen stauten dass fast kein Durchkommen mehr war. Klar hängt das auch mit dem Verhalten der Leute zusammen die nicht mal noch ein paar Schritte nach unten oder zur Seite machen können wenn man sieht dass es langsam eng wird. Aber Eingänge ganz oben oder ganz unten am Block entschärfen diese Problematik doch um einiges. Womit ich beim nächsten nervigen Thema wäre. Was sich mittlerweile im St.Pauli-Auswärtsblock tummelt ist schlicht peinlich. Nicht genug dass man sich natürlich so eine idiotische Knappen-Karte holen muss um sich dann massig Bier reinzuschütten und im Block ein ständiges kommen und gehen herrscht. Nein es wird auch noch 90 Minuten die Klappe gehalten und höchstens mal gegen USP gewettert. Die Hälfte des Blockes hätte sich das Spiel locker auch am Fernseher anschauen können. Dann wären sie von USP nicht beim Bier trinken gestört worden und umgekehrt wäre die Stimmung wohl um einiges besser gewesen. Und das Platzproblem hätte sich auch von alleine gelöst...1.Liga schön und gut, aber wenn wir immer mehr von solchen Fans anziehen brauch ich die Bundesliga echt nicht....Sportlich war es die erste wirklich schlechte Leistung. Wobei St.Pauli in der ersten Halbzeit wenigstens noch die eine oder andere Chance hatte und insbesondere Deniz Naki kurz vor dem Seitenwechsel das 1:0 für Schalke durch Raul hätte ausgleichen müssen. In der zweiten Halbzeit ging aber gar nichts mehr, keine Laufbereitschaft, kein Kampf und so holst du nicht nur in der ersten Liga keinen Blumentopf...Das 3:0 für Schalke ging absolut in Ordnung. Der relativ gute Start ist mit diesen drei Niederlagen in Folge ziemlich dahin. Zumal ein Block auf die Tabelle verrät dass wir vor allem gegen Teams die hinter uns klassiert sind Punkte haben liegen lassen. Es bleibt zu hoffen dass Stani den Jungs den Larifari ganz schnell austreiben kann. Die nächsten beiden Heimspiele gegen Leverkusen und Wolfsburg werden alles andere als leicht und trotzdem muss gepunktet werden...Alles andere als eine gute Voraussetzung...Ich bin nach wie vor überzeugt dass die Mannschaft die Qualität hat sich in der Liga zu halten, aber dazu braucht es von allen über 90 Minuten vollsten Einsatz und nur mit spielerischen Mitteln können wir definitiv nicht bestehen.
Dafür war der Auftritt des Zugchefs bereits in Basel ein negatives Highlight. Es ist schon erstaunlich welche Vorurteile Fussballfans mittlerweile anhängen. Der Typ verlangte "den Chef der Gruppe" zu sprechen, was dann wohl ich war. Bereits im ersten Satz drohte er mit der "Bundespolizei" falls wir uns nicht an seine Anweisungen hielten. Ich erklärte ihm darauf hin dass wir den Mitreisenden durchaus die Spielregeln mitgegeben haben und er sich bitte bei Problemen zuerst an mich respektive an unseren Fanarbeiter wenden solle. Da der gute Herr aber scheinbar weder zuhören, noch vorgefasste Meinungen revidieren konnte, war es leider nur eine Frage der Zeit bis er komplett durchdrehte. Dabei war die Fahrt wirklich sehr gesittet, klar wurde ein wenig Bier getrunken und manchmal auch ein wenig gesungen, aber das war alles wirklich harmlos. Nichts ging kaputt, niemand wurde angepöbelt, nichts. Trotzdem rief er in Mannheim mit hochrotem Kopf nach der Polizei. Der eine Polizist der auf dem Bahnsteig stand schüttelte darob nur den Kopf und meinte da sei ja nun gar kein Grund irgendwas zu unternehmen. Der Zugchef war aber nicht zu beruhigen und der Polizist meinte zu uns dass er leider das Recht hatte vom Hausrecht Gebrauch zu machen....na toll. Der zweite Liegewagenbetreuer dagegen war ein äusserst umgänglicher Typ der uns dann den Rat gab, den Typen bis nach Fulda einfach machen zu lassen. Danach habe der Feierabend und er sei dann der Zugchef und dann sei alles kein Problem mehr.
Nicht wirklich hilfreich war allerdings dass er dann auch noch gleich das Rauchen in den Abteilen erlaubte wenn das Fenster geöffnet würde. Das brachte seinen Chef dann natürlich noch mehr auf die Palme und war doch eher kontraproduktiv. In Frankfurt Süd standen dann tatsächlich 30 Bullen am Bahnsteig...Aber auch deren Einsatzleiter schüttelte nur gequält den Kopf und stauchte den Zugchef zusammen warum dieser wegen "diesem harmlosen Haufen" so einen Aufstand mache ;-) Auf jeden Fall konnten wir uns dann eine Stunde später als der Zug Fulda passiert hatte endgültig den angenehmen Seiten einer Zugfahrt widmen und irgendwann nach Hannover und weit nach Mitternacht legten wir uns dann doch noch schlafen. Weil der Zug schliesslich noch eine Stunde verspätet in Odense eintraf, gab es auch noch etwas schlaf ;-)
Wir begaben uns anschliessend zu unserem Hotel. Leider war unser Zimmer noch nicht bereit, so liessen wir unser Gepäck da und gingen erstmal frühstücken. Obwohl Odense 166`000 Einwohner hat und damit grösser als die Stadt Bern ist, war davon nicht viel zu sehen. Das Zentrum war überschaubar klein und auch sonst machte die Stadt eher einen verschlafenen Eindruck. Wir fanden schliesslich ein nettes Lokal um zu frühstücken und machten erstmals mit den doch eher hohen Preisen bekanntschaft. Da wir aber erstmal noch nicht auf Bier aus waren, gings noch ;-)
Nach einem leckeren Frühstück schauten wir erstmal beim auserkorenen Treffpunkt vorbei, wo die Besatzung des Cars auch gerade eingetroffen war und einen doch eher verknitterten Eindruck hinterliessen nach 15 Stunden in einem Car....also ich würde mir sowas definitiv nicht mehr antun. Das Ryan`s Pub sollte so etwas wie unsere Heimat werden in dem Kaff...Der Besitzer hatte uns im Vorfeld extra kontaktiert, er werde für uns sonst auch ein, zwei Biersorten für einen Spezialpreis anbieten, was er dann auch tat und erst noch bis drei Uhr früh offen hielt extra für uns. Nette Geste. Das "vergünstigte" Bier kostete zwar immer noch 30 Kronen (rund 6 Franken) das Pint, aber das war dann doch ok, wenn man die normalen Preise von 46-59 Kronen für ein Bier sonst so sah.
Nach dem ersten Bier gings zurück zum Hotel um einzuchecken. Was auch schon ein Highlight war. Wir wurden vom zuerst gebuchten Hotel Domir ins Partnerhotel Ydes umgebucht, da wir noch von einem Doppelzimmer in ein dreier-Zimmer umgebucht hatten und im Domir kein 3-Bett-Zimmer mehr frei war. An der Repcetion war niemand, als ins Domir rüber und dort gefragt. Die Dame dort meinte doch, doch wir sollten nur rüber gehen es sei jemand da. So ging ich schon mal vor und Mark und Chrisli holten unser Gepäck. Nun ja, da war nur ein Bildschirm und ein Knopf den man drücken musste. Nach kurzer Wartezeit erschien eine Frau mit Headset auf dem Bildschirm mit der ich dann via Videotelefonie eincheckte. Als plötzlich im Hintergrund auf dem Bildschirm Mark seine Faxen machte. Es war die Receptionistin des Hotel Domir....schräge Sache :-)
Da wir alle doch noch etwas angeschlagen waren von der Nacht im Zug, legten wir uns erstmal noch etwas hin und suchten uns anschliessend ein Restaurant um unseren Hunger zu stillen. Und wie der Zufall wollte rannten wir natürlich gleich ins selbe Steakhouse wie zwei andere Gruppen YB-Fans ;-) Nach einem sehr leckeren und auch wirklich günstigen Steak und Salatbüffet satt, war es dann doch Zeit fürs erste Bier. Und da es auch schon wieder langsam Dunkel wurde und das Tuborg Classic auch sehr lecker schmeckte, gab es auch nicht wirklich einen Grund das Pub bis zu unserem Abmarsch zum Stadion wieder zu verlassen ;-) Rund zwei Stunden vor Spielbeginn machten wir uns also zu Fuss auf zum Stadion. Und ab da fing es langsam an ungemütlich zu werden....Es begann zu regnen und die davor kaum aufgefallene Polizei war urplötzlich mit einem Grossaufgebot bereit um uns zu begleiten...Beim begleiten blieb es allerdings nicht. Die Polizei trat äusserst aggressiv und provokant auf. Leute am Ende des Marsches wurden ohne Vorwarnung in den Rücken gestossen wenn man zu Nahe an der Bullenkette am Ende lief, genau gleich auf der Seite sei es nun auf dem Trottoir oder bis zur Strassenmitte hin. Vor dem Stadion wurde die Situation dann endgültig unterträglich als auch noch Zivi-Bullen auftauchten die eher nach Hools aussahen als nach Ordnungshütern und auch entsprechend auftraten. Unserem Fanarbeiter wurden sogar Schläge angedroht als er sich über einen Verhafteten informieren wollte. Die Leute wurden regelrecht Richtung Gästeblock getrieben und wer nicht schnell genug war, kriegte gleich eins mit dem Schlagstock mit. Auch völlig unterträglich das arrogante und respektlose Auftreten, selbst wenn man mit einem Ausweis der Uefa ausgestattet war oder eine Ordner-Weste von YB trug...Und das man mich richtig versteht: Von Seiten der YB-Fans hatte es bis dahin keine Provokationen in Richtung Polizei gegeben. Das vereinzelt Leute auf die Schubserei ungehalten reagierten ist wohl nichts als normal. Auch toll die Information der Bullen das für Leute die kein Ticket haben kein Verkauf vor dem Block gebe sondern nur am Haupteingang. Da hinlassen wollte man aber auch niemanden. Schliesslich gelang es mir doch die Erlaubnis zu kriegen wenigstens mit dem Geld der wartenden zur Haupttribüne zu gehen. Dort erklärte man mir die Tickets für den Gästeblock würden nur dort vor dem Gästeblock verkauft....Aha...Also wieder zurück zum Gästeblock. Dort waren die restlichen wartenden mittlerweile von einer Bullenkette eingekesselt. Und tatsächlich die Kasse war nun offen, allerdings so aufgestellt dass man es vom Gästeeingang her gar nicht sehen konnte....
Nach diesem Spiessrutenlauf konnte man sich endlich dem Sportlichen zuwenden, weswegen man ja auch eigentlich nach Odense gereist war... Doch auch da überwog schlussendlich der Ärger. Der Ärger über eine verpasste Chance nämlich. Dieses Odense wäre mit ein wenig mehr Mut und Entschlossenheit zu schlagen gewesen, von einem Punktgewinn ganz zu schweigen. Doch YB trat unsicher, mutlos und uninspiriert auf und liess den Dänen vorab im Mittelfeld viel zu viel Platz was vor allem Doppeltorschütze Andreasen immer wieder nutzte um den schnellen und gefährlichen Utaka in Szene zu setzen. Nach 12 Minuten flog ein flach getretener Eckball in Richtung Fünfer. Bürki zögerte, Bienvenu reagierte nicht auf den an ihm vorbeisfliegenden Flankenball und Andreasen hatte dann keine Mühe den Ball über die Linie zu drücken. Die Reaktion von YB: Keine. Doubai lieferte eine katastrophale erste Halbzeit ab und wurde zurecht nach 45 Minuten durch den allerdings nicht weniger schwachen Hochstrasser ersetzt, Lulic und Rega mühten sich auf den Seiten ab, kamen aber kaum einmal durch und Torchancen blieben Mangelware. Die beste hatte noch Doubai der nach einer schönen Ablage von Bienvenu aus rund 14 Metern aber kläglich neben das Tor schoss. Eine absolut verdiente Pausenführung für Odense war das Resultat. Auf den Rängen übrigens war nicht wirklich was los, wir dürften auf jeden Fall ziemlich laut gewesen sein. Einzig ein Odense-Fan gleich auf der Tribüne neben dem Gästeblock sorgte für Wirbel als er uns mit allen möglichen Zeichen nach dem 1:0 für Odense zu provozieren versuchte. Auch da waren die Ordner im Law and Order-Staate Dänemark natürlich schnell zur Stelle und begleiteten den Mann von der Tribüne. Wirklich witzig wurde es als der gleiche Typ etwa 10min vor Schluss plötzlich wieder auf der Tribüne erschien, uns den Finger zeigte und uns anschliessend noch seinen nackten Arsch entgegenstreckte. Natürlich waren die Ordner wieder schnell zur Stelle um den Störenfried aus dem Stadion zu weisen. Immerhin etwas erheitnerndes an dem Abend....Nach dem Seitenwechsel kam YB etwas besser ins Spiel und Bienvenu und vor allem Regazzoni vergaben gute Ausgleichschancen für YB. Rega rutschte nach guter Vorarbeit von Lulic nur Zentimeter an der Hereingabe von Bienvenu vorbei. Mitten in diese Druckphase von YB, leistete sich Hochstrasser an der Mittellinie erst einen dummen Ballverlust und beim (immerhin) löblichen Versuch seinen Fehler gut zu machen, beging er danach gleich noch ein unnötiges Foul. Andreasen zirkelte den Ball über die Mauer und am chancenlosen Bürki vorbei ins linke obere Eck. Danach war die Partie eigentlich gelaufen. Odense beschränkte sich auf die Defensive und setzte doch immer wieder mit schnellen Kontern gefährliche Nadelstiche. YB mühte sich vergeblich ab und blieb harmlos bis zum Schluss. YB hat es damit verpasst den zweiten Platz mit mindestens einem Unentschieden zu festigen. Die europäische Auswärtsbilanz$ist nun doch schon sehr sehr bitter. Ausser dem Sensationssieg in Istanbul stehen drei Spiele, null Punkte und 0-9 Tore zu buche...
Und nun stand uns ja auch noch der erneute Rückmarsch vom Stadion in die Stadt bevor....und es war erneut einfach nur nervig, provokant und arrogant was die Polizei aufführte. Wieder wurden Leute ungewarnt geschlagen oder geschupst nur weil sie nach der Meinung der Polizei zu wenig schnell oder zu weit draussen liefen...Es soll nicht verschwiegen werden dass natürlich ein paar sehr gereizt auf das auftreten der Polizei reagierten, was die natürlich genüsslich auszunutzen wussten. Aber sowas habe ich echt noch nie erlebt und ich war nun schon in einigen Ländern an Fussballspielen. Wie meinte ein Schreiber im Forum 1898.ch so treffend:
"ich dachte bis gestern abend, evtl. habe diese dänische hyggeligkeit doch noch was. jetzt wissen wir, was das fürn blöder bullenstaat ist, in dem man die fassade hochhält, einen auf glückliche heile welt macht und demjenigen mit dem bullenknüppel in die fresse schlägt, der diese geheuchelte glückseligkeit stören könnte."
Bestens dazu passt es auch, dass derselbe Zivi der vor dem Stadion unserem Fanarbeiter noch mit dem Knüppel eins überbraten wollte, nach dem Spiel in der Stadt plötzlich überfreundlich vor einer Hool-Gruppe warnte die angeblich in der Stadt unterwegs sei und uns noch angreifen wolle. Passiert ist aber dann nichts. So liessen wir den Abend im Ryan`s ausklingen und gegen halb sechs hatte mich mein Hotelbett dann doch auch wieder. Dumm nur dass wir 2 Stunden später bereits wieder aufstehen mussten ;-)
Schliesslich wollten Chrisli und ich am Freitag noch St.Pauli siegen sehen, wenn es schon mit dem YB-Auswärtssieg nicht geklappt hatte. Mark begleitete uns bis Flensburg ebenfalls. Nachdem mich die beiden nach einigen Anstrengungen doch noch wach gekriegt hatten, gings noch schnell in den Frühstücksraum, dort noch schnell stehend einen Saft getrunken und ein paar Brötchen mit Käse und Schinken gefüllt zum mitnehmen ;-) Lüku wäre Stolz auf uns gewesen ;-)
Nach ereignislosen 8 Stunden Zugfahrt erreichten wir dann um halb fünf Dortmund wo uns ein Freund von mir bei dem wir übernachten würden schon erwartete. Danach noch schnell ein paar Bier eingekauft, die bereits bestellten Pizzen abgeholt und verschlungen und dann gings auch schon Richtung Gelsenkirchen. Spieltag im Ruhrpott ist schon immer wieder ein Highlight. Was man da an Kutten und Schalrock-Trägern erblicken kann ist einmalig ;-) Leider konnte ich keine Fotos machen, da meine Kamera auf der Hinreise nach Odense im Zug liegen geblieben war....
In Gelsenkirchen am Hauptbahnhof wieder einmal die sinnfreien Logik der Polizei miterleben dürfen. Fans mit St.Pauli-Klamotten wurden bei einer Rolltreppe zur Strassenbahn nicht durchgelassen sondern auf die Busse verwiesen. Also zurück, Schals kurz in die Tasche, wieder hin zur Rolltreppe und schwupps war man durch...wenn man bedenkt dass sich jene Klientel die sich Prügeln wollen eben gerade keine Vereinsfarben tragen, echt nur noch zum lachen.
Allerdings hätten wir schlussendlich besser die Busse genommen....Beim Kauf der Fahrzeuge muss einer also ganz starkes Zeugs geraucht haben. Die Fahrzeuge bestanden genau aus zwei Wagen und gefahren sind die nicht etwa wie zu Erwarten wäre bei einem Fussballspiel mit 60`000 Zuschauern dauernd, sondern vielleicht alle 10 Minuten, höchstens...Konsequenz daraus: Eine Stunde und vierzig Minuten gebraucht vom Hbf bis zum Stadion...Also wenn ich mir sowas jedes zweite Wochenende antun müsste...nein Danke. Womit wir bereits beim nächsten Ärgernis wären. Diese Halle, äh dieses "Stadion" geht nun wirklich nicht. Schon nur das geschlossene Dach, dass einem das Gefühl gibt in einer völlig überdimensionierten Turnhalle zu sein, geht einfach gar nicht. Und ich dachte bisher ich sei von YB ja so einiges gewöhnt was Werbung während des Spiels betrifft. Pustekuchen, Schalke schlägt das um längen. Und weil ich schon so schön am Nörgeln bin: Der Gästestehbereich ist auch eine ziemliche Fehlkonstruktion. Ein zwar relativ grosser Block, wenn man mit anderen Stadien vergleicht. Aber die zwei einzigen Eingänge sind jeweils mittig im Block angelegt was nun wirklich völliger Blödsinn ist. Das führte zur Situation das in Teilen des Blocks noch massig Platz vorhanden war, sich die Leute aber an den Eingängen dermassen stauten dass fast kein Durchkommen mehr war. Klar hängt das auch mit dem Verhalten der Leute zusammen die nicht mal noch ein paar Schritte nach unten oder zur Seite machen können wenn man sieht dass es langsam eng wird. Aber Eingänge ganz oben oder ganz unten am Block entschärfen diese Problematik doch um einiges. Womit ich beim nächsten nervigen Thema wäre. Was sich mittlerweile im St.Pauli-Auswärtsblock tummelt ist schlicht peinlich. Nicht genug dass man sich natürlich so eine idiotische Knappen-Karte holen muss um sich dann massig Bier reinzuschütten und im Block ein ständiges kommen und gehen herrscht. Nein es wird auch noch 90 Minuten die Klappe gehalten und höchstens mal gegen USP gewettert. Die Hälfte des Blockes hätte sich das Spiel locker auch am Fernseher anschauen können. Dann wären sie von USP nicht beim Bier trinken gestört worden und umgekehrt wäre die Stimmung wohl um einiges besser gewesen. Und das Platzproblem hätte sich auch von alleine gelöst...1.Liga schön und gut, aber wenn wir immer mehr von solchen Fans anziehen brauch ich die Bundesliga echt nicht....Sportlich war es die erste wirklich schlechte Leistung. Wobei St.Pauli in der ersten Halbzeit wenigstens noch die eine oder andere Chance hatte und insbesondere Deniz Naki kurz vor dem Seitenwechsel das 1:0 für Schalke durch Raul hätte ausgleichen müssen. In der zweiten Halbzeit ging aber gar nichts mehr, keine Laufbereitschaft, kein Kampf und so holst du nicht nur in der ersten Liga keinen Blumentopf...Das 3:0 für Schalke ging absolut in Ordnung. Der relativ gute Start ist mit diesen drei Niederlagen in Folge ziemlich dahin. Zumal ein Block auf die Tabelle verrät dass wir vor allem gegen Teams die hinter uns klassiert sind Punkte haben liegen lassen. Es bleibt zu hoffen dass Stani den Jungs den Larifari ganz schnell austreiben kann. Die nächsten beiden Heimspiele gegen Leverkusen und Wolfsburg werden alles andere als leicht und trotzdem muss gepunktet werden...Alles andere als eine gute Voraussetzung...Ich bin nach wie vor überzeugt dass die Mannschaft die Qualität hat sich in der Liga zu halten, aber dazu braucht es von allen über 90 Minuten vollsten Einsatz und nur mit spielerischen Mitteln können wir definitiv nicht bestehen.
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